Die neugierige und wagemutige Jugend hat keine Angst, sich in alle möglichen Erfahrungen zu stürzen, welche ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit schaden können. Und wenn die vernünftigeren Eltern oder andere Erwachsene versuchen, sie zurückzuhalten, bezeichnet die Jugend sie als eng, frömmlerisch, begrenzt und glaubt, sie wollten sie daran hindern, Erfahrungen zu sammeln dank derer sie das Leben kennen lernten.
Das Leben kennen lernen…Die Jugendlichen wissen nicht, dass es andere Erfahrungen zu machen gilt, um das wahre Leben kennen zu lernen. Oder wenn sie es wissen, so reicht es ihnen schon, dass andere diese Erfahrungen gemacht haben: Philosophen, Mystiker, Heilige… Sie bewundern und zitieren sie sogar, aber es ist ausgeschlossen, dass sie sie nachahmen. Sie ahmen lieber all jene nach, die sich die Finger verbrannt haben. Ist das vernünftig? Wäre es nicht besser, sich mit Zitaten zu begnügen, wenn es sich um alle möglichen jämmerlichen Abenteuer irgendwelcher Personen handelt, mit denen es ein schlechtes Ende nahm (die Literatur und die Geschichte sind voll von solchen Fällen und, zu versuchen, die Erfahrungen jener außergewöhnlichen Wesen zu leben, die uns den Weg des Himmels gezeigt haben?
Archive for Juli, 2009
Das Böse unterhält mit dem Guten genau die gleichen Beziehungen wie die Materie mit dem Geist. Genauso wie der Geist die Materie braucht, um sich zu manifestieren, genauso braucht das Gute das Böse, sonst schläft es ein, weil es durch nichts stimuliert wird. Das Böse stachelt das Gute an und dann projiziert sich das Gute auf die Materie des Bösen wie auf eine Leinwand. Dank des Bösen ist das Gute gut; ohne das Böse würden wir das Gute nicht kennen. Man möchte das Böse vernichten, aber dann wäre auch das Gute vernichtet. In bestimmten Fällen kann man sogar sagen, das Böse sei die Wurzel des Guten.
Das soll nun natürlich nicht heißen, man solle das Böse fördern; das Böse hat das nicht nötig, es ist schon so stark genug. Wir müssen nur wissen, dass es unvermeidlich ist und wir lernen müssen, es zu nutzen. Man kann sich nicht weiterentwickeln, man kann nicht zu einem höheren Wesen werden, wenn man nicht in Form von Hindernissen und Prüfungen mit dem Bösen zu tun hat. Freut euch also, ihr bleibt immer inspiriert und lebendig, ihr werdet immer angespornt, weil das Böse immer da sein wird. Ihr werdet immer Probleme haben, es wird immer Fliegen, Wespen, Schlangen und böse Leute geben und es ist eure Aufgabe, sie für das Gute zu benutzen.
Alles, was im Universum existiert, von den Steinen und Pflanzen, bis hin zu den Erzengeln und bis zu Gott, ja, alles, was im Universum existiert, existiert auch im Menschen. Selbst in unserem physischen Körper sind alle Elemente der Schöpfung gegenwärtig. Nichts fehlt und deshalb können wir bis in das Unendliche Fortschritte machen, nichts kann uns anhalten.
Um diese Fortschritte zu realisieren, muss eine Bedingung erfüllt werden: Wir müssen an unserer Materie arbeiten, an unserer psychischen, aber auch an unserer stofflichen Materie; wir müssen sie so lange reinigen, sie beweglich, formbar und vibrierend machen, bis sie in der Lage ist, die göttliche Welt auszudrücken. Dann werden wir eines Tages in Vollkommenheit das offenbaren, was wir in Wirklichkeit, in der göttlichen Welt, in unserem höheren Ich, sind.
Wenn ihr euch zu beobachten wüsstet, so würdet ihr feststellen, dass der größte Teil eures Gefühlslebens aus feinstofflichem Austausch besteht und dass dieser Austausch euch nährt. Wenn ihr am Morgen aus dem Haus geht, begegnet ihr Männern und Frauen, mit denen ihr befreundet seid, die euch sympathisch sind, oder die ihr bewundert. Ihr grüßt sie, sie grüßen zurück und ihr seid glücklich. Dieser Austausch geschieht mit Hilfe eures Herzens, eures Intellekts, eurer Seele und eures Geistes.
