Archive for Oktober, 2008

31. Oktober 2008

Höhe, Tiefe und Breite, diese drei Dimensionen entsprechen der Entwicklung des Menschen. Die Höhe ist mit dem Denken verbunden, die Tiefe mit dem Gefühl und die Breite mit der Aktivität. Man sollte also nicht von tiefen, sondern von erhabenen Gedanken sprechen und auch nicht von hohen, sondern von tiefen Gefühlen. Die Aktivität hingegen sollte breit und weit sein. Im Laufe seines Wachstums entwickelt sich der Baum nach und nach in diese drei Richtungen. Zuerst wächst aus dem Keim eine Wurzel, die sich in den Boden gräbt. Je länger die Wurzel ist und je tiefer sie sich eingräbt, desto höher kann der Baum wachsen und sich ausbreiten. Dann bildet sich der Stamm, der nach und nach an Höhe gewinnt. Wenn die Tiefe der Wurzeln und die Höhe des Stammes gesichert sind, breitet der Baum weit seine Äste aus.
Der Mensch muss wachsen und gedeihen wie ein Baum. Erst nachdem er seine Gefühle vertieft hat, kann er seine Gedanken erheben und wenn seine Gedanken erhoben sind, kann er seine Aktivität ausbreiten.

30. Oktober 2008

»Erkenne dich selbst«… Die Evolution des Menschen geht zwangsläufig über die Selbsterkenntnis. Aber die Erkundung der inneren Welt ist schwierig und nicht ohne Risiko. Gerade hier haben wir die Einweihungswissenschaft so nötig, weil sie uns lehrt, dass wir zuerst die dunklen Regionen der niederen Astral- und Mentalebene durchlaufen müssen, in denen ständig Illusionen und Irrwege lauern, bevor wir zu den hellen und lichten Ebenen des Bewusstseins, zur Kausal- Buddhi- und Atmanebene, gelangen.
Man kann die niederen Regionen mit Gebieten voller Staub und Nebel vergleichen. Dem Nebel entsprechen die groben Emotionen des Herzens und dem Staub die Verirrungen des Intellekts. Die Gefahr ist natürlich, dort stehen zu bleiben, weil der Staub und der Nebel eine klare Sicht verhindern. Um uns also wirklich selbst zu erkennen, müssen wir uns bemühen, diese unsicheren Regionen mit der Aussicht auf das Erreichen des geistigen Gipfels, unseres höheren Ichs, zu durchqueren.

29. Oktober 2008

Nach dem Tod, wenn er seinen physischen Körper verlässt, tritt der Mensch in die niedere Astralebene ein, wo er alle Ungerechtigkeiten und Leiden erlebt, die er den anderen angetan hat. Ihr fragt: »Und was ist, wenn man unbewusst und ohne es zu bemerken Böses getan hat?« In den Augen der kosmischen Intelligenz ist auch die Unbewusstheit nicht zu akzeptieren; übrigens ist ihr Ziel nicht Rache und auch nicht Bestrafung, sondern sie will den Menschen vor allem bewusst machen. Sie lässt ihn also selbst durch all das Leiden gehen, das er anderen angetan hat, damit er lernt, versteht und sich vervollkommnet.
Einige Geschöpfe durchlaufen diese niedere Astralebene sehr schnell, weil sie keine sehr schwerwiegenden Fehler begangen haben; andere bleiben und leiden dort eine lange Zeit. Wenn dieser Kurs beendet ist, betreten sie die höhere Astralebene, wo sie eine Freude und ein Glück erleben, das all dem von ihnen getanen Guten entspricht, denn sie müssen sich auch ihrer guten Taten bewusst werden. Wenn sie den anderen Mut, Hoffnung und Licht gegeben, wenn sie Glauben und Liebe erweckt haben, erleben sie genau diese Zustände.

