"Ihr seid Götter" (3/7)

Von Moses zu Jesus erkennt man eine – übringens notwendige – Entwicklung.

Das, was in der Vergangenheit nicht richtig verstanden wurde, wird jetzt verstanden und aufgeklärt werden und man wird sogar viele andere, neue Wahrheiten hinzufügen, weil es keinen Stillstand gibt und alles sich bewegt, sich weiterentwickelt. Jesus hat das übrigens gezeigt. Er hat eine neue Moral und eine neue Religion gebracht, die nicht diejenige von Moses war. An mehreren Stellen in den Evangelien wiederholt er: »Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist ... Ich aber sage euch: ...« Zum Beispiel: »Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten... Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein...« ... »Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen...«

Ihr seht also, die Moral, die Jesus brachte, war nicht mehr die Moral, die Moses gebracht hatte. Und warum soll man jetzt nicht noch weiter gehen? Die Christen wollen nicht, dass es etwas anderes nach Jesus geben soll. Ihrer Meinung nach kann man nichts mehr hinzufügen. Aber Christus selbst fügt andere Begriffe hinzu. Und die Nachzügler, diejenigen, die in starren Formen verharren, werden überholt werden. Wir sind für die Entwicklung, für das neue Leben, für etwas, das noch größer ist, für die neue Religion, die in der Welt verbreitet werden wird, die wahre Religion Christi, die sich bisher noch nicht verwirklichen konnte.

 

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