Archive for Oktober, 2009

31. Oktober 2009

Wie viele Menschen sind stolz darauf, jegliche Autorität abzulehnen! Sie tun so, als bräuchten sie niemanden, der sie beraten und in ihrem Leben leiten könnte. Nun, sie irren sich, denn wir alle brauchen geistige Führer.
Wenn wir wirklich unsere Entfaltung und unser Heil wünschen, dann müssen wir verstehen, wie wichtig es ist, von den großen Geistern geführt zu werden, die auf der Erde gelebt haben oder dort noch leben. Diese Wesen, die die Dinge vertieft haben, die so viel mehr Erfahrungen gesammelt haben als wir, die das Leben viel besser kennen, die vor uns so viele Probleme gelöst haben, sind wie lebendige Bücher, welche uns ihre Kenntnisse vermitteln. Wir leben, wir handeln, wir denken, aber dank dieser Wesen kommt etwas anderes zu unseren Erfahrungen hinzu, etwas Höheres, etwas, das reicher ist als wir und das uns hilft.

30. Oktober 2009

»Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zur Erde werdest, davon du genommen bist« (1. Mo, 3,19). So lauten in der Genesis die Worte, die Gott nach dem Sündenfall zu Adam sprach.
Nun kommt jedoch ein neues Licht in die Welt, welches allen menschlichen Aktivitäten wieder einen Sinn verleihen soll; dieses Licht bringt ein anderes Verständnis des Wortes »Arbeit«. Wenn ihr intellektuellen, künstlerischen oder körperlichen Arbeiten nachgeht und sogar wenn ihr euch entspannt oder spazieren geht, solltet ihr alles vermeiden, was einem Stillstand ähnelt und ihr solltet dabei gleichzeitig in euch einen Zustand von geordneter und harmonischer Aktivität schaffen. Die wahre Arbeit besteht darin, alle inneren und äußeren Strömungen und Energien miteinander in Einklang zu bringen, um sie auf die göttliche Quelle, den Urgrund, auszurichten. Das ist der alleinige und einzige Gesichtspunkt unter dem der geistige Schüler das Wort »Arbeit« betrachten sollte.

29. Oktober 2009

Wie viele Menschen denken wie die Maus, die sich einer Mausefalle nähert! Dort liegt ein verlockendes Stück Speck… Sie ist sich wohl ein wenig der Gefahr bewusst, aber sie glaubt, sie könne ganz schnell hinein- und wieder herauslaufen. Sie stürzt sich also hinein, aber die Mausefalle schließt sich noch schneller und hält sie zurück. Genauso ist es, wenn jemand sich sagt: »Ich bin sehr schlau, mir wird es gelingen, dieses kleine Stück zu essen (was eigentlich heißt, einige Vergnügungen zu kosten und den instinktiven Neigungen freien Lauf zu lassen), nichts und niemand wird mich ergreifen können. Ich werde schnell nehmen, was ich will und mich dann aus dem Staub machen.« Unmöglich, es gibt ein Gesetz, das hier zur Anwendung kommt. Sobald man die Falle berührt, ist man gefangen.
Bis jetzt ist noch niemand der Natur entkommen, denn sie besitzt viele Mausefallen. Jede niedere Neigung, der ihr folgt, löst den Verschluss der Falle aus und dann verspürt ihr, ohne zu wissen warum, ein Unbehagen. Macht euch keine Illusionen, selbst die intelligenteste, geschickteste Person kann den von der kosmischen Intelligenz errichteten Gesetzen nicht entrinnen.

28. Oktober 2009

Manchmal begegnet man sehr gewöhnlichen Menschen, die behaupten, eine großartige Mission erhalten zu haben. Sie besitzen weder besondere Fähigkeiten, noch Begabungen, aber sie sind überzeugt, dass der Himmel sie auserwählt hat, um die Ordnung in der Welt wieder herzustellen oder eine neue Religion zu bringen. Man kann sich da nur fragen, wie sie wohl auf solche Ideen kommen.
Natürlich haben wir alle, als wir auf die Erde kamen, eine bestimmte Aufgabe bekommen. Jetzt bleibt nur noch, zu wissen, welche. Ihr fragt: »Welche Aufgabe ist es denn?« Die Keime der Qualitäten und der Tugenden, die der Himmel in uns gelegt hat, zu entwickeln. Nur dies allein ist bereits eine immense Arbeit! Wie viele Jahrhunderte und Jahrtausende wird es noch dauern, bevor wir in der Lage sind, alle Reichtümer, die wir in uns tragen zu entdecken und zu manifestieren! Es ist natürlich ebenfalls möglich, dass der Himmel einen Menschen für eine bestimmte Aufgabe auswählt. Aber die kollektive Aufgabe der Menschen ist es, sich nach und nach bis zur Vollkommenheit zu entwickeln. Selbst wenn sie schwächlich und mittelmäßig sind, haben sie diese Aufgabe zu erfüllen: zu arbeiten, sich zu verbessern, sich zu entwickeln.

