Jeder Mensch erhält bei seiner Geburt die Mission, ein Übermittler der himmlischen Wesen zu werden, damit durch ihn die göttliche Welt ihre Reichtümer auf die Erde gieße. Gerade die großen geistigen Meister sind Wesen, denen es gelungen ist, diese Mission zu erfüllen. Deshalb werden all jene, die das Bedürfnis haben, sich an den Quellen des wahren Lichts und der wahren Liebe zu erlaben, niemals müde ihnen zu folgen, sie zu bewundern und genauer zu erforschen.
Würden nur Menschen mit ihren Mängeln und Schwächen zu euch sprechen und euch unterrichten, so könntet ihr nicht viel lernen und hättet schnell genug, weil das Menschliche eben menschlich, also begrenzt und verderblich bleibt. Nur das, was im Unverderblichen gesät wird, trägt auch unverderbliche Früchte und das, was in uns unverderblich ist, ist unsere göttliche Natur. Sich mit dieser göttlichen Natur zu identifizieren ist den großen Meistern gelungen und sie ist es auch, die sie in allen Menschen zu erwecken suchen.
Archive for Januar, 2009
Um eine Flamme zu löschen, genügt ein kleiner Windhauch. Aber wenn ihr diese Flamme nährt, so wird der gleiche Windhauch, der sie hätte löschen können, sie so stärken, dass nichts ihr mehr widerstehen kann. Die Flamme ist ein Symbol des Geistes. Wenn ihr eurem Geist keine Nahrung gebt, wenn ihr ihn vernachlässigt, weil ihr angeblich Besseres zu tun habt, so wird seine Flamme derart schwach, dass irgendeine kleine Schwierigkeit sie löschen wird. Das passiert bei vielen Leuten! Sie schleppen sich dahin, essen, trinken und basteln, aber ihr Geist ist erloschen. Wohingegen andere die Flamme ihres Geistes durch Gebet, Meditation und innere Versenkung nähren und diese Flamme so stark wird, dass die Stürme des Lebens sie nur noch vergrößern. Ja, die gleichen Schwierigkeiten und Hindernisse, die die einen zu Boden drücken, stärken die anderen.
Ihr dürft nicht auf die Macht des Geistes zählen und euch sagen, dass er euch bei Schwierigkeiten schon helfen wird. Der Geist ist nur mächtig und kommt euch nur zur Hilfe, wenn ihr ihn nährt.
Ihr könnt nicht vorankommen, wenn ihr nicht von Zeit zu Zeit innehaltet, um euer Leben zu überprüfen. Dabei solltet ihr noch einmal eure Handlungen und Worte durchgehen, um euch eurer Fehler und Ungeschicklichkeiten bewusst zu werden. Natürlich werdet ihr dabei unerfreuliche Feststellungen machen; ihr seid traurig und schämt euch vielleicht sogar, aber das ist sehr gut, denn so werdet ihr euch bessern.
Damit die Unzufriedenheit jedoch nicht zur zerstörerischen Versessenheit wird, müsst ihr ein Gleichgewicht herstellen. Wie? Indem ihr mit den anderen zufrieden seid. Diese innere Haltung wird verhindern, dass ihr in einen negativen Zustand verfallt, der euch entmutigen oder sogar zur Verzweiflung bringen könnte. Sucht bei allen Menschen das Schöne und Gute; besonders bei jenen, die durch ihre Genialität, durch ihre Tugenden, zur Entwicklung der Menschheit beigetragen haben. Nehmt sie als Vorbilder, dann werdet ihr euch, noch während ihr eure Schwächen und Mängel feststellt, in die Zukunft versetzen. Ihr werdet euch sehen, wie ihr selbst all diese guten Eigenschaften besitzt, die ihr bei den anderen so schätzt und dadurch verliert ihr niemals den Mut.
Ganz offensichtlich fehlt es nicht an Ideen – es zirkulieren davon in der Welt alle möglichen Sorten. Aber, was sind das für Ideen? Wie man sich bereichern kann, wie man seinen Ehrgeiz befriedigt, wie man die anderen beherrscht, wie man sich amüsiert… Und die Menschen rennen diesen Ideen nach, ohne sich zu fragen, wo diese sie schlussendlich hinbringen werden. Sie wissen nicht, dass eine Idee eine magische Macht ist, die alle Teilchen unseres Wesens bestimmt, ausrichtet und organisiert. Unser gesamtes physisches und psychisches Sein hat die Tendenz, sich den Ideen, die wir in uns tragen, anzugleichen. Eine Idee taucht immer als Zentrum auf, als Gipfel, von wo aus sie herrscht und Befehle erteilt.
