Es kann vorkommen, dass ihr ohne von irgendeinem Vorzeichen gewarnt worden zu sein, euch plötzlich von Licht überflutet fühlt. Mit einem Mal wird euer Bewusstsein sehr hoch, auf die Ebene des Überbewusstseins projiziert und ihr seid geblendet von der Unendlichkeit und Schönheit, in der euer höheres Ich lebt. Leider dauert dieser Zustand nicht an und ihr nehmt wieder euren Alltag auf, mit den gleichen Sorgen und Schwächen; ihr fühlt euch wieder im Dunklen, in der Enge, abgeschnitten von eurem höheren Ich, eurem göttlichen Selbst, wie ein Fragment, getrennt von der Ganzheit. Später erlebt ihr erneut ein Licht, eine Erleuchtung, aber wieder dauert dieser Augenblick nicht an.
Doch verliert nicht den Mut, arbeitet weiter, setzt eure Anstrengungen fort. Eines Tages, endlich, nach all dem Auf und Ab, nach all den Wellenbewegungen zwischen Hell und Dunkel, wird euch das Licht nicht mehr verlassen. Ihr habt das Ufer gewechselt und seid endgültig gerettet.
Archive for Dezember, 2009
Wer sich täglich bemüht, sich mit den göttlichen Gesetzen in Einklang zu bringen, der bereitet die besten Bedingungen für seine zukünftigen Leben in dieser oder in der anderen Welt, denn er tritt in Beziehung mit höher entwickelten Wesen und Intelligenzen, die kommen, um sich in ihm niederzulassen. Er zieht sie an, erschafft Verbindungen und arbeitet mit ihnen. Wenn er dann später die Erde verlässt und die Teilchen seines sich zersetzenden physischen Körpers wieder zu den vier Elementen zurückkehren, wird er in der anderen Welt die Gesellschaft jener Wesen genießen, die er angezogen hat.
Ohne es zu wissen und noch ohne all die Freunde zu kennen, die dazugehören, ist jeder von euch dabei, die Gesellschaft zu formen, mit der er in der anderen Welt leben wird. Das ist die Erklärung dessen, was die Religionen Hölle, Fegefeuer oder Paradies nennen.
Zahlreiche Überlieferungen schreiben dem Beruf des Schmieds eine symbolische Bedeutung zu. Was mich aber vor allem interessiert, sind die Entsprechungen zu bestimmten Prozessen des inneren Lebens, die man darin entdecken kann.
Der Schmied, der ein Eisenstück gestalten möchte, beginnt damit, es zu erhitzen. Danach hämmert er es, um ihm eine Form zu verleihen. Solange das Eisen nicht heiß ist, kann man auf es einhämmern, so viel man will, es behält seine Form oder es zerbricht. Dieses Phänomen zeigt, dass die wahre Erziehung der Menschen nur mit Hilfe von Wärme, von Herzenswärme, von Liebe geschehen kann. Alle, die zu sehr auf den Verstand zählen und dabei die Werte des Herzens vernachlässigen, müssen noch erzogen werden und diese Erziehung geschieht durch das Feuer des Leidens. Sie fragen sich, warum sie Verbrennungen spüren und Schläge erhalten. Nun, der Himmel ist dabei, sie zu erhitzen und an ihnen herumzuhämmern. Indem er sie durch diese Prüfungen schickt, möchte er ihnen göttliche Formen verleihen.
Wenn ihr wollt, dass die Freude euch nie verlässt, so versucht, in der Seele und im Geist zu leben. Sie alleine haben die Macht, euch in den unendlichen Raum und in die Ewigkeit zu versetzen. In dem Moment empfindet ihr noch immer Freude, selbst wenn ihr leidet oder von einem Unglück heimgesucht werdet. Leiden und Freude… Ihr sagt, es sei unmöglich, gleichzeitig zwei solch widersprüchliche Zustände zu erleben. Doch, es ist möglich. Warum? Weil der Mensch aus zwei Naturen besteht: Die niedere Natur empfindet immer auch das kleinste Missgeschick, das kleinste Hindernis, den kleinsten Verlust als Schmerz, während die höhere Natur in ewigem Licht und in ewiger Glückseligkeit lebt. Habt ihr gelernt, das, was euch zustößt, vom Standpunkt der höheren Natur aus zu betrachten, werdet ihr entdecken, dass Kummer und Traurigkeit als eine Art fruchtbarer Schlamm gesehen werden können, den die Blumen und Bäume eures inneren Gartens für ihr Wachstum benötigen.
Die Wahrheit scheint für die meisten Menschen etwas Unerreichbares zu sein, was sie wohl hinter den Sternen suchen müssten. Aber ist die Wahrheit wirklich so schwer zu finden? Kommt es nicht eher daher, dass sie nicht wissen, was und wie sie suchen müssen oder dass sie weiterhin alle ihre Schwächen rechtfertigen wollen?
Für denjenigen, der sie aufrichtig sucht, ist die Wahrheit nicht so schwer zu finden. Wie könnte man denn glauben, der Schöpfer, die kosmische Intelligenz (oder wie ihr Es sonst nennen wollt) habe den Menschen in eine Situation gestellt, in der er niemals seinen Weg finden wird? Selbstverständlich wird ihm die absolute Wahrheit nicht enthüllt; wer sie zu besitzen meint, täuscht sich. Aber es kann doch nicht sein, dass er keine Wahrheit kennt, die fähig wäre, ihn an jedem Tag seines Lebens zu leiten. Und niemand ist entschuldbar, der sie nicht findet.
