Im Allgemeinen definiert man die Stille als eine Abwesenheit von Lärm und Hektik. Nein, die wahre Stille ist viel mehr als eine Abwesenheit von Lärm, sie steht sogar über dem gesprochenen Wort und über der Musik; sie ist eine Welt des Lichts, ein mächtiges Zentrum, aus dem alle Schöpfungen hervorsprudeln. Die Stille ist der wahre Ausdruck Gottes. Taucht in sie ein, indem ihr euch bemüht, euer Denken anzuhalten. Ihr werdet fühlen, wie sich in euch eine solche Harmonie ausbreitet, dass es sein kann, dass in diesem Moment Gott beginnt, zu euch zu sprechen. Denn nur in der Stille und der Harmonie ist Gott bereit, Seine Stimme vernehmbar zu machen.
Archive for Februar, 2010
Die Gerechtigkeit ist keine Tugend, die die Menschen spontan ausüben; deshalb hat Moses bei ihnen einen großen Fortschritt bewirkt, als er den Schwerpunkt auf diese Tugend legte. Später kam Jesus, um sie Liebe und Vergebung zu lehren. Aber soll man dabei stehen bleiben? Nein, man muss noch einen weiteren Grad erreichen, weil das Verzeihen in Wirklichkeit nicht alle Probleme löst. Wenn jemand kommt, um euch anzugreifen, ist es dann verboten, stärker als er zu sein, ihn an der Taille hochzuheben und zu ihm zu sagen: »Möchtest du, dass ich dich zu Boden werfe?« Aber ihr werft ihn nicht zu Boden, sondern setzt ihn sanft wieder auf seine Füße zurück. Dann hat er etwas begriffen. Das ist natürlich symbolisch gemeint; ich möchte damit sagen, dass man stärker als seine Feinde sein soll, so dass man sie durch eine Geste, ein Wort oder einen Blick außer Gefecht setzen kann. Ihr misshandelt sie nicht, ihr helft ihnen sogar, indem ihr ihnen eine großartige Lektion erteilt. Um diese geistige Kraft zu erlangen, müsst ihr beten, meditieren, euch üben und dabei die Sonne als Vorbild nehmen. Wer könnte euch dann angreifen, ohne sich an eurer Wärme und an eurem Licht zu verbrennen? Die Feinde werden Distanz halten, sie werden es nicht wagen, näher zu kommen. Vor der spirituellen Macht wird man immer kapitulieren müssen. Nach der Gerechtigkeit, nach der Liebe und der Vergebung, muss der Mensch noch die wahre Kraft erringen.
Man kann auf mehreren Wegen in die spirituelle Welt eindringen. Die Meditation ist einer davon. Aber Meditieren erfordert eine Vorbereitung. Wer meditieren möchte, ohne eine gewisse innere Disziplin, das heißt die Beherrschung seiner Gedanken, Gefühle und Wünsche erlangt zu haben, der beginnt, in den niederen Regionen der Astralebene herumzuirren. Er wird dort im Vorbeigehen alle möglichen dunklen Schichten aufrühren, die von, den Menschen oft feindselig gesinnten Wesenheiten bevölkert sind. Was er dann erlebt, nennt man Delirium und Wahnvorstellung, aber nicht Meditation. Bevor man die Meditation praktiziert, muss man also damit beginnen, in seinem psychischen Sein Ordnung zu schaffen; ansonsten kann selbst diese so nützliche und wohltuende Übung gefährlich werden.
In einer Familie stellt der Vater symbolisch gesehen den Kopf dar, deshalb dreht sich im Prinzip alles um ihn. Es ist seine Aufgabe, den Zusammenhalt der Familie zu bewahren. Wenn die Familienmitglieder nicht mit diesem Kopf verbunden und in Harmonie sind oder wenn der Kopf weggeht oder seiner Aufgabe nicht gewachsen ist, geht es bergab mit der Familie und alles löst sich auf. Das Gleiche geschieht in einem Land: Wenn der Kopf seine Rolle nicht richtig spielt oder wenn er verschwindet, gibt es Chaos. Sogar die Betrüger und auch die Tiere haben das verstanden, sie alle suchen einen Kopf, der sie führt. Warum haben aber Menschen, die man als intelligent bezeichnet, nicht verstanden, dass auch im spirituellen Leben ein Kopf, ein Meister notwendig und unverzichtbar ist? Ob der Meister lebendig oder tot ist, er ist der Kopf, der die Einheit ihres inneren Lebens aufrechterhält.
