"Ihr seid Götter" (1/7)

Tautropfen.jpg

Seit Jahrhunderten sagt uns die Kirche immer wieder, dass der Mensch in Sünde gezeugt wurde. Aber indem man diese Vorstellung so stark betont und verbreitet, hindert man die Menschen an ihrer Weiterentwicklung. Man schmälert ihre Hoffnung und ihren Wunsch, aus dieser Situation herauszukommen. Sicher, es liegt schon etwas Wahres darin: Der Mensch wird in Sünde gezeugt, weil die Eltern ihren Kindern ein bereits fehlerhaftes Erbgut weitergeben. Auf Grund ihrer Gedanken und Gefühle, die weder lichtvoll noch rein sind, zeugen sie ihre Kinder in Sünde. Aber dass seit Adam und Eva die Erbsünde zwangsläufig von Generation zu Generation weitergegeben werden soll?! Nein! Wenn die Menschen das Licht finden, wenn sie weise, intelligent und rein werden, dann ist es nicht von Bedeutung, dass Adam und Eva einmal gesündigt haben. Alles hat sich verändert, alles hat sich gewandelt. Man sollte den Menschen nicht Ideen eintrichtern, die sie zu weit unten festhalten in Schuld, in Unvollkommenheit, ohne jegliche Hoffnung, eines Tages wieder hoch zu kommen. Man ist ein Sünder, einverstanden, aber man bleibt es nicht gezwungenermaßen für alle Ewigkeit. Es muss eine Weiterentwicklung geben.

Alle Menschen, die nicht wissen, dass sie Kinder Gottes sind, befinden sich auf dem Weg der Enttäuschung und der Mutlosigkeit. Solange sie nicht zu ihrem wahren Ursprung zurückfinden, sind sie Sklaven. Das Schlimmste an dieser Sklaverei ist der Verlust jenes Lichtblickes, dass der Mensch ein Kind Gottes ist. Als Jesus kam, um der Menge diese große Wahrheit zu offenbaren, wurde er gekreuzigt, denn diese Wahrheit wurde dem Volk noch nie offenbart, aus Angst, dass es nicht mehr die von den Pharisäern und Sadduzäern auferlegten Regeln befolgen würde, wenn es seiner Größe gewahr wird.

Jesus war der erste Revolutionär unter den Boten Gottes, der Erste, der gegen alle alten Gesetze verstieß: Er verkündete der Menge diese große Wahrheit und büßte am Kreuz für die Kühnheit, die er hatte, als er sagte, er sei der Sohn Gottes. Es steht doch im Alten Testament geschrieben: »Ihr seid Götter« (Psalm 82,6). Diese Wahrheit wurde absichtlich versteckt, und sie wird es auch heute noch. Unsere Lehre füllt also gewisse Lücken. Sie bringt das Wissen, durch das die Menschen nach und nach verstehen und fühlen werden, dass sie alle Söhne des gleichen Vaters, Gottes sind, und der gleichen Mutter, der Natur, der Universalseele.

 

Zurück Home Auswahl Weiter

© Copyrights