Archive for Januar, 2008

31. Januar 2008

Weil sie nicht viel darüber wissen, glauben die meisten Leute, man könne einfach alles Mögliche über die Spiritualität und über die Spiritualisten sagen. Nein! Bei jemandem, der keinerlei Licht in seinem Gesicht hat, ist es klar: Er ist spirituell unterernährt, weil er nicht wusste, in welchem inneren Restaurant er sich ernähren soll. Ihr sagt: »Ja, aber wenn er betet und meditiert, wenn er aufrichtig, nächstenliebend, bescheiden und seiner Frau treu ist?« Er kann all das sein, aber wenn von ihm keinerlei Helligkeit ausstrahlt, so weiß er sich innerlich nicht zu ernähren. Wie kommt es, dass von all seinen Tugenden nichts an ihm sichtbar wird?
Wenn ich aber einem strahlenden Menschen begegne: Was immer man mir auch über ihn sagt, werde ich doch denken: »Dieser da hat das Geheimnis des spirituellen Lebens. Von ihm möchte ich dieses Geheimnis lernen, denn er ist eine Sonne, eine sprudelnde Quelle!«

30. Januar 2008

»Darum sollt ihr vollkommen sein, wie eurer Vater im Himmel vollkommen ist« (Mt 5,48). Vor zweitausend Jahren hat Jesus diesen Satz ausgesprochen, aber haben die Christen wirklich versucht, ein wenig von dieser Vollkommenheit ihres Himmlischen Vaters zu verwirklichen? Sie zeigen sich immer noch gierig, schwach, neidisch, rachsüchtig, jähzornig und sinnlich. Die Lehren, die man ihnen seither hat zuteil werden lassen, waren also nicht ausreichend, um sie zu verändern, sie brauchen daher eine Ergänzung. Einige werden sagen: »Wie bitte? Wir haben doch alles, alles ist in den Evangelien!« Ja, das ist richtig, aber habt ihr die Evangelien auch verstanden? Hat man euch die Tiefe der in ihnen enthaltenen Wahrheiten gezeigt? Nein, man hat sich damit begnügt, einige Brocken aus ihnen herauszuholen, die man übrigens oft nicht richtig zu interpretieren wusste.
Es stimmt, dass in den Evangelien alles enthalten ist, aber in den Köpfen der Christen ist nicht alles enthalten, weil sie weder die Erklärungen noch die Methoden bekommen haben, um die Evangelien zu befolgen.

30. Januar 2008

Wir haben zwei Arten von Kenntnissen: diejenigen, die uns wirklich gehören, weil wir sie tatsächlich gekostet und erlebt haben, und diejenigen, die uns in gewisser Weise fremd sind, weil sie theoretisch und angelesen bleiben. Wer sich mit theoretischen Kenntnissen zufrieden gibt, kommt in der nächsten Inkarnation so unwissend und begrenzt wieder, als hätte er nie etwas gelernt. Während der bescheidenste und unauffälligste unter den Menschen, der daran gearbeitet hat, das im Bereich der Tugenden Erlernte in die Tat umzusetzen, mit Fähigkeiten wiederkommen wird, die es ihm erlauben, sich als wirklich intelligent und weise zu offenbaren.
Jede Kenntnis, die ihr erfahren und erlebt habt, bleibt für immer in eurem Besitz. Auf welchem Planeten ihr auch eines Tages wohnen werdet, ihr nehmt sie mit euch. Aber alle theoretischen Kenntnisse, die in Wirklichkeit nur geliehenes Wissen darstellen, werden ausgelöscht und bleiben für euch verloren.

