Archive for Januar, 2010

31. Januar 2010

Es kommt vor, dass ein großer Geist seine Blicke auf die Erde richtet und dann vor die Herren des Schicksals, die Vierundzwanzig Ältesten, tritt, um zu sagen: »Obwohl ich die Freiheit habe, hier in Ewigkeit alle Herrlichkeiten des Himmels zu genießen, gebt mir die Erlaubnis, herabzusteigen, um all diesen leidenden Menschen zu helfen.« Und sie lassen ihn herabsteigen. Wenn er aber einmal hier unten ist, untersteht er den Begrenzungen der physischen Ebene: Kälte, Hunger, Müdigkeit, Krankheit und Tod. Sein Geist kommt von sehr weit oben, aber wenn er es einmal akzeptiert hat, in die Materie hinabzusteigen, so muss er ihre Gesetze über sich ergehen lassen. Natürlich hat er dank der Kraft seines Geistes im Vergleich zu den meisten Menschen mehr Möglichkeiten, den Prüfungen des irdischen Lebens entgegenzutreten. Aber die physische Welt bleibt die physische Welt und ein Geist, so groß er auch sein mag, der beschließt, sich in der Materie zu inkarnieren, muss unablässig kämpfen, um sie zu beherrschen und um innerlich die Freiheit, die er oben besaß, wiederzufinden.

30. Januar 2010

Wenn euch auf eurem Weg alle möglichen Hindernisse und Schwierigkeiten begegnen, obwohl ihr euch Mühe gebt, einer spirituellen Lehre zu folgen, so verliert nicht den Mut. Der Grund dafür ist, dass die in früheren Inkarnationen begangenen Fehler euch bis in dieses Leben hinein verfolgen. Die beste Art und Weise voranzukommen ist jetzt also, eine göttliche Idee in euren Kopf zu setzen und alles zu tun, um sie zu realisieren. Nehmen wir beispielsweise die Worte Jesu im Vater Unser: »Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden«. Die Erde, das ist auch jeder von euch, nicht nur euer physischer, sondern auch eure psychischen Körper, und wenn es euer Ideal ist, die Herrlichkeit und Vollkommenheit des Himmels in euer tägliches Leben hineinzubringen, so hinterlasst ihr überall, wo ihr vorbeikommt, harmonische, segensreiche Wellen, die euch als Söhne Gottes erkennbar machen. Die himmlischen Geschöpfe der unsichtbaren Welt werden zu euch kommen, um euch zu unterstützen und auf diese Weise gelingt es euch, von der alten Vergangenheit frei zu werden. Anstatt euch zu entmutigen, solltet ihr doppelt so stark arbeiten, um euch eurer Lumpen zu entledigen und das Kleid der Glorie anzulegen, welches der Auferstehungsleib ist.

29. Januar 2010

Wenn der Augenblick gekommen ist, an dem ihr beschlossen habt zu beten und zu meditieren, seid ihr oft mit eurem Kopf woanders. Danach müsst ihr euch wieder um eure Geschäfte kümmern und sagt zu euch selbst: »Ach, ich spüre, dass ich mich innerlich sammeln sollte«, aber dadurch seid ihr auch hier wieder abwesend und führt die Arbeit schlecht aus. Beobachtet euch: Ihr werdet sehen, wie oft euer innerer Zustand nicht mit dem, was ihr tut, in Einklang steht. Während man eine Mahlzeit zubereitet, Geschirr wäscht oder Auto fährt, ist nicht der richtige Zeitpunkt, um an die Meditation zu denken. Man muss bei allem, was man tut, anwesend sein, denn alles hat seine Zeit. Ob es sich um die spirituelle, intellektuelle oder physische Arbeit handelt und sogar bei den Vergnügungen, ist für nichts mehr Zeit, weil man den Kopf nie da hat, wo er sein sollte und man ist niemals wirklich irgendwo.