Ihr sagt, ihr hättet nicht wirklich die Gelegenheit, Männer und Frauen, die in euch solche Gefühle der Freundschaft oder Bewunderung auslösen, physisch zu treffen. Das macht nichts. Ihr könnt sie im Radio hören oder im Fernsehen sehen. Und da sind auch noch die Bücher, die ihr lest, die Musik, die ihr hört oder die Kunstwerke, die ihr betrachtet, und die euch begeistern. Ist das nicht auch ein Austausch mit anderen Geschöpfen? Durch ihre Meisterwerke geben euch die Künstler etwas und ihr gebt ihnen durch eure Bewunderung und Liebe etwas zurück. Natürlich sind viele von ihnen bereits gestorben, aber ihre Seele und ihr Geist, die diese Meisterwerke geschaffen haben, sind unsterblich und ihr kommuniziert weiterhin mit ihnen.
Das einzige Mittel, um unsere Freiheit zu erringen, ist, den Weg nach oben einzuschlagen. Und den Weg nach oben einschlagen bedeutet, uns in jedem Augenblick des Tages zu bemühen, den Willen Gottes zu erfüllen. Die Freiheit existiert nicht außerhalb der Fügsamkeit gegenüber Gott, jenen, den die Psalmen den Höchsten nennen, der Macht, Weisheit und Liebe ist.
Der Mensch glaubt frei zu werden, indem er sich bewusst oder unbewusst vom Schöpfer abtrennt. In Wirklichkeit wird er dadurch nur zum Sklaven niederer Wesenheiten, die daran interessiert sind, ihn zu verführen, um ihn beherrschen zu können – so wie es die Schlange tat, die Adam und Eva aus dem Paradies herausführte. Was die Schöpfungsgeschichte »die Schlange« nennt, ist eine symbolische Bezeichnung für eine ganze Kategorie böswilliger Wesen, die sich gegen Gott aufgelehnt haben und die die Menschen mit in ihre Rebellion hineinziehen wollten. Um unsere Freiheit wieder zu finden, müssen wir uns jetzt mit den lichtvollen Wesenheiten, die dem Herrn treu geblieben sind, verbinden. Sie werden uns helfen, den Weg zu den Gipfeln wieder einzuschlagen.
Die Segnung ist ein Ritual, durch welches Gegenstände und Wesen unter himmlischen Einfluss oder Schutz gestellt werden und sie nimmt in den religiösen Zeremonien noch heute einen wichtigen Platz ein. Natürlich kann man sich über ihre Wirksamkeit Fragen stellen. Diese hängt von demjenigen ab, der den Segen erteilt, und wenn ein Mensch gesegnet wird, dann auch von dem, der den Segen erhält.
Das Wort Segnung bedeutet: gute Dinge sagen, in dem Sinne, dass man Worte ausspricht, die Gutes bringen. Die wahre Segnung ist also ein Akt der weißen Magie, und derjenige, der diese Geste ausführt, muss rein, uneigennützig und Herr seiner selbst sein, sonst ist das Ganze nur ein Theater. Was den betrifft, der den Segen erhält, so muss er wenigstens empfänglich sein und den Wunsch hegen, sich zu verbessern und für das Gute zu arbeiten. Solange diese Bedingungen nicht erfüllt sind, nützt die Segnung nichts. Trotzdem ist es immer gut, dieses Ritual beizubehalten, in der Hoffnung, dass die Menschen eines Tages über seine Bedeutung bewusst werden und der Segen zu einem wirksamen Wort, zu einer wirksamen Geste wird.
Die Eingeweihten Indiens haben die Arbeit der Identifikation des Menschen mit Gott in der Formel »Ich bin Er« zusammengefasst. Dies bedeutet, dass nur Er, der Herr existiert; ich existiere nicht, oder nur als Sein Spiegel, Sein Schatten. Solange der Mensch nicht seine wahre Wirklichkeit kennt, identifiziert er sich mit dem physischen Körper, mit seinen Gefühlen und Gedanken, ohne zu wissen, dass sie nicht die wahre Wirklichkeit sind. Diese Unwissenheit hält ihn in Schwäche und Krankheit zurück.
