Archive for September, 2009

30. September 2009

Ihr wünscht euch, die anderen zu verstehen und ihnen zu helfen. Dabei ist es aber nicht unbedingt nötig, dass ihr genau das spürt und erlebt, was sie erleben. Es ist sogar besser, es nicht zu erleben, weil diese Form von Mitgefühl euch meistens auf der Astralebene festhält. Ihr würdet besser versuchen, euch bis zur Mentalebene zu erheben, um nachzudenken und zu hinterfragen. Wenn ihr aufmerksam genug seid, wenn ihr den Menschen zuhören und sie beobachten könnt, werdet ihr mit etwas Übung anhand weniger entdeckter Elemente erraten können, wer sie sind, was sie fühlen, was sie denken und was sie brauchen, ohne selbst davon beeinträchtigt zu werden. Bestimmte Wesen besitzen diese Art guter psychologischer Wahrnehmung, die eine Form der Hellsichtigkeit darstellt. Die Gefahr ist nämlich, dass man sich darauf beschränkt mitzufühlen, ohne zu verstehen und klar zu sehen. Aber dann ist man verletzlich und findet obendrein auch nicht die Lösungen, die den anderen helfen könnten.

29. September 2009

Wenn man bestimmten Menschen gegenübersteht und ihren Gesichtsausdruck, ihren Blick und alles, was von ihnen ausströmt, betrachtet, kommt einem manchmal ganz plötzlich das Wort »Licht« in den Sinn. Es ist, als wären sie in ihrem Herzen, in ihrer Seele fähig, eine unwägbare Materie herauszudestillieren und sie in Form von Licht auszustrahlen. Oder als hätten sie etwas von dem im Raum verbreiteten Licht aufgefangen und in sich verdichtet. Ihr ganzer Körper scheint aus einer durchscheinenden Substanz zu bestehen, in deren Innerem eine Flamme brennt.
Für viele bleibt dieses Licht ein großes Geheimnis, weil sie nicht wissen, dass es das Resultat ganz realer innerer Prozesse ist. Der Eingeweihte, der Weise hat es durch eine ununterbrochene Arbeit erlangt. Aus jedem Gedanken, Gefühl und Wunsch, aus jeder Handlung, die er uneigennütziger, reiner und großzügiger zu machen wusste, gewinnt er eine winzige Lichtmenge.

28. September 2009

Die Vorstellungskraft dient den Menschen meistens nur dazu, ihre niederen Bedürfnisse zu befriedigen. Der Erste wünscht sich, eine Frau zu küssen, der Zweite möchte seinen politischen Ehrgeiz verwirklichen, der Dritte will die Vorherrschaft auf dem Markt, indem er alle seine Konkurrenten aussticht und schon macht sich ihre Vorstellungskraft an die Arbeit, indem sie ihnen die erfolgreiche Verwirklichung dieser Wünsche ausmalt. Es kann tatsächlich sein, dass sie schließlich den Erfolg erlangen, weil sie ihn sich so oft vorgestellt haben, aber welchen Vorteil gewinnen sie dabei für ihre Weiterentwicklung?
Der geistige Schüler lernt, seine Vorstellungskraft zu benutzen, um sich zu veredeln, sich neu aufzubauen und um eine Arbeit für das Wohl der ganzen Welt auszuführen. Warum sich nicht vorstellen, wie die Menschen auf der ganzen Erde gut, intelligent, ehrlich und schön werden und wie überall Fülle und Freude herrscht? Wenn ihr jahrelang daran arbeitet, euch nur das Positive vorzustellen, wird es anfangen, sich zu verwirklichen. Und je zahlreicher die Menschen sind, die in dieser Richtung arbeiten, desto schneller erfolgt die Verwirklichung.

