Zu allen Zeiten haben Menschen die Tiere zu Symbolen der bei ihnen vorherrschenden Eigenschaften und Qualitäten gemacht. Man findet sie in allen Religionen und in zahlreichen Einweihungsriten. Manche von ihnen sind sehr bekannt, wie die Schlange, der Fisch, die Biene, die Taube, die Katze, die Kuh, der Esel, der Ochse, der Wolf… Andere, wie der Igel, sind es weniger.
In einigen Traditionen ist der Igel eines der Symbole des Eingeweihten, weil er selbst für den Biss einer Schlange unverwundbar ist. Er ernährt sich von Schnecken, die die Gärten zerstören, das bedeutet, dass er die boshaften Larven der Astralebene verscheucht. Zudem stellen seine Stacheln Spitzen dar, die der Eingeweihte benutzen kann, um die von schlechten Gedanken und Gefühlen gebildeten Fluida aufzulösen. Deshalb gibt es Einweihungen, wo man den Schüler »Igel« nennt, wenn er siegreich aus den Prüfungen, die das Gift darstellen, hervorgegangen ist.
Archive for September, 2008
Der Erzengel Michael herrscht über den Herbst. Wenn der Herbst kommt, trennt der Erzengel Michael die Frucht vom Baum. Mit seinem Schwert durchtrennt er alle Verbindungen. Aber diese Trennung muss im richtigen Augenblick geschehen, genau wie bei der Geburt eines Kindes. Das Kind ist wie eine Frucht, die sich von seiner Mutter, dem Baum trennt und diese Trennung muss zu einem genau bestimmten Zeitpunkt erfolgen; man darf die Nabelschnur nicht vorzeitig durchschneiden.
Genau so entreißt der Erzengel Michael, wenn der Zeitpunkt dafür gekommen ist, die menschliche Seele ihrer Hülle, dem Körper; und in gewisser Weise wird auch die Seele wie die Frucht im Speicher eingelagert, das heißt in einem geschützten Ort der unsichtbaren Welt, wo der Hausherr über sie wacht. Später wird sie wie der Same, wie der Kern erneut ausgesät, gepflanzt, das heißt auf die Erde geschickt, um sich dort zu verkörpern. Ein weiteres Mal beginnt für sie der Winter: Sie wird leiden und sich mit Wehmut an den Ort erinnern, den sie verlassen hat, wo Frieden und Licht herrschten. Aber sie wird arbeiten und Früchte bringen und an die glücklichen Tage denken, da sie in ihre himmlische Heimat zurückkehren kann.
Wenn es sich nur um einige Personen handelt, dann ist es einfach sich zu versammeln, gute Beziehungen zu haben und sich zu verstehen, denn im Allgemeinen haben Menschen die Gewohnheit, sich dort in Gruppen zusammenzufinden, wo sie einander ähnlich sind. Aber was für Schwierigkeiten treten auf, wenn es darum geht, dass alle Länder, alle Nationen der Erde zusammenleben sollen! Seit Jahrhunderten, Jahrtausenden, bekämpfen sie sich mit ihren unterschiedlichen Visionen von der Welt, mit ihren unterschiedlichen Religionen, politischen und wirtschaftlichen Systemen, mit ihren unterschiedlichen Traditionen. Wie soll man sie harmonisieren? Dafür braucht man eine umfassende Wissenschaft.
Ihr folgt der Lehre der Universellen Weißen Bruderschaft und ihr glaubt, es genüge, euch miteinander zu treffen und gute brüderliche Beziehungen aufrechtzuerhalten. Oh nein, das genügt nicht! Selbst wenn ihr einige Hundert, einige Tausend seid, reicht dies nicht. Das Ziel unserer Lehre ist nicht, einige Personen zu versammeln, sondern alle Völker zu vereinen. Wenn ihr hierherkommt, dann sollt ihr daran denken, dann sollt ihr daran arbeiten, indem ihr herauszufinden versucht, was ihr tun könnt, damit sich diese Philosophie der Universalität verbreitet.
Ihr entscheidet euch, Einkehr zu halten… Zwei, drei Wochen oder einen Monat lang hilft euch die geistige Atmosphäre, in die ihr getaucht seid, euch wieder zu finden. Ihr fühlt ein Gleichgewicht, Frieden, der Sinn eures Lebens erscheint euch klarer usw.