28. Januar 2010

Vom anatomischen und physiologischen Standpunkt aus betrachtet, stellt das menschliche Gehirn den Gipfel der Organisation dar. Aber dies bedeutet nicht, dass alle Menschen eine wirklich organisierte psychische Aktivität haben, denn man sieht, wie ihre Gedanken und Gefühle sich innerlich ununterbrochen widersprechen, verwickeln und aufeinanderprallen. Und die Gesellschaft, ist die organisiert? Scheinbar ja, scheinbar läuft alles gut, es gibt Wasser, Strom, Gas, Autos, Züge, Post, Polizei, Krankenhäuser usw. Aber das ist nur eine mechanische Organisation, weil die Harmonie, die vom Begriff der Organisation nicht zu trennen ist, noch nicht existiert. In Wirklichkeit kann das Wort »Organisation « nur auf die göttliche Welt, in der alles ohne Zusammenstöße und Dissonanzen funktioniert, angewendet werden. Wenn man auf der Erde von einer perfekten Organisation, von einem organisierten Gehirn oder von einer organisierten Gesellschaft spricht, so handelt es sich dabei nur um eine stoffliche, materielle Organisation; im psychischen und spirituellen Bereich herrscht oft noch Unordnung.

27. Januar 2010

Ihr solltet niemals klagen und denken, das Schicksal verfolge euch. Und ihr solltet euch auch nicht einbilden, mit einem leichten, glatten Leben glücklicher werden zu können. Nein, mit einem leichten, glatten Leben würdet ihr stagnieren, das ist alles. Wenn ihr vorankommen und euch nützlich machen wollt, müsst ihr die Dinge anders betrachten. Befragt die Natur, dann werdet ihr sehen, welche Antworten sie euch gibt. Nehmt an, ihr wolltet einen Berg besteigen. Könntet ihr den Gipfel erreichen, wenn dieser Berg glatt wäre? Nein, ihr könntet euch nirgendwo festhalten und würdet abrutschen. Nur dank der Unebenheiten könnt ihr euch bis nach oben emporziehen. Wie oft habe ich euch gesagt, dass die Kosmische Intelligenz überall im Universum Hinweise und Zeichen hinterlassen hat, um uns dabei zu helfen, den Weg zu finden und um uns zu zeigen, wie wir vorwärtskommen und arbeiten können. Aber diejenigen, die nie gelernt haben, sie zu entschlüsseln, werden nichts entdecken; sie begnügen sich damit, zu ertragen und sich zu beklagen.

26. Januar 2010

Während des ganzen Tages begegnen und grüßen sich die Leute, aber sie tun es mechanisch, unbewusst, sogar in den Familien und Paarbeziehungen. Schaut wie der Mann oder die Frau das Haus verlassen, um zur Arbeit zu gehen: »Auf Wiedersehen Schatz, auf Wiedersehen Schatz…« und dann küssen sie sich. Aber in diesem Kuss ist nichts! Sie küssen sich aus Gewohnheit. Warum soll man sich unter diesen Bedingungen noch küssen, das ist doch lächerlich. Wenn man jemanden küsst, so sollte man ihm etwas dabei geben, um ihn zu beleben, ihn wiederzuerwecken. Oder der Mann ist unglücklich und bekümmert und küsst gerade dann seine Frau, um sich trösten zu lassen; er gibt ihr dabei nur seinen Kummer und seine Entmutigung. Männer und Frauen tauschen unablässig etwas untereinander aus, aber was ist das für ein Austausch? Gott allein weiß es… oder vielleicht wissen es eher die kleinen Teufelchen! Es ist nicht verboten, jemanden zu küssen, im Gegenteil, aber man muss wissen, wie und wann man ihn küssen soll, um ihm das ewige Leben zu übermitteln.

25. Januar 2010

Während das Kind ganz klein ist, hat es keine anderen Beschäftigungen, als seine Ernährung und das Spiel mit den Gegenständen seiner Umgebung, und sobald ihm etwas ein wenig gegen den Strich geht, schreit oder weint es. Das Kind ist ein kleines, egoistisches Ungeheuer; ja, aber in diesem Alter ist das ganz natürlich, die Eltern wissen, dass man von ihm nichts anderes verlangen kann. Wenn das Kind im Heranwachsen jedoch das gleiche Verhalten beibehält, schimpft man mit ihm, man gibt ihm sogar mal einen kleinen Klaps, denn es muss jetzt aufhören, alles auf sich zu beziehen. Als Erwachsener wird es einmal das Bedürfnis nach einer Partnerschaft entwickeln und selbst Kinder haben, und dann wird es begreifen, dass es Opfer bringen muss. Warum hat die kosmische Intelligenz die Dinge so eingerichtet? Damit die Menschen aus ihren Begrenzungen herauskommen, indem sie sich um andere Wesen (vor allem um ihren Partner / ihre Partnerin und um ihre Kinder) kümmern. Doch wie viele haben diese Lektion der kosmischen Intelligenz begriffen? Wie viele sind dazu fähig, sich wirklich selbst zu vergessen, um sich ernsthaft und in uneigennütziger Weise um ihre Frau, ihren Mann und ihre Kinder zu kümmern?

