Morgen beginnt das neue Jahr und wenn ihr einander begegnet sagt ihr: »Gutes neues Jahr… Glückliches neues Jahr.« Ja, aber das Jahr wird nicht unbedingt neu für euch, nur weil der Kalender euch sagt, dass ein neues Jahr begonnen hat. Der Kalender ist eine Sache und ihr seid eine andere.
Wenn ihr wollt, dass das neue Jahr wirklich neu für euch wird, dann betrachtet es als ein lebendiges und reiches Wesen, das große Geschenke bringt. Und um diese Geschenke empfangen zu können, müsst ihr innerlich viele Plätze vorbereiten. Macht Inventur in eurem Kopf, in eurem Herzen, um alle möglichen alten Dinge hinauszuwerfen, die sich dort angesammelt haben. Ja, es ist Zeit für eine große Säuberungsaktion. Man muss dem neuen Jahr innerlich einen Platz bereitet haben, noch bevor es gekommen ist.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Archive for Dezember, 2007
Die Wege des Lebens sind mit einem riesigen Labyrinth vergleichbar, in dem wir ständig Gefahr laufen, uns zu verirren. Wenn wir sie in der Hoffnung beschreiten wollen, eines Tages den Ausgang zu finden, müssen wir bestimmte Regeln, die uns die großen Meister geben, kennen und anwenden.
Derjenige, der die einfachsten Wege sucht, die am besten zu seinen egoistischen Wünschen und Launen passen, übertritt die göttlichen Gesetze und kann sich nur verirren. Warum? Weil, sobald er sich gehen lässt und die Gesetze übertritt, die ganze Natur dazu beiträgt, ihn in die Irre zu führen. Es ist, als hätte er einen Magneten in sich angebracht, der ihn jedes Mal dazu drängt, die falsche Richtung zu wählen. Wer hingegen in Harmonie mit den göttlichen Gesetzen handelt, der wird immer in die richtige Richtung gezogen und die ganze Natur ist bereit, ihn zu unterstützen und aufzuklären.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
In einem Land, das angegriffen wird, organisieren sich die Widerstandskämpfer in Netzwerken, sie ändern ihre Namen und haben Passwörter, damit sich nur die wiedererkennen, die gemeinsam für die Freiheit kämpfen wollen, und so werden sie am Ende siegen. In gleicher Weise haben die Kinder Gottes alle Mittel, sich gegenseitig zu erkennen und gemeinsam zu arbeiten, um das Licht siegen zu lassen.
Wenn viele Menschen auf der Erde beschlossen haben werden, diese Arbeit zu unternehmen, dann wird das göttliche Leben sich wie reine Wellen über die ganze Menschheit ergießen. Das wird natürlich viel Zeit brauchen, aber die Zeit ist unwichtig. Man muss mit der Arbeit beginnen; es ist die Arbeit der Söhne und Töchter Gottes. Die Söhne und Töchter Gottes denken nur daran, das Leben zu verbessern, es rein, lichtvoll, schön und reichhaltig zu gestalten, um es zu verteilen, zu verbreiten und alle daran teilhaben zu lassen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Die Meditation ist eine Aktivität, die uns an die Grenze zweier Welten stellt: der Welt über uns und der Welt unter uns. Von dieser durch uns besetzten Zwischenregion aus setzen wir durch unsere Gedanken Elemente, Kräfte und Wesenheiten in Bewegung.
Wer meditiert, ist also kein passives Wesen, sondern ein Wesen, das etwas bewirkt. Durch seine Gedanken kann er aufbauen oder zerstören, die Dinge organisieren oder durcheinander bringen; wenn er nicht aufgeklärt und nicht intelligent ist, wird er sie natürlich mehr stören als ordnen. Ob er es weiß oder nicht, physisch und chemisch ist er dabei, Kräfte und Elemente für das Gute oder für das Böse, für den Aufbau oder für die Zerstörung zu verschieben. Gebt also acht auf den Zustand, in dem ihr euch befindet, während ihr beschließt zu meditieren. Bemüht euch immer, der in Gedanken ausgeführten Arbeit ein lichtvolles Ziel zu setzen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Folgende Geschichte habe ich vor langer Zeit gelesen. Eines Tages schickten Eingeweihte ihre Jünger auf eine verlassene Insel, damit sie sie urbar machten und bewirtschafteten. »Wenn ihr eure Aufgabe erledigt habt, wird eine Glocke läuten und euch unser Kommen ankündigen«, sagten sie. Die Jünger machten sich sofort an die Arbeit und bald wurde diese Insel ein wahres Paradies. Aber die Glocke läutete nicht. Sie unternahmen weitere Arbeiten, aber es war immer noch nichts zu hören. Lange dachten sie nach und plötzlich ging ihnen ein Licht auf: Sie hatten nicht daran gedacht, einen Altar für die Gottheit zu errichten. Sofort bauten sie einen und noch im Moment seiner Fertigstellung läutete die Glocke. Die Eingeweihten zogen feierlich heran und setzten den Jüngern ein leuchtendes Pentagramm auf die Stirn als Symbol der spirituellen Tugenden.