Aber diese Periode geht unvermeidlich zu Ende und ihr werdet von der nüchternen Realität eingeholt. Das, was ihr im strahlendsten Licht erlebt hattet, verblasst. Das ist unvermeidlich, vor allem, wenn ihr nicht schon über eine gewisse Erfahrung mit geistiger Arbeit verfügt. Aber ihr müsst euch anstrengen, um jedes Mal die Wohltaten einer solchen geistigen Einkehr länger zu bewahren. Sagt euch also: »Ich weiß, dass es unabwendbar ist, in das nüchterne Leben zurückzukehren, aber ich muss in mir die lichtstrahlenden Erfahrungen, die ich gemacht habe, in kostbarer Erinnerung behalten, sie sind es, die mich an dem Tag beschützen werden, an dem Mutlosigkeit und Schwierigkeiten auf mich zukommen. Was immer auch erscheint, ich werde nicht nachgeben, ich werde nicht fallen, ich werde mein Feuer, meine Begeisterung und meine Hoffnung nicht verlieren.«
Es reicht nicht aus, die Menschen oder die Dinge zu sehen, um sie zu kennen. Kennt man die Erde, weil man sie sieht? Überhaupt nicht. Man weiß nichts von all ihren Labors und den unzähligen Arbeitern, die dort wirken. Kennt man das Wasser, weil man es trinkt, die Luft, weil man sie atmet und das Licht, weil es in unsere Augen eindringt? Nein, denn das ist nur der körperliche Aspekt. Die Sonne selbst ist vor allem als eine Quelle des Lichts und der Wärme bekannt, aber das ist sehr wenig in Vergleich zu dem, was wir nach unserer Bestimmung von ihr kennen sollten. Jesus hat gesagt: »Das ist aber das ewige Leben, dass sie Dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen« (Jh 17,3). Ihr werdet euch fragen, wie man den Herrn kennen kann. In Wirklichkeit handelt es sich nicht um eine objektive Kenntnis, denn wir sind von Ihm nicht getrennt. Aber um Ihn zu erkennen, müssen wir die Intensität unserer Schwingungen erhöhen, damit wir die entsprechende Wellenlänge finden und uns so mit Ihm identifizieren können. Denn die Erkenntnis ist nichts anderes als eine Anpassung, eine Vereinigung mit dem Wesen, das man erkennen will, also eine Harmonie der Schwingungen.
Wegen des gigantischen Fortschritts, den die Wissenschaft verwirklicht hat, glauben viele Wissenschaftler, Denker und Philosophen, dass sie die Religion, die ihrer Meinung nach das menschliche Wesen nur verdummt, ersetzen könnte. Die Religion durch die Wissenschaft ersetzen, …warum nicht? Ich bin damit einverstanden, aber unter der Bedingung, der Wissenschaft eine andere Dimension zu geben und ihr Forschungsfeld auszuweiten.
Nichts hinderte die Wissenschaft und die Religion daran, zwei Sichtweisen derselben Realität darzustellen, wobei die Wissenschaft die körperliche Welt und die Religion die geistige Welt zum Gegenstand hat; denn der Mensch ist gemacht, um gleichzeitig in diesen beiden Welten zu leben. Dazu hätte man sich aber des zweifachen Aspekts der Realität bewusst sein müssen und nicht den einen zu Lasten des anderen bevorzugen sollen. Doch genau das haben die Menschen des Abendlandes während der letzten Jahrhunderte getan: Entweder haben sie die Wissenschaft im Namen der Religion abgelehnt oder sie haben die Religion im Namen der Wissenschaft zurückgewiesen. Sie haben nicht verstanden, dass die Wahrheit darin bestand, beide in harmonischer Weise aufeinander abzustimmen. Das Universum ist nämlich eine Einheit.