27. September 2009

Solange ihr nicht gelernt habt, das Feuer in eurer Seele zu unterhalten, bringt es nichts, die göttliche Anwesenheit zu erbitten. Selbst wenn jemand euch diese Anwesenheit gäbe, würdet ihr sie sehr schnell wieder verlieren, denn ein Feuer, das nicht innerlich unterhalten wird, geht aus. Ihr würdet die Gottheit gerne so empfangen, wie die Christen die Hostie von ihrem Priester bekommen. Aber Gott ist nicht in der Hostie; den göttlichen Zustand muss jeder von uns vorbereiten, gewinnen, erobern und ernähren.
Was die Kirche ihren Gläubigen erzählt, entspricht nicht immer den göttlichen Gesetzen. Warum reißt sie das Recht an sich, Gott zu verteilen? Sie sagt: »Macht den Mund auf. Indem wir die Hostie segnen, liefern wir euch das Göttliche.« Und sie hält damit bei den Christen die Faulheit aufrecht; deswegen bleiben so viele unter ihnen abhängig und schwach. Niemals wird jemand euch Gott geben. Es ist an euch, Ihn zu finden, indem ihr euch täglich darum bemüht, Träger seiner Weisheit und seiner Liebe zu werden; und wenn Er in euch eintritt, werdet ihr das ewige Leben kosten.

26. September 2009

Denkt gut nach, bevor ihr ein Versprechen abgebt, denn ein Versprechen muss immer eingehalten werden. Nicht einmal der Herr kann euch davon entbinden. Bevor ihr ein Versprechen abgebt, ist es an euch, zu schauen, ob ihr es einhalten könnt oder nicht. Ihr dürft nicht sagen: »Pah, ich kann das ja mal versprechen, es verpflichtet mich zu nichts!« Doch, eben, es verpflichtet euch. Auf der physischen Ebene wird euch mangels eines Beweises vielleicht niemand verurteilen können, wenn ihr das Versprechen nicht schriftlich abgegeben habt; aber auf der feinstofflichen Ebene wurden eure Worte aufgezeichnet und bleiben für immer erhalten. Sie stehen nicht auf Papier, sondern sind auf einem sprechenden Film gespeichert, was noch viel besser ist! Euer Versprechen bleibt also niemals folgenlos, weil es aufgezeichnet wurde. Wenn ihr euch nachlässig verhaltet, wird die göttliche Gerechtigkeit, die keine schriftlichen Unterlagen braucht, um über eure Worte oder Taten zu entscheiden, euch als einen Menschen verurteilen, auf den man nicht zählen kann.

25. September 2009

Für den primitiven Menschen war das Feuer ein Feind; das Wasser, der Wind, die Erde, die Tiere, alle Naturkräfte waren Feinde und wer gegen sie ankämpfte, erschöpfte sich oder starb sogar in diesem Kampf. Mit der Zeit fingen die Menschen dann an, diese Kräfte zu zähmen und entdeckten dabei, wie sehr sie ihnen nützlich sein konnten.
Was die Menschen da über die Elemente verstanden haben, kann auch auf andere Lebensbereiche und vor allem auf den psychischen Bereich übertragen werden. Anstatt vor bestimmten störenden Impulsen, wie Sinnlichkeit, Wut, Eitelkeit, Neid usw. wegzulaufen, solltet ihr sie beobachten; ihr solltet diese Regionen erforschen, um sie kennen zu lernen und um zu sehen, was sie beinhalten. Dieser Mut, diese Kühnheit werden euch zu der Entdeckung führen, dass jene scheinbar feindlichen Naturkräfte in Wirklichkeit Freunde sind, welche Geschenke für euch bereithalten. Es kommt eine Epoche, in der die Menschen ihren Instinkten und niederen Neigungen gegenüber eine andere Haltung finden müssen. Dank pädagogischer Methoden, die sie befreien, wird es ihnen nach und nach gelingen, ihren inneren Begrenzungen zu entkommen.

24. September 2009

Überall sieht man nur Leute, die kritisieren, sich beklagen, die erzählen, sie seien entmutigt und unglücklich wegen diesem, wegen jenem… und eigentlich wegen gar nichts! Dass sie in einem solchen Zustand sind, zeigt, wie wenig sie von den Wahrheiten des Lebens verstanden haben. Nun werden einige protestieren: »Wie bitte, wir sollen nichts verstanden haben? Wir verfügen aber über Diplome, wir haben die Philosophen und Denker studiert!« Das mag sein, aber eure Haltung zeigt, dass ihr gar nichts verstanden habt.
Wenn ihr Diplome besitzt und wenn ihr den Inhalt ganzer Bibliotheken verschlungen habt, so beweist dies gewiss, dass ihr gelehrt und gebildet seid, aber es beweist noch nicht, dass ihr irgendetwas vom Leben versteht. Um das zu beweisen, müsstet ihr nämlich Beweise eures Verständnisses erbringen, und das wäre Gelassenheit, Selbstbeherrschung, Nachsicht anderen gegenüber und die Fähigkeit, eure Probleme zu lösen. Wenn ihr diese Beweise erbringt, so besitzt ihr die Wissenschaft des Lebens, selbst wenn ihr nichts gelesen habt und über keine Diplome verfügt. Also, das ist klar.