28. Oktober 2008

Wem es gelingt, bis zum Verständnis der Werke Gottes aufzusteigen, der kann die Quintessenz aller heiligen Bücher wieder finden, denn die in ihnen enthaltenen Wahrheiten sind im Leben des Universums und in seinem eigenen Leben aufgezeichnet.
Gott selbst ist unzugänglich, unergründlich, jenseits allen Begriffsvermögens, aber Er hat in uns und in das von Ihm erschaffene Universum alle Elemente gelegt, die uns ermöglichen, Ihm näher zu kommen und einige Seiner Botschaften zu entschlüsseln. Die erste dieser Botschaften ist das Licht, da Er sich im Anbeginn der Welt durch das Licht offenbarte, als Er sprach: »Es werde Licht!« Wenn wir also hören wollen, wie Gott »spricht«, müssen wir das Licht suchen, denn durch das Licht wendet Er sich an alle Geschöpfe.

27. Oktober 2008

Man sagt, das Leiden erziehe die Menschen. Aber warum sind sie dann, seitdem sie leiden, nicht vernünftiger geworden? Im Moment, wo sie von den Qualen mitgerissen werden, nehmen sie sich vor, diesen oder jenen Fehler nicht mehr zu begehen; sie beten sogar zum Herrn, was sie sonst nie taten! Aber sobald die Dinge ein wenig in Ordnung kommen, vergessen sie schnell ihre guten Vorsätze. Ja, weil es nicht ausreicht, nur zu leiden. Solange sie nicht verstehen, warum sie leiden und was sie tun müssen, um nicht mehr zu leiden, fallen sie in die gleichen Schwächen und Fehler zurück und fangen wieder mit dem Leiden an.
Wer leidet braucht Licht, um über die Ursachen seines Leidens und über die Gegenmittel aufgeklärt zu werden und er braucht auch Liebe, um Stärkung und Ermutigung zu erfahren. Man kann die Menschen also nur von ihrem Leiden erlösen, wenn man versteht, ihnen gegenüber Weisheit und Liebe zu offenbaren.

26. Oktober 2008

Im Moment, wo ihr am Morgen erwacht, denkt an alle Lichtgeschöpfe, die zwischen Erde und Himmel auf- und absteigen. Der ganze Tag wird davon erleuchtet werden. Verbindet euch mit diesen Geschöpfen, betrachtet sie in eurem Herzen und in eurer Seele, dann könnt ihr euch nicht mehr mit einer prosaischen Existenz zufriedengeben, ihr werdet euch eurer Gedanken und Gefühle immer bewusster, um diese Wesenheiten in eurer Nähe zu halten.
Wer die Realität der erhabenen Regionen und der sie bevölkernden Wesen nicht kennt, der kann sich mit einem gewöhnlichen Leben zufriedengeben. Aber derjenige, der sie kennt, spürt, dass alles, was die Menschen gewöhnlich als wertvoll erachten, im Vergleich dazu fast nichts ist. Ja, selbst das Größte, was die Wissenschaft, die Kunst und die Philosophie zustande gebracht haben, verblasst. Man muss zumindest um die Existenz dieser, von vollkommenen Geschöpfen bewohnten Regionen wissen, um zu verstehen, wie wichtig es ist, sich ihnen zu nähern.

25. Oktober 2008

Geboren werden bedeutet, unter das Gesetz des Segens zu treten. Die Geburt ist die dem Menschen gegebene Möglichkeit, seine Fehler der Vergangenheit wiedergutzumachen und die in ihm verborgenen lichtvollen Fähigkeiten zu entwickeln.
Ein Kind kommt nur auf die Welt, weil ein Mann und eine Frau sich vereinigt haben, um sich zu lieben; diese Liebe lässt das Leben herbeikommen. Indem er geboren wird, erhält jeder Mensch Besuch von Gott. Ich weiß wohl, dass viele Kinder nicht wirklich Kinder der Liebe sind, aber ich spreche im Allgemeinen, ich bleibe bei den Prinzipien. Wenn Männer und Frauen sich begegnen und daran denken, Väter und Mütter zu werden, so stellen sie sich nicht als Erstes vor, ihr Kind werde die Frucht des Zufalls, das Resultat von Gewalt oder durch künstliche Befruchtung gezeugt sein. In der Tiefe seines Herzens und seiner Seele versteht jeder die Geburt als die natürliche Frucht der Liebe.