Der Mensch ist frei, zu entscheiden, ob er absteigen und sich den Tieren, Pflanzen und Steinen annähern will oder ob er den aufsteigenden Weg wählt, der ihn durch die Engelshierarchien hindurch, bis zum Schöpfer führen wird. Um sich zu erheben, muss er Beschäftigungen finden, die es ihm erlauben, die groben und dunklen Teilchen seines physischen, astralen und mentalen Körpers durch immer lichtvollere und reinere Teilchen zu ersetzen. Wer sich der Faulheit, der Stagnation und dem Weg des geringsten Widerstandes hingibt, nähert sich dem instinktiven, vegetativen, mineralischen Leben und versteinert. Wer hingegen in seine Gedanken, Gefühle und Handlungen eine höhere spirituelle Intensität hineinbringt, der wechselt die Region und tritt in eine andere Dimension des Raumes ein, wo er eine ihm bis dahin unbekannte Lebensform entdeckt, in der er sich unablässig in Kontakt mit der Liebe und dem Licht befindet.
Ihr wollt ein Konzert, ein Hörspiel oder Nachrichten hören und dreht am Knopf eures Radios, bis ihr den Sender gefunden habt, der das gewünschte Konzert, ein Hörspiel oder die Nachrichten ausstrahlt. In gleicher Weise habt ihr die Möglichkeit, bei eurem inneren Radio die Sendungen auszuwählen, die ihr hören wollt. Es ist jedoch ein langer Lernprozess, bis man die Wellenlängen der spirituellen Welt einzufangen weiß. Solange man das noch nicht kann, passiert es, dass man glaubt, auf himmlische Melodien eingestellt zu sein, aber nur den Lärm und die Schreie der Hölle zu hören bekommt. Wenn dies geschieht, dürft ihr nicht untätig bleiben, sondern müsst schnell die Wellenlänge wechseln; verbindet euch in Gedanken und durch eure Vorstellungskraft mit einem anderen Sender. Was ist Beten? Beten bedeutet, den Knopf mit den schnellsten und kürzesten Wellenlängen zu drücken, die uns in Verbindung mit der göttlichen Welt bringen.
Es gibt dem Anschein nach vollkommen anständige Personen, die niemals ein menschliches Gesetz übertreten, weil sie zu sehr Angst haben, gefasst und verurteilt zu werden, die aber keinerlei Furcht davor kennen, die göttlichen Gesetze zu übertreten. Dabei sind die göttlichen Gesetze in Wirklichkeit viel schrecklicher als die menschlichen. Den menschlichen Gesetzen kann man immer entwischen, wenn man schlau genug ist oder einfach nur Glück hat; den göttlichen Gesetzen hingegen konnte noch nie jemand entkommen. Über dem Menschen und seiner kleinen Intelligenz gibt es eine andere Intelligenz, die überwacht und aufzeichnet; aus diesem Grund werden Bösewichte immer gefunden und bestraft, weil sie, ob sie wollen oder nicht, stets irgendwo Spuren hinterlassen. Selbst ein Gedanke oder ein Gefühl hinterlässt Spuren. Ein Mann begibt sich an einen Ort, ohne dort irgendeine verwerfliche Tat zu begehen, hegt jedoch kriminelle Wünsche und Gedanken: Diese Gedanken und Wünsche zeichnen sich in der feinstofflichen Welt auf und das göttliche Gesetz wird ihn verfolgen. Bald werden diese kriminellen Gedanken und Wünsche auf die eine oder andere Weise negative Auswirkungen auf sein psychisches und sogar auf sein physisches Leben haben.