29. Januar 2008

Ihr habt euch daran gewöhnt, eure inneren Zustände – seien sie auch noch so negativ – zu ertragen. Warum? Wenn ihr ein psychisches Unwohlsein verspürt, so konzentriert eure Gedanken darauf und durchdringt es mit Licht und Wärme. Auf diese Weise wird es euch gelingen, die Teilchen eures Astral- und Mentalkörpers* zu harmonisieren und ihr werdet nach wenigen Minuten eine Besserung feststellen.
Das Denken ist eine noch unbekannte Macht, aber um Resultate zu erzielen, müsst ihr euch darin üben, es zu konzentrieren, damit es in euren psychischen Organismus eindringt und dort die negativen Elemente neutralisiert. Die Konzentration der Gedanken ist eine der großen Regeln des spirituellen Lebens. Setzt sie in die Praxis um, dann werdet ihr ihre Wirksamkeit entdecken.

28. Januar 2008

Begebt euch nicht in eine Beziehung nur aufgrund einer Anwandlung von Sympathie oder, wenn ihr es tut, wisst, was euch erwartet. Denn anschließend wird es nichts nützen, wenn ihr euch überall über diese oder jene Person beklagt und dabei sagt: »Sie hat mich enttäuscht… sie hat mich betrogen… ich hätte nie geglaubt, dass sie mir das antun könnte.«
Wollt ihr lieben und geliebt werden? Das ist völlig normal! Aber wisst wenigstens, wie ihr eure Beziehungen auswählt und vor allem wie ihr sie erhaltet. Um sie zu erhalten, gebt besonders acht auf das, was ihr sagt. Manchmal genügen ein paar negative Worte, um ein jahrelanges gutes Verhältnis zu zerstören. Achtet sorgfältig auf die kleinsten Worte, die ihr aussprecht, denn jedes dieser Worte hinterlässt Spuren.

27. Januar 2008

Durch Meditation und Gebet lernen wir, mit den höheren Regionen zu kommunizieren und die subtilsten Teile unserer Seele zum Himmel zu schicken, damit sie uns bei ihrer Rückkehr neue, geistigere Elemente bringen, die wir bis dahin nicht besaßen. So wird es uns gelingen, über uns selbst hinauszuwachsen, anstatt ewig die gleichen Fehler, die gleichen irrtümlichen Verhaltensweisen oder die gleiche Mittelmäßigkeit zu wiederholen.
Wenn die Tiere sich nur wenig weiterentwickeln, so deshalb, weil ihnen diese Fähigkeit, die die Menschen besitzen, fehlt. Seit Jahrtausenden reproduzieren sie sich immer in identischer Weise und wenn sie sich weiterentwickeln, so vor allem dank ihres Kontaktes zu den Menschen. Der Mensch hingegen hat diese Fähigkeit, sich in die göttlichen Regionen zu versetzen und zieht damit reinere, lichtvollere Elemente an. Auf diese Weise gelingt es ihm, sich zu übertreffen, sich selbst zu erschaffen und grandiose Werke zu verwirklichen. Dies nennt man Evolution.

26. Januar 2008

In der Familie, in der Gesellschaft, muss jeder Funktionen ausüben und Rollen spielen und sich dabei seiner Verantwortungen bewusst sein. Aber gleichzeitig darf er auch nie vergessen, dass alles in dieser Welt vergänglich ist und dass diese Rollen nur Übungen sind, die die kosmische Intelligenz für die Menschen vorgesehen hat, um sie dazu zu drängen, sich zu vervollkommnen. In diesem Sinne kann man sagen, dass die Erde gleichzeitig eine Schule und eine Theaterbühne ist. Man muss die Übungen so eifrig und so gut wie möglich ausführen, aber dennoch seine Rolle nicht zu ernst nehmen, das heißt, sich nicht daran klammern, als gäbe es nichts Wichtigeres und als müsse diese Situation ewig andauern.
Was würde man über einen Schauspieler sagen, der sich auch hinter der Bühne noch für König Lear, für Napoleon oder für Scheherazade* hielte? Nun, die Menschen neigen dazu, gerade dies zu tun, vor allem jene, die ehrenvolle Posten haben. Sie identifizieren sich mit ihrer Funktion und vergessen, dass sie nur sehr kurze Zeit auf der Bühne stehen. Die Eingeweihten hingegen vergessen dies nie. Sie sind sich der vergänglichen Natur ihres Aufenthaltes auf der Erde und ihrer zu spielenden Rolle bewusst, deshalb handeln sie immer voller Klarheit, Maß und Selbstlosigkeit.