Die Evolution ist das Gesetz des Lebens. Alles muss sich entwickeln, selbst die Gesteine. Sie entwickeln sich sehr langsam, aber sie entwickeln sich, denn es gibt im Gestein eine Kraft, die arbeitet, um alle in ihm enthaltenen Qualitäten und Tugenden zum Vorschein zu bringen. Die Edelsteine, die Edelmetalle sind die am höchsten entwickelten Gesteine und besitzen wohltuende Kräfte. Auch die Pflanzen entwickeln sich und je weiter sie entwickelt sind, umso mehr erzeugen sie nahrhafte und heilsame Blüten und Früchte. Das Gleiche gilt für die Tiere und die Menschen. Und es ist auch wahr für unseren Planeten und für das gesamte Sonnensystem.
Alles muss fortschreiten, sich verbessern. Daher kommt es dort, wo dieses Gesetz missachtet wird, zu Zerstörungen. Ganze Menschheiten, Welten, Konstellationen sind verschwunden, weil sie sich dem Gesetz der Evolution entgegengestellt haben. Versucht also dieses Gesetz ernst zu nehmen: Euer ganzes Leben wird dadurch verwandelt und ihr schafft euch eine großartige Zukunft.
Bemüht euch, an der Arbeit mit dem Licht Geschmack zu finden; nicht nur dem Licht der Sonne, sondern auch dem unsichtbaren Licht, das die ganze Schöpfung durchdringt, denn nur das Licht ist in der Lage, in euch die Ordnung wieder herzustellen, all eure Zellen in Harmonie schwingen zu lassen, eure Gesundheit wieder herzustellen. Sowohl auf der körperlichen Ebene als auch auf der seelischen Ebene verfügt das Licht über die größte Macht. Natürlich ist es vielleicht nicht die schnellste Methode, aber ihre Auswirkungen sind endgültig.
Denkt an das Licht mehr als an jede andere Sache im Leben, denn durch seine äußerst subtilen Schwingungen bringt es uns der Welt des Geistes näher. Denkt jeden Tag, zumindest während einiger Minuten nur an das Licht und an nichts anderes. Es wird wie ein Strahl von reinen Teilchen sein, der euch durchdringt; und dieser Strahl wird so mächtig werden, dass er alle Geschöpfe auf der Erde berührt, um ihre göttliche Natur zu erwecken.
Damit die Schöpfung für euch beredt, lebendig und sinnerfüllt wird, ist es notwendig, ihre Sprache zu erlernen. Euer ganzes Leben soll diesem Ziel zustreben: in Verbindung mit der Natur und ihren Bewohnern zu treten. Bewohner gibt es überall: im Wasser, in der Luft, in der Erde, dem Feuer, den Bergen, den Bäumen, der Sonne, den Sternen… überall! Sie grüßen uns, sie geben uns Zeichen. Aber wer sieht sie?
Und wer sieht auch, dass die Natur eine lichtstrahlende Substanz ist? Dass Strahlen sie durchdringen, deren Schönheit und Farben keine Sprache beschreiben kann…? Bereitet euch vor, in diese unermessliche Welt mit all eurer Achtung, eurem Verständnis und eurer Liebe einzutreten, damit ihre Bewohner euch akzeptieren, damit sie euch helfen und unterstützen. Ihr bewohnt diese Welt bereits, ihr bewegt euch in ihr, aber ihr müsst sie noch eurem Bewusstsein eröffnen, indem ihr den Schleier lüftet, der euch daran hindert, sie zu sehen.
Hört dem Geiger zu, der seine Geige stimmt. Er muss mit absoluter Präzision vorgehen und darf sie weder höher noch tiefer stimmen als den Grundton, nach dem alle anderen Instrumente gestimmt sind. Tut er dies nicht, wird er nicht im Orchester aufgenommen.
Man kann den Menschen mit einem mehrsaitigen Instrument vergleichen oder auch mit einem mehrstöckigen Gebäude, in dem nebeneinander verschiedenartige Mieter leben. Diese Mieter, die sich selten einig sind, kommen einer nach dem anderen, um ihre Meinung zu sagen. Unsere erste Aufgabe ist es daher, innerlich klarzusehen und dann den Grundton zu suchen, um von ihm aus alle Saiten unseres Instruments oder alle Mieter unseres Gebäudes zu harmonisieren. Diesen Ton können wir nur finden, wenn wir uns bemühen, den Gipfel, die göttliche Welt, zu erreichen.
