Archive for März, 2008

31. März 2008

Sich auf eine großartige, göttliche Unternehmung einzulassen und fähig zu sein, sie ohne zu straucheln bis zum Ziel fortzusetzen, ist eine der seltensten Eigenschaften. Deshalb ist eine Gemeinschaft, eine spirituelle Bruderschaft nötig, ja sogar unverzichtbar, damit die Menschen sich gut weiterentwickeln können. Sie gibt ihnen die besten Bedingungen, um in ihren Anstrengungen beharrlich zu bleiben.
Ihr seid inspiriert von einem Buch, das ihr gelesen habt und ihr beschließt, eure Lebensweise zu verbessern und einige Übungen zu machen; aber wenn ihr alleine seid, werdet ihr nach einer gewissen Zeit sicher eure Anstrengungen unterbrechen, weil euch nichts mehr stimuliert. In einer Gemeinschaft, einer spirituellen Bruderschaft hingegen, werdet ihr, selbst wenn ihr müde, entmutigt seid und alles aufgeben wollt, von der Stimmung und vom Beispiel der anderen beeinflusst und aufs Neue mitgerissen. So setzt ihr eure Arbeit fort.

30. März 2008

Die Alchimisten sagen, um Gold herzustellen müsse man als Ausgangspunkt, gleich einem Samen, wenigstens ein Goldatom besitzen, denn in der Natur kann sich nichts ohne einen Samen fortpflanzen. Der alchimistische Prozess ist also ähnlich wie das Wachstum oder die Vermehrung eines Samenkorns. Ein Weizenkorn ergibt zunächst eine Ähre, aber eines Tages entsteht daraus ein ganzes Weizenfeld! Genauso kann sich für den, der das Geheimnis kennt, ein Goldkorn bis zur Unendlichkeit »vervielfältigen«. Auch wir besitzen dieses Goldkorn, diesen göttlichen Keim, den der Schöpfer uns geschenkt hat. Da Er ihn uns nun einmal geschenkt hat, hat nichts und niemand die Macht, ihn uns wegzunehmen und wir können ihn auch durch nichts verlieren. Aber es ist an uns, bewusst zu werden, dass dieser Keim existiert und ihn zu erwecken, zu beleben, damit er sich zu einem Baum, zu einem Tempel, zum Neuen Jerusalem, zum Christuskind, entwickelt. So viele Bilder und Symbole haben bereits dazu gedient, diese Tatsache zu vermitteln! Alle Menschen besitzen diesen Samen. An dem Tag, an dem sie wissen, wie und wo sie ihn suchen müssen, um mit ihm zu arbeiten, werden die Worte »Leben« und »Auferstehung« einen wirklichen Sinn für sie erhalten.

29. März 2008

Wenn man wirklich das Bedürfnis hat, von den anderen verstanden und geschätzt zu werden, so ist es besser, die, von denen man diese Wertschätzung erhalten möchte, sorgfältig auszuwählen. Ihr sagt: »Ach, das wissen wir.« Seid ihr da so sicher? Seid ihr sicher, dass ihr niemals irgendetwas entgegen Güte und Gerechtigkeit tut, um die Anerkennung und den Beifall der Leute auf euch zu ziehen?
Wenn ihr bei Spott und Kritik mitmacht, was tut ihr dann? Im Grunde eurer selbst wisst ihr genau, dass diese Spöttelei und Kritik oft sehr übertrieben wird, aber um den anderen zu gefallen, um sie zum Lachen zu bringen, gebt ihr euren Beitrag dazu. Ja, und im Bereich der Kunst und auch in der Politik; wie viele schaden sich da selbst, um Erfolg zu haben! Sie trachten nicht danach, von den Weisen geschätzt zu werden, das ist uninteressant, denn die sind so gering an der Zahl! Da hätten sie nur ein ganz mageres Publikum oder nur sehr wenige Wäh-
lerstimmen. Aber lohnt es, für diese Art von Erfolg sich selbst zu schaden?