Die Berge sind riesige Antennen, welche die Erde in Kommunikation mit dem Himmel bringen. Weil sie die Verbindung zwischen Himmel und Erde herstellen, ist das von den hohen Bergen herabströmende Wasser mit dem Fluidum des Himmels durchdrungen.
Durch ihre Gipfel empfangen die Berge die himmlischen Kräfte und Energien, die sich als große Wirbel, als mächtige und lichtvolle Wellen manifestieren. Wegen der Anwesenheit dieser Energieströme besuchen die Naturgeister, sehr weit entwickelte Geister, oft die Berggipfel. Sie baden in diesen Strömen, um sich zu stärken, zu regenerieren und gehen dann wieder zurück an ihre Arbeit auf der Welt.
Bevor er seine Jünger verließ, sagte Jesus zu ihnen: »Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat. Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht ertragen. Wenn der Tröster, der Geist der Wahrheit gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit führen« (Jh, 16,13). Diese Worte bedeuten, dass allein der Geist uns das wahre Verständnis der Lehre Jesu vermitteln kann. Wir müssen also über die Botschaft der Evangelien meditieren und uns von ihr durchdringen lassen, indem wir uns mit den himmlischen Wesen verbinden; damit ihre Essenz uns mitzieht. An dem Tage, an dem es uns gelingt, die in den Evangelien enthaltenen großen Wahrheiten als lebendige, wirksame Realität zu erfahren, wird unser ganzes inneres Wesen davon gereinigt, erhellt und regeneriert werden. Denn diese aus der Welt der Seele und des Geistes kommenden Schwingungen werden von unserem gesamten Wesen empfunden; dann erwacht etwas, das in uns schlummerte und beginnt sich zu bewegen. Auch wenn manche Gelehrte ihren Stil kritisieren, sind die Texte der Evangelien vergleichbar mit Kraftströmen, die die Macht besitzen, unsere Seele zu neuem Leben zu erwecken. Das nennt man die zweite Geburt, die Geburt Christi.
Heiligenbilder können euch helfen, aber unter der Bedingung, dass ihr wisst, wie ihr sie betrachten sollt. Wenn ihr vor Darstellungen von Heiligen, von Christus oder der heiligen Jungfrau betet, so sollt ihr euch nicht an die Darstellung selbst wenden, denn nicht das Bild wird euch antworten oder euch erhören. Das Bild ist nur ein Übermittler oder wenn ihr so wollt, eine Leiter, dank der ihr euch erhebt, um diese höheren Wesenheiten zu erreichen. Genauso ist ein Tempel, eine Kirche eine Leiter, denn dieser heilige Raum gibt euch gute Bedingungen, um euch zu sammeln, um in euch selbst Mittel zu finden, dank derer ihr die himmlischen Regionen erreicht, um dort Heil und Inspiration zu erfahren. Dies ist die wahre Wissenschaft, sie zerstört nichts, sondern lehrt euch, wie ihr die Heiligenbilder und Kultstätten betrachten sollt.
Wenn ein sehr spiritueller Mensch euch einen von ihm gesegneten Gegenstand gibt, so könnt ihr diesen dankbar in Empfang nehmen, weil es sich um einen Talisman handelt. Ihr solltet jedoch nicht glauben, dass dieser Talisman aus sich heraus allmächtig wäre. Nein, versucht dank ihm höher zu steigen, weiterzukommen, verbindet euch mit der ihn durchdringenden kosmischen Kraft; dann wird dieser Gegenstand günstig auf euch wirken.
Die meisten christlichen Feste sind, in veränderter Form und mit anderer Bedeutung, nur Überbleibsel alter heidnischer Bräuche. Zu ihrem Anlass organisiert man Vergnügungen, man besorgt Lebensmittel, Dekorationen, neue Kleider oder sogar Verkleidungen.
Aber ein Spiritualist sieht in einem Fest etwas ganz anderes, als nur eine Gelegenheit zu essen, zu trinken, die Kleider zu wechseln und sich zu amüsieren. Er bemüht sich, in den feinstofflichen Regionen nach Energien zu suchen, die sein Herz und seine Seele regenerieren oder beleben werden. Und er weiß auch, dass die lichtvollen Wesen kommen, um in dieser Atmosphäre fröhlicher, wohltuender Kontakte Elemente aufzunehmen, dank derer sie später ihre Arbeit in der Welt fortsetzen können. Wenn ihr ihnen bei dieser Arbeit helfen wollt, so schenkt ihnen eure Freude, all diesen spirituellen Reichtum, den euch ein Fest beschert, damit auch andere davon profitieren können. Dann wird diese Freude, dieser Reichtum noch vergrößert zu euch zurückkommen.
Auf den Wegen des Lebens haben wir zwei Führer: die Weisheit und die Liebe. Wir müssen lernen, nach den Gesetzen der Weisheit und nach den Methoden der Liebe zu arbeiten.
Die Weisheit und die Liebe können mit den zwei Zeigern einer Uhr verglichen werden. Die Weisheit ist der kleine Stundenzeiger und die Liebe ist der große Zeiger, der die Minuten anzeigt. Dank der Weisheit wählen wir eine Richtung, ein zu realisierendes Programm, das für die Ewigkeit gültig ist. Aber um es zu realisieren, müssen wir die Methoden der Liebe anwenden, das heißt, jede Minute mit Freude und Begeisterung erleben, ohne je unseren Schwung zu verlieren. Auf diese Weise bringen wir das Programm des Tages und das der Ewigkeit miteinander in Einklang. Die Weisheit zeigt, in welche Richtung wir gehen sollen und das Herz hält die Bewegung in Gang.