27. Oktober 2009

Im Unterschied zu dem Hochmütigen, der die Tendenz hat, sich in verachtender Einsamkeit abzukapseln, will der Eitle sich überall zeigen: Er braucht es, bemerkt, gesucht, eingeladen, photographiert und geehrt zu werden. Und selbst wenn er merkt, dass diese Schwäche ihn teuer zu stehen kommt (weil er Zeit und Geld damit verliert), fällt es ihm sehr schwer sie zu besiegen. Sein Bedürfnis nach Anerkennung, nach Berühmtheit gewinnt immer die Oberhand und bringt ihn dazu, alle möglichen nutzlosen und sogar schädlichen Ausgaben zu machen. Was ist also ist die Lösung?
Es ist normal, dass man anerkannt, berühmt sein will, aber man muss diesem Bedürfnis eine andere Richtung geben: Anstatt auf der Erde, unter den Menschen nach Ruhm zu streben, sollte man den Ruhm im Himmel unter den Engeln und Erzengeln suchen. Derjenige, der den irdischen Ruhm durch den göttlichen Ruhm ersetzt, ist auf dem Weg des Heils: Es ist seine Eitelkeit, die ihn in den Himmel führt! Sobald man versteht, dass man danach trachten soll, dem Himmel durch die Arbeit an sich selbst zu gefallen, ist die Eitelkeit nicht nur erlaubt, sondern sogar empfehlenswert.

26. Oktober 2009

Es gibt im Leben schwierige Situationen, wo ihr spürt, dass eine falsche Bewegung, ein Wort, ein Eingriff, eine ungeschickte Geste für euch verhängnisvoll sein kann. Wenn ihr euch in einer solchen Lage befindet, solltet ihr vor allem jegliche Eile vermeiden; lasst Stille in euch einkehren und verbindet euch mit dem Geist, damit er kommt, um eure Gedanken zu kontrollieren. Die Gedanken kontrollieren die Emotionen und Gefühle, die dann ihrerseits eure Gesten, eure Stimme und eure Worte kontrollieren werden. Auf diese Weise könnt ihr die richtige Haltung, die richtigen Reaktionen finden.
Wie die Umstände auch seien, es muss für euch ein instinktiver Reflex werden, euch immer zuerst mit dem Geist zu verbinden. Es ist, als ob ihr einen Anschluss herstellt: Ihr ordnet euer Wesen der Kontrolle des Geistes unter und allmählich wird alles organisiert und geordnet. Ihr handelt dann auf eine ausgewogene harmonische Weise, tragt den Sieg davon und seid gerettet.

25. Oktober 2009

Das menschliche Wesen ist aus Gott hervorgegangen, es hat seinen Ursprung in Gott; es ist also Gott, der durch es arbeitet und handelt. Und da es seinen Ursprung in Gott hat, wird es eines Tages wieder zu Ihm zurückkehren, es wird als persönliches Wesen verschwinden und sich mit Gott verschmelzen. Natürlich werden viele diese Idee zurückweisen, entweder weil sie ihnen absurd erscheint, oder weil sie darin eine unakzeptable Beeinträchtigung ihrer individuellen Freiheit sehen. Aber ob sie es wollen oder nicht, es ist eine Tatsache.
Eines Tages wird das menschliche Wesen zu Gott zurückkehren. Anstatt eure Zeit mit Nichtigkeiten zu verlieren und eure Sorgen und Beschwerden zu wälzen, solltet ihr daher so oft wie möglich an diese göttliche Seele denken, die ihr selbst seid, die es aber noch nicht völlig ist, weil ihr nicht wisst, wie ihr wieder mit ihr zusammen kommen könnt. Durch das oftmalige Wiederholen dieser Übung werdet ihr nach und nach fühlen, dass ihr eure wahre Bestimmung entdeckt.