Kein einziger Mensch existiert als getrenntes Geschöpf: Wir sind Teil des Herrn, der alleine eine eigene Existenz besitzt. Gott allein existiert und wir sind eine Projektion von Ihm. Wenn wir also sagen »Ich bin Er«, so verbinden wir uns mit Ihm, wir nähern uns Ihm, bis wir eines Tages so werden wir Er. Seit Jahrtausenden übermittelt uns die Geschichte Zeugnisse von Wesen, denen es gelungen ist, sich mit dem Herrn zu identifizieren; sie haben das Licht und die wahre Macht empfangen, sie haben die Ekstase gekostet.
Reich zu sein, sicher, wer wünscht sich nicht Reichtum? Nur ist es nicht wünschenswert, den materiellen Reichtum zu suchen, weil man dafür immer mehr oder weniger seine Nachbarn oder Konkurrenten ausschalten oder sogar Ungerechtigkeiten begehen muss. Die Erde ist begrenzt, der Raum ist begrenzt, die Ressourcen sind begrenzt; man bereichert sich also immer auf Kosten der anderen. Und ist nicht gesagt, dass man sich dadurch eines Tages wirklich erfüllt fühlen wird.
Sucht also nicht so sehr nach dem Reichtum im irdischen Bereich. Schaut zum Himmel, er ist so weit und unendlich groß! Aus ihm könnt ihr immer schöpfen, ihr werdet dabei in keiner Weise diese Unendlichkeit, diesen unerschöpflichen Ozean schmälern, ihr verletzt niemandes Interessen. Und wenn ihr euch einmal selbst bereichert fühlt, so werdet ihr nicht einmal ärmer, wenn ihr diesen spirituellen Reichtum an andere verteilt. Ihr lebt immer in der Fülle.
Meister Peter Deunov in Bulgarien bat uns, die Kerne der gegessenen Früchte nicht wegzuwerfen, sondern sie zu pflanzen. Und ich rate euch das Gleiche. Wenn ihr keinen Garten habt, so pflanzt sie, wo ihr eben könnt, das macht nichts. Wesentlich ist dabei, dass ihr bewusst werdet, dass ein Kern ein Geschöpf mit dem Bedürfnis ist, den lebendigen Keim, den es in sich trägt, zum Wachsen zu bringen. Es leidet, wenn es diesen Keim in seiner Schale gefangen halten muss und wenn der Keim zugrunde geht, weil er keinen günstigen Boden gefunden hat, obwohl er nur danach verlangte, weiterzuleben.
Natürlich werden nicht alle gepflanzten Kerne Bäume hervorbringen; das Hauptziel dieser Übung ist jedoch, euch immer bewusster darüber werden zu lassen, dass ihr innerlich andere Kerne zu pflanzen habt: Ideen, Gedanken, Gefühle. Wenn sie einmal Früchte tragen, so werdet ihr in der Fülle leben und obendrein noch viele andere Geschöpfe ernähren können.
Ihr trefft auf eine Schwierigkeit, eine Unannehmlichkeit, jemand hat euch gekränkt usw.; anstatt Gereiztheit oder Mutlosigkeit aufkommen zu lassen, versucht, euch der Macht des Lächelns zu bedienen.
Ihr sagt: »Die Macht des Lächelns? Was soll denn das sein? Sollen wir die anderen anlächeln?« Nicht unbedingt. »Aber was dann?« Selbst wenn ihr alleine seid, versucht zu lächeln, einfach so, um zu zeigen, dass ihr über allen Schwierigkeiten steht. Denkt daran, dass ihr in eurem tiefsten Inneren unverletzlich, unsterblich, ewig seid und schenkt euch, während ihr an einem Spiegel vorbeigeht, ein Lächeln. Vielleicht ist dieses Lächeln anfangs noch etwas krumm, aber das macht nichts, es ist bereits ein Anfang! Sobald ihr beschlossen habt, in euch eine gute Verfassung herzustellen, gelingt es euch besser, eure Unannehmlichkeit zu Überwinden.