25. Januar 2008

Ihr trefft ständig unglückliche und gepeinigte Männer und Frauen. Was für Möglichkeiten habt ihr, ihnen zu helfen? Ihr werdet mitfühlen, mit ihnen leiden… Aber selbst wenn sie gerührt sind, zu sehen, dass ihr ihrem Unglück gegenüber nicht gleichgültig bleibt, was wird ihnen euer Mitleid wirklich bringen?
Ihr könnt den anderen nur dann helfen, wenn ihr euch angewöhnt, jeden Tag ein Land aufzusuchen, in dem es Reichtum, das heißt Liebe, Licht und Freude in Fülle gibt. Und dieses Land ist die göttliche Welt. Wie können arme, beunruhigte, freudlose Menschen den anderen helfen? Ihr müsst zu Gott gehen, um alle Nahrung für Herz und Seele zu finden. Danach könnt ihr sie um euch herum verteilen und, durch euer Beispiel, den anderen beibringen, das Gleiche zu tun.

24. Januar 2008

Die wenigen Gebets- und Meditationsminuten vor den Mahlzeiten schaffen die Bedingungen, damit die Ernährung zu einer heiligen Handlung wird. Warum also verliert sich diese Angewohnheit nach und nach, sogar bei den Christen? Aber, egal ob ihr Christen seid oder nicht, versucht zu verstehen, dass es wichtig ist, euch vor dem Essen einen Moment zu sammeln, damit euch bewusst wird, wie wichtig alle eure Gesten während der Mahlzeit sind und damit ihr sie die ganze Zeit über beherrschen könnt.
Die Beherrschung der Gesten ist eine Bedingung für die Beherrschung der Gedanken und Gefühle. Bewahrt also die Stille während einiger Sekunden vor jeder Mahlzeit, verinnerlicht die Wichtigkeit dieser für das Leben so unverzichtbaren Handlung und betrachtet die Nahrung mit Respekt. Legt in eure Gesten eine solch außergewöhnliche Geschmeidigkeit, Harmonie, Sanftheit und Liebe, dass dies sich in euch widerspiegeln wird. Danach werden euch eure alltäglichen Aufgaben viel leichter von der Hand gehen!

23. Januar 2008

Warum ist es für die Menschen so schwierig, zusammen zu leben? Weil sie für einander nicht die geringste Aufmerksamkeit und keinen Respekt haben. Deshalb ist das Leben in der Gemeinschaft eine großartige Gelegenheit, sich weiterzuentwickeln und sein Bewusstsein zu erweitern. Wer ein Leben als Einzelgänger führt, der kann egoistisch und launenhaft sein, es gibt niemanden, für den er sich die Mühe machen muss, sein Verhalten zu beobachten und zu verbessern. Sobald er aber mit anderen zu tun hat, muss er enorme Anstrengungen unternehmen!
Man erkennt einen entwickelten Menschen an seinem Bewusstsein, einem Ganzen anzugehören, das viel größer ist als er und für das er achtsam ist, um nicht durch seine Handlungen, seine Gedanken, seine Gefühle, seinen inneren Lärm, die Harmonie zu stören. Ihr fragt: »Was denn für ein innerer Lärm?« Jeder Lärm ist das Resultat einer Dissonanz. Der Lärm, den wir innerlich durch unsere Gefühle, Qualen und Widerstände erzeugen, stört die psychische Atmosphäre. Wer solch einen Lärm macht, weiß nicht, dass er damit auch sich selbst schadet, denn eines Tages wird dieser Lärm in ihm als psychische oder sogar als körperliche Störung sichtbar.