24. Januar 2010

Wir sind mit den über uns stehenden Wesen verbunden, mit den Engeln und Erzengeln, bis hin zu Gott selbst. Aber wir sind auch mit denen verbunden, die unter uns stehen, mit den Tieren, den Pflanzen und den Steinen. Ihr werdet besser verstehen, worin diese Verbindung besteht, wenn ihr daran denkt, wie die aufsteigenden und absteigenden Ströme in einem Baumstamm zirkulieren. Der aufsteigende Strom transportiert den rohen Saft bis zu den Blättern, wo er sich in einen veredelten Saft verwandelt. Der absteigende Strom hingegen transportiert den veredelten Saft, der den Baum ernährt. Im kosmischen Baum befindet sich der Mensch am Übergang dieser beiden Ströme, die ihn durchfließen und er muss lernen, bewusst mit ihnen zu arbeiten. Wenn es ihm gelungen ist, die Weisheit, das Licht und die Liebe des Himmels anzuziehen, übermittelt er sie den mit ihm verbundenen Wesen unterhalb von sich, bis hin zu den Mineralien. Danach steigen diese Kräfte von den Mineralien, bis hin zu den höheren Reichen der Schöpfung dank einer anderen Strömung wieder durch ihn hindurch nach oben. Wer sich bewusst mit dieser lebendigen Kette der Wesen verbindet, in dem wohnen Freude, Licht und Frieden.

23. Januar 2010

Gut und Böse stellen ein schwierig zu beurteilendes Thema dar, weil die Dinge auf der Erde meistens weder vollkommen gut noch vollkommen schlecht sind, und weil selbst die besten Dinge von einigen Unannehmlichkeiten begleitet werden. Nehmen wir nur die Ankunft des Frühlings. Auf der einen Seite ist es wunderbar, wenn mit dem Licht und der Wärme alles aufblüht; ja, aber gleichzeitig entwickelt sich auch Ungeziefer wie Wespen, Fliegen, Raupen, Läuse und Mücken. Nehmen wir den technischen Fortschritt: Ist er nun gut oder schlecht? Wie viele Entdeckungen brachten anfänglich riesige Verbesserungen und führten schlussendlich zu Katastrophen, weil die Menschen nicht vorsichtig und hellsichtig genug waren und weil sie nicht über die Konsequenzen nachgedacht haben! Es ist nicht nötig, noch mehr Beispiele zu nennen, ihr macht ja täglich selbst diese Feststellungen. Egal um welche Ereignisse oder Umstände es sich also handelt, man muss immer Vorsichtsmaßnahmen treffen. Die besten Dinge werden schlecht für die Unwissenden, weil sie nicht darauf vorbereit sind, mit ihnen umzugehen. Die Weisen hingegen, die wissen, wie sie arbeiten müssen, machen inmitten der größten Schwierigkeiten Fortschritte.

22. Januar 2010

Die irdische Existenz ist nur Schein und Illusion. Deshalb solltet ihr euch angesichts der vor euch auftauchenden Schwierigkeiten und Prüfungen sagen: »In Wirklichkeit passiert das nicht mir, sondern jemand anderem… Ich weiß zwar nicht wem, aber auf jeden Fall nicht mir. Ich bin unverletzlich, ich bin nur ein Zuschauer.« Nehmen wir das Beispiel eines Schauspielers im Theater. Jeden Abend spielt er ein Stück, in dem sein Todfeind ihm Gift ins Glas mischt und er dadurch stirbt. Aber wenn ihr ihn zufällig nach der Vorführung in der Kneipe nebenan trefft, so könnt ihr sehen, wie er mit seinem Mörder in aller Ruhe etwas trinkt. Und er hat nicht einmal Angst, dass dieser ihm wieder Gift ins Glas geschüttet haben könnte. Warum also nicht begreifen, dass, natürlich bei entsprechenden Größenverhältnissen, im täglichen Leben die gleichen Theaterstücke ablaufen? Anstatt gewisse unangenehme Situationen derartig ernst zu nehmen, sagt euch: »Pah! Das ist doch ein Theaterstück. Wenn die Aufführung zu Ende ist, werden mir die Dinge in einem anderen Licht erscheinen.« Indem ihr euch angewöhnt, so zu denken, werden euch die Unannehmlichkeiten, die ihr durchmachen müsst, nicht mehr so sehr beeinträchtigen.