Also Vorsicht! Bevor ihr eine Idee annehmt, solltet ihr sie gut studieren, denn sie ist eine lebendige Wesenheit, die ihr gerade in euch hineinlassen wollt, und wenn sie sich einmal niedergelassen hat, seid ihr gezwungen, euch nach ihr zu richten, um sie zufriedenzustellen. Wenn ihr nicht in Sackgassen geführt werden wollt, so versucht, nur die edlen und lichtvollen Ideen zu akzeptieren.
Wenn ihr einmal beschlossen habt, den Weg des Lichts zu beschreiten, so sollt ihr, was auch geschehen mag, diese Richtung immer beibehalten. Alles andere könnt ihr ändern, aber gebt niemals eure göttliche Ausrichtung, euer hohes Ideal auf. Und vor allem solltet ihr verstehen, dass Beständigkeit nicht Unbeweglichkeit bedeutet.
Beständig zu sein bedeutet, seinen Verpflichtungen treu zu bleiben und trotz allem den Weg weiterzugehen. Und das ist schwierig, schwieriger als nett, freundlich, hilfsbereit, großzügig oder mutig zu sein. Wenn ihr euch in einer guten Verfassung befindet, versprecht ihr euch selbst, immer auf dem Weg des Lichts zu bleiben, auch wenn es schwierig würde. Aber einige Tage später seid ihr in einem anderen geistigen Zustand, in dem ihr euch nicht mehr an diese Vorsätze erinnert. Was denkt ihr, wie weit ihr damit kommt? Um Zugang zu den Mysterien zu erhalten, muss man wie der Eingeweihte des alten Ägyptens sagen können: »Ich bin beständig, Sohn des Beständigen, gezeugt und empfangen im Territorium der Beständigkeit.«
Eine Geste, eine Handlung ist in sich weder rein noch unrein. Rein oder unrein daran ist die Absicht, das Gefühl, der Wunsch, der ein Wesen veranlasst, diese Geste oder Handlung auszuführen. Reinheit bedeutet, sich bei allem, was man tut, innerlich erheben zu können, um die subtileren, lichtvolleren Elemente aufzufangen und auf diese Weise den anderen etwas Gutes zu bringen. Wenn in eurer Beziehung mit dem geliebten Mann oder der geliebten Frau dies nicht euer Hauptanliegen ist, so seid ihr in der Unreinheit, selbst wenn ihr euch, unter dem Vorwand rein zu bleiben, mit wenigen Zärtlichkeiten begnügt; die Wirkung ist dann die gleiche, als hättet ihr euch der Ausschweifung hingegeben.
Um es noch einmal klar zu sagen: Jeder Kontakt, jeder Austausch, der kein geistiges, göttliches Ziel, sondern nur egoistische Befriedigung vor Augen hat, erzeugt die gleichen Unreinheiten. Wenn ihr aber den aufrichtigen Wunsch hegt, den geliebten Menschen zu heiligen, zu erleuchten und ihm zu helfen, so reinigt dieser Wunsch ihn und euch selbst.
All jene, die sich für die Geisteswissenschaft interessieren und dabei hoffen, sie vermittle ihnen die Geheimnisse zur schnellen Lösung ihrer Geldprobleme und ihrer Schwierigkeiten im gesundheitlichen oder emotionalen Bereich, müssen diese Illusionen aufgeben. Die Spiritualität vollbringt nicht diese Art von Wundern, sie bringt nicht eure Angelegenheiten in Ordnung, aber sie gibt euch alle Gelegenheit, euch zu verwandeln. Wenn ihr wisst, wie ihr Jahre über Jahre mit Geduld und Beharrlichkeit daran arbeiten müsst, eure innere Welt zu ordnen, zu reinigen, zu erhellen und zu heiligen, dann werdet ihr eines Tages ein neues Wesen. Nicht nur die Menschen, sondern ebenso die gesamte Schöpfung werden fühlen, dass von euch ein Frieden, eine Harmonie, ein Licht und eine Liebe ausgehen, denen man nur selten begegnet. Das sind die einzigen Wunder, die ihr von der Spiritualität erwarten sollt.