Man benützt Blei dazu, bestimmte schädliche Schwingungen abzuschirmen, aber das Gold besitzt eine dem Blei deutlich überlegene Schutzwirkung und man könnte mit ihm ebenfalls Schutzschirme herstellen, um ausschließlich günstige Einflüsse zu empfangen und diese sogar zu verstärken. Ja, stellt euch eine ganz kleine, mit Goldblättern tapezierte Zelle vor, in die man sich zurückziehen könnte, um eine gute Arbeit für sich selbst und für die ganze Welt auszuführen. Es würde sich lohnen, ein solches Experiment durchzuführen, aber nachdem diese Einrichtung extrem teuer wäre, ist es, im Moment jedenfalls, nicht machbar. In der Zwischenzeit sollten wir uns wenigstens des Goldes bewusst werden, das wir bereits besitzen, um mit ihm zu arbeiten. Denn wir haben auch Gold in unserem physischen Körper. Ja, unser Blut enthält Gold, und dieses Gold in unserem Blut gibt uns Energie zum Arbeiten, also um Reichtümer zu erlangen. Es schützt uns auch vor Krankheit, weil es eine Art von Schwingung aussendet, die sich dem Eindringen von Bakterien und Viren entgegenstellt. Schließlich erleuchtet das Gold, in einer anderen Form, unser Bewusstsein. Mit diesem Gold empfangen wir die Weisheit und durchdringen die Geheimnisse der Natur. Es ist zweifellos nützlich, in seinen Geldschränken Gold anzusammeln, aber es ist noch viel nützlicher und unbedingt notwendig, das Gold in seinem Inneren zu vermehren.
An einer Stelle der Apokalypse erwähnt Johannes vier lebendige Wesen, die um den Thron Gottes stehen. Diese vier lebendigen Wesen haben jedes sechs Flügel, welche voller Augen sind. Die christliche Tradition nennt sie Seraphine. Tag und Nacht wiederholen sie unaufhörlich: »Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt (Off 4,8)!« Wenn die an der Spitze der Engelshierarchien stehenden Seraphine unaufhörlich die Heiligkeit Gottes verkünden, so bedeutet dies, dass das Wort »heilig« am besten die Essenz der Gottheit charakterisiert. Aber es wurde derart oft nur dazu verwendet, Männer und Frauen zu bezeichnen, die einige Tugenden wie Geduld, Güte und Barmherzigkeit offenbarten, dass man seinen wahren Sinn verloren hat. Um besser zu verstehen, was die Heiligkeit ist, kann man sich an die slawischen Sprachen wenden. Im Bulgarischen haben zum Beispiel die Worte »svet« (heilig) und »svetost« (Heiligkeit) die gleiche Wurzel wie das Wort für Licht: »svetlina«. Die Heiligkeit ist also eine Eigenschaft des Lichts. In diesem Sinne kann man sagen, dass nur Gott allein wirklich heilig ist, weil Er reines Licht ist. Das ist es, was die Seraphine wiederholen und deshalb ist die Heiligkeit auch in ihrem hebräischen Namen »Chayoth-ha Kadosch «, Tiere der Heiligkeit (wobei mit »Tiere« hier »lebendige Wesen« gemeint ist) enthalten.
Das spirituelle Leben setzt die Beherrschung der Gedanken und Gefühle voraus. Aber damit es einem gelingt, seine Gedanken und Gefühle zu beherrschen, muss man beginnen, die kleinsten, im täglichen Leben ausgeführten Gesten zu überwachen. Auf diese Weise erlangt man nach und nach psychische Fähigkeiten, die es anschließend erlauben, auch stärkere Ströme zu beherrschen. Ihr sagt, ihr sähet dazwischen keine Verbindung? Nun, gerade das ist der Irrtum: Solange ihr nicht gelernt habt, euch in den ganz kleinen Details des täglichen Lebens zu beherrschen, könnt ihr auch die Wut, die Verachtung, die Begierde, den Ekel, die Rachsucht… nicht kontrollieren. Würdet ihr nur auf eure Art zu sprechen achtgeben, so hättet ihr bereits bemerkt, dass ihr nicht einmal in der Lage seid, eure Hände zu beherrschen. Ihr fuchtelt in alle Richtungen damit herum, ihr kratzt euch und zupft an den Knöpfen eurer Kleider… Lernt zuerst einmal, eure Hände ruhig zu halten. Wie wollt ihr Kräfte beherrschen, die euch übertreffen, wenn es euch nicht einmal gelingt, eure Hände zu kontrollieren?