24. Oktober 2009

Weil jemand etwas gesagt oder getan hat, das euch irritiert, erzählt ihr überall herum, dass und warum ihr zornig seid. Man versucht, euch zu beruhigen, indem man euch sagt, das sei doch nicht so schlimm; man sagt euch, es wäre besser, ihr würdet das Ereignis loslassen und an etwas anderes denken. Aber nein, ihr fahrt fort euch aufzuregen und gegen »diesen Idioten, der schon sehen wird, was passiert«, zu schimpfen. Ist das intelligent? Unterdessen sitzt der Idiot, der Blödian, ruhig zu Hause und hört nichts von euren Schreien und eurer Aufregung.
Wer ist es also, der unter eurer Wut leidet? Eure Umgebung, eure Eltern, eure Freunde, die es nicht verdient haben, dass man ihr Leben auf diese Weise stört. Aber am meisten leidet ihr selbst. Ja, denn bevor sie die anderen erreichen, fließen die Strömungen eures Seelenlebens zuerst durch euch hindurch. Wer beschließt, in Harmonie zu leben, ist der Erste, der von dieser Harmonie profitiert und wer der Wut und den Rachegelüsten freien Lauf lässt, zerstört zuerst sich selbst. Vielleicht wird er schließlich auch die anderen zerstören, aber sich selbst schadet er am meisten. Denn die Unordnung, die er in sich eingelassen hat, Verfolgt ihn bis in seine nächste Inkarnation.

23. Oktober 2009

Die Eltern und Erzieher, die sich wirklich um die Zukunft der Jugendlichen sorgen, müssen verstehen, dass es nicht ausreicht, ihnen eine Ausbildung als Elektroniker, Chemiker oder Biologe zu verschaffen, sondern dass sie sie auch darauf vorbereiten müssen, dem Leben unter den besten Voraussetzungen entgegenzutreten. Wenn man die Jugendlichen nicht über die äußeren und vor allem auch über die inneren Schwierigkeiten aufklärt, auf die sie später unvermeidlich stoßen werden, wenn man sie nicht lehrt, wie sie diese Schwierigkeiten einschätzen und durch welche Haltung sie sie lösen sollen, dann werden sie an den kleinsten Hindernissen scheitern.
Nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel. Was wird mit jemandem passieren, der den Wechsel der Jahreszeiten nicht kennt und der nicht weiß, dass eines Tages der Winter und die Kälte kommen werden…? Ist er hingegen vorgewarnt, so wird er Heizmaterial, Kleider und Nahrung bereitlegen und den Winter gelassen bewältigen. Nun, die meisten Jugendlichen gehen das Leben so an, als wüssten sie nicht, dass es notwendigerweise auch Winter
geben wird.

22. Oktober 2009

Monarchie, Republik, Oligarchie, Synarchie, usw. … im Laufe der Geschichte haben die Menschen unaufhörlich mehr oder weniger erfolgreiche Experimente gemacht, um die beste Regierungsform zu finden. In Wirklichkeit gibt es keine ideale Lösung, egal welche Form von Regierung man wählt; denn es wird nirgends Ordnung, Frieden und Harmonie herrschen, solange die Menschen nicht gelernt haben, in sich selbst Ordnung, Frieden und Harmonie einziehen zu lassen. Und um dieses Ideal zu realisieren, muss man zuerst die seelische Struktur des Menschen kennen.
Der Mensch besitzt einen Verstand, ein Herz und einen Willen. Durch seinen Verstand denkt er, durch sein Herz empfindet er Gefühle und durch seinen Willen handelt er. Mithilfe dieser drei Faktoren manifestiert er sich auf der Erde. Wenn es ihm gelingt, die Weisheit in seinen Verstand, die Liebe in sein Herz und die Kraft in seinen Willen einziehen zu lassen, dann realisiert er in sich selbst diese Dreifaltigkeit, die ihn der göttlichen Dreifaltigkeit des Lichts, der Wärme und des Lebens ähnlich macht. Auf diese Weise regiert er über seine eigene Existenz. In diesem Augenblick ist die Form der Regierung ohne Belang. Um die Ordnung, den Frieden und die Harmonie in der Welt einzuführen, muss man mit dem Anfang beginnen: Der Anfang ist das menschliche Wesen selbst, und zwar dann, wenn es zum Oberhaupt, zum König seines eigenen Reiches geworden ist.