Glaubt mir, was wirklich zählt, ist das gereinigte, erleuchtete Leben eines Menschen, der sich seines Daseinsgrundes auf Erden bewusst ist. Eines Tages wird diese an sich selbst ausgeführte Arbeit aus seinem ganzen Wesen einen Spiegel der göttlichen Welt machen.
Es ist sicher interessant, sich zu fragen, zu welcher Epoche dieser oder jener Teil des Alten oder Neuen Testaments geschrieben wurde, ob es einen oder mehrere Autoren gab, welches Vokabular man damals verwendete und wie es sich mit den benachbarten Sprachen vergleichen lässt. Aber diese Vorgehensweise, die darin besteht, dass man analysiert, gräbt und die Dinge auseinandernimmt, hinterlässt oft nur Staub und Asche. Das Verständnis der heiligen Bücher, wie der Bibel, der Veden, des Zend-Avesta und des Koran erfordert eine andere Form der Disziplin. Denn die Patriarchen und Propheten, die Eingeweihte waren, konnten sich dank einer Lebensdisziplin bis zur göttlichen Welt erheben. Diese Lebensdisziplin müssen auch wir annehmen, um ihnen nachfolgend, bis zu jenem Ort aufzusteigen, an dem sie ihre Offenbarungen erhielten. Es gibt keine anderen Methoden.
Wenn ihr also die Bibel lesen wollt, so beginnt damit, euch zu fragen, was ihr in eurem Leben verbessern müsst. Und macht euch keine Sorgen, wenn ihr nicht sofort alles versteht. Die zweite Regel ist, dass ihr euch in einen empfänglichen Zustand versetzen müsst, um den durch die Lektüre ausgelösten Bildern und Empfindungen die Möglichkeit zu geben, in eurem Unterbewusstsein zu arbeiten. Auf diese Weise werdet ihr beim wiederholten Lesen der Bibel oder anderer heiliger Bücher spüren, wie eine immer größere Klarheit in euch einzieht.
Wir erhalten täglich Botschaften von der göttlichen Welt. Aber wenn ihr euch am Morgen beim Erwachen unwohl fühlt, wenn euch alles unklar erscheint, obwohl euch ein Tagesprogramm erwartet, so habt ihr die für euch bestimmte Post nicht empfangen. Warum? Fragt euch, ob ihr euch nicht an etwas zwielichtigen Orten aufgehalten habt, an denen euch die himmlische Post nicht aufsuchen konnte.
Die himmlischen Postboten machen ihre Arbeit gut, aber sie bringen die für euch bestimmten Sendungen nur an reine, lichtvolle Orte. Wenn ihr euch aus Faulheit oder Unachtsamkeit in den niederen Schichten des Bewusstseins verirrt, an denen eure spirituellen Organe taub sind, dann empfangt ihr nichts. Bemüht euch also, wieder zum Licht aufzusteigen, um all die Post abzuholen, die sich während eurer Abwesenheit angesammelt hat. Denn ihr müsst wissen, dass nichts verloren geht. Die Geschenke und Botschaften, die an euch adressiert sind, warten auf euch; es liegt an euch, sie dort zu holen, wo sie hinterlegt wurden.
Selbst die kompliziertesten Apparate können uns keine Vorstellung davon vermitteln, was der Mensch ist. Er wird immer etwas mehr sein, als das, was man von ihm sehen kann. Deswegen kennt er sich selbst noch nicht und die Medizin kennt ihn auch nicht. Ja, die Medizin arbeitet an Wesen, die sie nicht kennt. Wie viele Mediziner haben noch immer die Tendenz, den Menschen als eine Maschine zu betrachten! Sie wissen nicht, dass er von Kräften und Wesenheiten bewohnt wird, von Intelligenzen, die in der Lage sind, in seinem Organismus Elemente herzustellen, die er vorher nicht besaß. Sie ignorieren, dass er jenseits seines physischen Körpers noch feinstoffliche Körper besitzt: den Äther-, Astral-, Mental-, Kausal-, Buddhi- und Atmanleib. Sie wissen nicht, was sein Wille und was sein Denken ist, und noch weniger wissen sie über seine Seele und über seinen Geist. Wie kann man sich dann vorstellen, dass sie die richtigen Methoden für seine Heilung zu finden wissen?
Um Kranke zu heilen, genügt es nicht, sich um ihren physischen Körper zu kümmern; man muss höher, in den feinstofflichen Ebenen jene Elemente und Wesenheiten berühren, von denen die reibungslose Funktion des physischen Körpers abhängt.
