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4. herausfinden, wie man seine Bedürfnisse am intelligentesten befriedigt Wenn man von Entsagung spricht, dann sind die Leute entsetzt und sagen: "Aber wenn ich verzichte, dann werde ich sterben." Und es stimmt, sie werden sterben. Wenn sie nicht verstehen, dass sie verzichten müssen, um etwas Besseres zu bekommen, werden sie sterben. Aber diejenigen, die den Sinn der Entsagung verstanden haben, wissen, dass sie es für sich selbst tun. Sie schaffen in sich einen leeren Raum, den dann die göttlichen Qualitäten füllen können. Man kann nicht eine Flasche füllen, wenn sie schon voll ist. Sicher, wenn sie mit dem Elixier des ewigen Lebens gefüllt ist, braucht man sie nicht zu leeren, wenn sie aber Schmutz und Schimmel enthält, wozu das alles aufbewahren? In der Einweihungswissenschaft heißt es, dass Entbehrung in Wirklichkeit gar keine Entbehrung ist, sondern ein Ersetzen, eine Umwandlung, ein Versetzen in eine andere Welt. Es ist die gleiche Tätigkeit, die sich fortsetzt, aber mit so reinen, so lichtvollen Materialien, dass keine Gefahr mehr besteht. Auf diese Weise entbehrt ein Eingeweihter nichts: Er isst, er trinkt, er atmet, er liebt, aber in für den gewöhnlichen Menschen unbekannten Regionen und Bewusstseinszuständen. Man sollte also alle niederen Neigungen in sich ersetzen durch Neigungen, Gewohnheiten und Wünsche von höherer Qualität. Die Methode, die die Leute allgemein anwenden, um sich vom Rauchen, vom Trinken, vom Bedürfnis nach Frauen oder Männern zu befreien, ist äußerst gefährlich: Sie unterdrücken das Verlangen, ohne es zu ersetzen. Diese Methode bringt sie aus dem Gleichgewicht und stürzt sie in die Leere. Man braucht einen Ausgleich. Es ist notwendig, die niedere Begierde durch eine höhere zu ersetzen. Deshalb haben diejenigen, die bei sich die Liebe unterdrücken wollen, nichts verstanden: Das ist gefährlich, das ist Verdrängung, das ist der Tod! In Wirklichkeit braucht man sich nichts zu versagen, braucht man nicht zu entsagen, sondern nur seinen Standort zu wechseln, die Liebe oben zu kosten, wo sie besser ist. Man muss oben tun, was man unten getan hat: Anstatt das Wasser aus einem Sumpf zu trinken, das von Mikroben wimmelt, sollte man aus einer reinen, kristallklaren Quelle trinken. Nicht zu trinken bedeutet den Tod. Es geht nicht darum, nicht zu trinken; nein, nur die Abwässer darf man nicht trinken. Man muss trinken, aber das göttliche Wasser. Die Natur hat die Dinge gut gemacht: Wir essen, wir trinken, wir atmen, wir lieben... und man braucht nichts zu unterdrücken, man muss nur seine Bedürfnisse veredeln oder sie auf höheren Ebenen leben. Überlegt euch jedes Mal gut, ob ihr auf ein Bedürfnis verzichten wollt, das sehr stark in euch vorhanden ist, denn das ist eine schwer wiegende Entscheidung. Man sollte das Bedürfnis vielmehr ersetzen. Damit eure Bedürfnisse befriedigt werden, esst, trinkt, liebt und lebt ihr weiterhin, aber auf einer Stufe, die euch nicht den gleichen Gefahren aussetzt. |
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