24. Oktober 2008

Zu Beginn lebten die Menschen isoliert, jede Familie verteidigte ihr kleines Revier; später bildeten sich Stämme, dann Nationen und die Gesellschaften funktionierten wie lebende Organismen; man kann sagen, sie erreichten das physiologische Stadium. Die Menschheit wurde also ein riesiger Organismus, in dem jeder für alle und alle für jeden arbeiten. Das nennt man »Handel« und diese Situation ist offensichtlich ein Fortschritt.
Aber jetzt ist es nötig, dass man weitergeht und für eine menschliche Bruderschaft arbeitet: Dies beinhaltet die Liebe und das Bewusstsein der tiefen Verbindung, die zwischen den Wesen besteht. Es ist das psychologische Stadium. Solange die Beziehungen, die die Menschen miteinander unterhalten auf Eigeninteresse gegründet bleiben, wird trotz all der dadurch möglichen Gewinne ihr Leben ohne Sinn bleiben und sie werden das Gefühl haben, dass ihnen etwas fehlt. Den Sinn finden sie nur, wenn es ihnen gelingt, eine brüderliche Haltung zu kultivieren, das heißt, wenn sie verstehen können, dass sie mit den anderen nur das Beste, das sie besitzen, teilen sollten.

23. Oktober 2008

Wenn eure persönlichen Interessen, das heißt euer Komfort, euer Wohlbefinden, euer Ruf in Gefahr sind, müsst ihr geduldig sein; und nicht nur geduldig sein, sondern dem Himmel danken, für die Gelegenheit, eure Intelligenz zu zeigen.
Doch was sieht man überall? Man sieht Leute, die unbewegt zusehen, wie die Kräfte des Bösen an anderen ihr Zerstörungswerk vollbringen, die aber eine ganze Armee mobilisieren, sobald ihre eigenen Interessen auf dem Spiel stehen könnten. Dafür werden sie eines Tages streng verurteilt werden. Die göttliche Justiz wird ihnen vorwerfen: »Ihr habt euch gegen die kleinsten Ungerechtigkeiten, die euch widerfuhren, aufgelehnt und seid gleichzeitig ungerührt vor all den Abscheulichkeiten gestanden, die anderen zugefügt wurden; in gewisser Weise habt ihr also daran teilgenommen.« Und es wird ihnen nichts nützen, wenn sie in einem Versuch der Rechtfertigung sagen: »Das wusste ich nicht.« Man muss wissen.

22. Oktober 2008

Wenn sie sich nervös fühlen oder kurz davor sind, die Geduld zu verlieren, gehen manche Personen aus dem Haus und sagen, sie würden »eine Runde drehen« oder »frische Luft schöpfen«. Etwas warnt sie, dass die Situation explosiv würde, wenn sie nicht den Platz wechselten. Manchmal genügt es, ein Glas Wasser zu trinken oder ein Stück Obst zu essen, um seinen inneren Zustand zu verändern. Ja, den Platz wechseln ist eine ganze Wissenschaft für sich.
Wie oft lasst ihr euch von harmlosen Unannehmlichkeiten aus der Fassung bringen! Es wäre einfach, sie loszuwerden, wenn ihr den Platz wechseln würdet. Und es gibt so viele Arten den Platz zu wechseln! Den Platz wechseln kann auch bedeuten, euch ganz bewusst die Hände zu waschen und euch dabei auf ein Wort zu konzentrieren: Licht… Harmonie… Schönheit… Liebe… Streicht anschließend mit euren Händen über euren Kopf und über eure Ohren und wascht sie dann noch einmal. Wenn nötig, könnt ihr das mehrmals wiederholen. Ihr werdet euch erleichtert fühlen, denn alles, was auf euch lastete, geht über eure Fingerspitzen weg.