28. März 2008

Die Wälder, Berge, Seen und Meere, alles, was wir in der Natur sehen, ist nur ihre äußere Hülle, ihr physischer Körper. Wir müssen uns bemühen, darüber hinauszugehen, um ihren ätherischen Körper mit seinen Schwingungen, Ausstrahlungen und Strömungen zu entdecken.
Aber in Wirklichkeit genügt es nicht, sich nur mit dem ätherischen Körper der Natur zu befassen, man muss noch weitergehen. Das ist es, was man die Schüler in den Einweihungen der Antike lehrte: »den Schleier der Isis zu heben«. Die Göttin Isis ist in der ägyptischen Religion die Gemahlin von Gott Osiris. In dieser großen weiblichen Gestalt haben die Eingeweihten ein Symbol der ursprünglichen Natur gesehen, aus der alle Wesen und Elemente der Schöpfung hervorgegangen sind. Diese für den gewöhnlichen Menschen undurchdringliche Natur ist für die Eingeweihten zum wichtigsten Studienobjekt geworden. Sie wollen sie kennenlernen und bemühen sich zu diesem Zweck, alle von ihr erzeugten Lebensformen, durch die sie sich offenbart, zu verstehen.

27. März 2008

Es gibt immer etwas Neues zu lernen, immer Anstrengungen zu machen; unter dieser Bedingung bleibt man jung und lebendig.
In der heutigen Zeit entstehen in den reichen Industrieländern Krankheiten, die früher unbekannt waren und dies trotz der riesigen Fortschritte in der Medizin. Warum? Und warum leiden so viele Menschen unter Depressionen, Ängsten und nervlichen Störungen? Weil die Menschen, obwohl sie arbeiten, immer ein komfortables Leben, voller Leichtigkeit und Vergnügen, zum Ideal haben. Doch in der Natur steht das Programm eines leichten Lebens nirgends geschrieben. Der Komfort, die Leichtigkeit, die Suche nach Vergnügen bringen Keime von Krankheiten in den Menschen hinein und zerstören das Leben selbst. Die Zellen werden faul, sie scheiden keine Unreinheiten mehr aus, sie lassen sich vergiften und der Organismus verliert seine Widerstandfähigkeit. Misstraut dem Komfort, der Leichtigkeit und den Vergnügungen, vertreibt dieses Ideal aus eurem Kopf, denn in Wirklichkeit trägt es den Tod in sich.

26. März 2008

Ihr hättet gern, dass man euch liebt, ihr seid unglücklich, weil ihr findet, dass man euch nicht oder nicht genug liebt! Aber ihr solltet verstehen, dass ihr durch diese Haltung nur immer noch unglücklicher werdet. Wie soll man jemanden lieben, der überall mit einem langen Gesicht herumläuft und die anderen vorwurfsvoll anblickt, als wären sie an seinem Unglück schuld? Nehmen wir einmal an, ihr würdet wirklich nicht geliebt werden. Einverstanden, es ist ein großes Unglück, wenn man nicht geliebt wird. Aber das größte Unglück ist, selbst nicht lieben zu können. Wer nicht liebt, der unterzeichnet sein eigenes Todesurteil. Nun, was hindert euch daran, zu lieben? Ihr seid frei. Ihr könnt die anderen nicht dazu zwingen, euch zu lieben, das hängt von ihnen und nicht von euch ab; aber selbst zu lieben, hängt nur von euch ab.
Bemüht euch, den ersten Schritt zu tun, auf die anderen zuzugehen. Wartet nicht, dass immer sie beginnen, weil ihr glaubt, ihre Liebe verdient zu haben. Liebt, dann werdet ihr glücklich. Wenn die anderen in euch dieses Glück spüren, das durch eure Liebe entsteht, dieses Glück, das sich durch ein Licht und durch eine Wärme offenbart, dann werdet ihr sehen, dass auch sie beginnen, euch zu lieben.