23. September 2009

Gott ist gegenwärtig in der gesamten Schöpfung, angefangen von den Steinen, in denen Er am extremsten begrenzt wird und wo wir Ihn berühren können, bis hin zur immateriellsten Substanz, zum Licht und noch jenseits davon. Ja, Er ist gegenwärtig in den Steinen, Pflanzen, Tieren, Menschen, Engeln, in allen himmlischen Hierarchien und noch darüber hinaus. Er hat Seine Glieder tief in die Materie hinabgesenkt, aber es gibt Regionen, in denen Er freier ist. In den dichtesten Formen der Materie kann Er sich nicht mehr rühren, aber in Seinem Reich ist Er absolut frei.
Gott ist frei, ja, aber außerhalb unserer Welt. Wenn Er in unsere Welt eintritt, ist er begrenzt. Deswegen haben die Leute nichts verstanden, wenn sie angesichts bestimmter Ereignisse entrüstet und voller Protest ausrufen: »Gott dürfte solche Dinge nicht zulassen!« Besäßen sie das wahre Wissen, so verstünden sie, dass Gott eben gerade nicht eingreifen kann. Auf der Erde ist Gott begrenzt und wir sind diejenigen, die Ihn begrenzen. Gott ist gleichzeitig begrenzt und unbegrenzt. Er ist begrenzt in unseren Herzen, aber im Herzen der Engel ist Er frei.

22. September 2009

Der Bauer weiß, zu welcher Jahreszeit er pflügen, säen, zurückschneiden und ernten muss. Aber auch jeder von uns muss lernen, entsprechend den Jahreszeiten zu arbeiten.
Salomon sagt im Buche Prediger: »Ein jegliches hat seine Zeit … Geborenwerden hat seine Zeit; Sterben hat seine Zeit, Pflanzen hat seine Zeit, Ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; Herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; Abbrechen hat seine Zeit, Bauen hat seine Zeit. (Koh/Pred 3,1-5)« Diese Worte betreffen nicht nur die physische Ebene und ihre Aktivitäten, man muss sie auch vom magischen und kabbalistischen Standpunkt aus interpretieren. Die Kabbala erklärt, wie man diese Zeit für jedes Ding festlegt und es ist eine ganze Wissenschaft. Es gibt im Laufe des Jahres, den Jahreszeiten entsprechend, mit den vier Elementen, den vier Himmelsrichtungen, den vier Erzengeln, den Edelsteinen, den Pflanzen und den ihnen entsprechenden Wesenheiten, eine innere Arbeit zu tun.

21. September 2009

Manchmal ist man erstaunt über die völlig wirklichkeitsfremde Vorstellung, die gewisse Personen von sich selbst haben; sie führt dazu, dass diese Personen nie verstehen, was ihnen zustößt. Es gibt nichts Wichtigeres, als die Erlangung einer guten Kenntnis seiner selbst, seiner guten und schlechten Eigenschaften, seiner Fähigkeiten und Schwächen. Dies ist die erste Voraussetzung für Erfolg, für harmonische Beziehungen zu den anderen Geschöpfen und ohne eine solche Selbstkenntnis kommt es unausweichlich zu Komplikationen und Zusammenstößen. Man kann sogar die Beobachtung machen, dass die meisten Unfälle und Tragödien, die auf der Welt geschehen, auf diesen Mangel an Selbstkenntnis zurückzuführen sind. Es besteht ständig die Gefahr, dass ihr euch über das täuscht, was ihr seid, was ihr darstellt und wozu ihr fähig oder unfähig seid. Das ist sehr schlimm, denn alle Gefahren lauern hier; alle eure Unternehmungen, Partnerschaften und Handlungen drohen zu scheitern, wenn ihr sie nicht auf der Grundlage einer klaren Kenntnis eurer selbst aufbaut.