25. März 2008

Alles, was existiert, ist lebendig – natürlich in zu unterschiedlichen Graden – und das Leben ist dadurch charakterisiert, dass es immer neue Ausstrahlungen hervorbringt. Selbst das Metall einer Halskette, eines Ringes oder einer Uhr, die ihr tragt, schwingt jeden Morgen anders als am Vortag. Wenn ihr wirklich sensibel genug wärt, könntet ihr spüren, dass es in der Bewegung der winzigsten Teilchen, aus denen die Materie besteht, einen Unterschied gibt. Warum? Weil diese Gegenstände mit den Strömungen im Kosmos in Verbindung stehen, die sich unablässig erneuern. Ihr spürt es nicht und glaubt deshalb, es gäbe keinen Unterschied, aber in Wirklichkeit bleibt nichts nirgends das Gleiche.
Auch die Sonne ist neu, wenn sie am Morgen aufgeht. In der Sonne gibt es ein richtiges Leben: Ströme, Strahlungen, Ausbrüche… Wenn es also Veränderungen in der Sonne gibt, wie sollten sich diese Veränderungen nicht durch das gesamte Sonnensystem hindurch auf die Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine und auch auf die Metalle auswirken?

24. März 2008

Von welchem Land spricht der Psalmist, wenn er sagt: »Ich werde wandeln vor dem Herrn auf der Erde der Lebendigen«? (Ps 116,9). In Wirklichkeit ist diese Erde der Lebendigen ein Bewusstseinszustand, und in gewisser Weise ist es auch unsere Erde, es sind die ätherischen Regionen unserer Erde. Denn die Erde ist nicht nur das, was wir von ihr sehen, sie ist auch eine feinstoffliche Welt, auf der die Lichtwesen, die Engel und Gottheiten leben.
Selbst Jesus befindet sich auf jener Erde, er hat sie nicht verlassen, denn er sagte: »Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende« (Mt 28,20). Natürlich hat er die physische Erde verlassen, aber er lebt auf der lebendigen, lichtvollen, göttlichen, ätherischen Erde. Wenn es einem Menschen hier auf unserer Erde gelingt, sich zu reinigen, sich geistig zu erheben, dann beginnt auch er auf dieser Erde der Lebendigen zu leben, er tritt in Kontakt mit den großen Meistern, mit den Engeln, mit den Gottheiten, mit Christus.

23. März 2008

Ein in die Erde gelegtes Samenkorn ist vergleichbar mit einem im Grab eingeschlossenen Geschöpf. Wenn der Engel der Wärme kommt, weckt er es mit den Worten: »Steh nun auf, komm heraus aus deinem Grab!« Und schon beginnt dieses verschüttete Leben sich zu regen: Ein kleiner Stängel bricht das Samenkorn entzwei und es entsteht ein Trieb, aus dem eines Tages ein wunderschöner Baum wird. Dies ist die Auferstehung.
Um aufzuerstehen, muss man das Grab öffnen, und allein die Wärme öffnet die Gräber. Mit der Wärme ist die Liebe gemeint. Wer viel Liebe, viel selbstlose, geistige Liebe in seinem Herzen trägt, der öffnet das Grab seiner Zellen. Solange seine Zellen nicht belebt und angeregt werden, bleiben sie inaktiv und er kann all seinen inneren Reichtum nicht erkennen. Aber nach dieser Auferstehung, nach dem Erwachen seiner Zellen, erweitert sich sein Bewusstsein; durch alles, was er fühlt und erlebt, bewegt er sich in einer anderen Dimension, der Dimension des Geistes.

22. März 2008

Während des Winters konzentriert der Erzengel Gabriel die Energien im Samenkorn. Aber wenn der Frühling kommt, werden sie von Erzengel Raphael befreit. Um sie zu befreien, lässt er zunächst das Samenkorn sterben, damit alles, was es enthält, herauskommen und zu Wurzeln, Stängeln, Ästen, Blättern, Blüten und Früchten werden kann. Die Früchte werden neue Samenkörner erzeugen. Bis dahin war das Samenkorn ein starres, gelähmtes, stagnierendes Geschöpf und dies vielleicht sogar seit Tausenden von Jahren, die es auf die richtigen Bedingungen warten musste.
Das Samenkorn scheint tot zu sein, ein wenig wie die Leiche in einem Sarg. Aber im Frühling, wenn die Wärme zurückkommt, ist überall, wo es Samenkörner gibt, Auferstehung. Jedes ist wie ein kleines Grab, das sich öffnet, der Erzengel Raphael macht sich an die Arbeit, der Stein wird weggerollt und der Keim sprießt hervor. Die Ursache für diese Auferstehung ist die Wärme der Sonne.