Diese Geschichte lehrt uns, dass, um welche irdische Verwirklichung es sich auch handelt, der Mensch seine Aufgabe erst vollendet hat, wenn in seinem Inneren der Altar des Herrn errichtet ist. Das heißt, wenn es ihm gelungen ist, die fünf Tugenden des Pentagramms, Liebe, Weisheit, Wahrheit, Güte und Gerechtigkeit, zu offenbaren.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Wir haben eine bestimmte äußere Erscheinung, die bewirkt, dass man uns als diesen oder jenen erkennt. Bei bestimmten physischen Formen kann man sich nicht täuschen. Aber innerlich haben wir die Fähigkeit, uns mit allem, was existiert, zu identifizieren. Und gerade dies tun wir übrigens mehr oder weniger unbewusst den ganzen Tag: Etwas in uns identifiziert sich durch Nachahmung ständig mit allem, was wir berühren, sehen und hören. Man muss also vorsichtig sein!
Jeden Tag sollten wir einige Augenblicke innehalten, um uns zu fragen, mit wem oder was wir uns gerade identifizieren. Denn früher oder später werden wir wie die Wesen und Dinge, mit denen wir uns identifizieren. Da Jesus sagte: »Ihr seid das Licht der Welt« (Mt 5,14), müssen wir uns mit dem Licht identifizieren, um eines Tages wirklich zu diesem Licht zu werden.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Der Schüler einer Einweihungslehre hat die Aufgabe, seinen spirituellen Körper, dank dem er zum zweiten Mal geboren wird, aufzubauen. Er besitzt die Idee: das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit, die Vollkommenheit, die himmlische Harmonie. Nun muss er nur noch die Materialien ansammeln, um das Gebäude zu errichten. In Wirklichkeit ist es so, dass die Materialien automatisch kommen, wenn nur die Idee da ist, versteht ihr?
Sobald ihr die Idee, den Plan habt und ihn ausbreitet, zieht er vom Kosmos alle Elemente an, die sich den Richtlinien dieses Planes folgend verteilen werden. Eure Aufgabe ist vor allem, den Plan innig in eurem Herzen, in eurer Seele zu tragen und alle eure Aktivitäten nach diesem Plan auszurichten. So wird sich innerlich euer spiritueller Körper bilden, der Glorienleib, der Christusleib. Das, was man als zweite Geburt bezeichnet, ist die durch den Menschen bewirkte Entwicklung des Lichtkörpers, der es ihm erlaubt, auf der spirituellen Ebene zu leben und zu handeln.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Durch die von den Christen übermittelte Philosophie Jesu konnte sich das Gefühl der Brüderlichkeit in der westlichen Welt entwickeln. Aber die Situation ist noch lange nicht ideal. Nicht nur, dass sich die Kirche viel zu oft auf die Seite der Mächtigen geschlagen hat. Aber all diese Dogmen, all diese kirchlichen Hierarchien, all der Pomp der Zeremonien, glaubt ihr, Jesus könnte sich darin wiedererkennen?
Stellt euch vor, er käme an einem Weihnachtsabend auf die Erde… Er beträte großartig geschmückte Kirchen und sähe dort Priester in prunkvollen Gewändern, die Geburt eines kleinen, halbnackten Kindes feiern, vor einer Menschenmenge, die das Ende der Messe erwartet, um endlich essen, trinken und sich amüsieren zu können. Und beim Herausgehen träfe er in den Straßen viele hungernde und frierende Männer und Frauen. Ich stelle also nur die Frage: Würde Jesus sich in diesem Christentum wiedererkennen? Ist er dafür gekommen?
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Ihr tragt alle die Wahrheit in euch selbst und wisst es nicht. Die Wahrheit ist eine irgendwo sehr tief in eurem Unbewussten verborgene Welt. Scheinbar wisst ihr nichts darüber, bis zu dem Moment, wo ihr einen Satz lest, ein Wort hört, eine Begegnung macht, durch die der Funke springt. Deswegen ist es für euch so wichtig, euch Wesen zu nähern, die diesen Funken in euch erzeugen. Vor einigen Minuten fühltet ihr euch noch unwissend und kurze Zeit später entdeckt ihr, dass ihr in Wirklichkeit wusstet. Wie viele unter euch haben diese Erfahrung schon gemacht!
Das beweist, dass die gehörte oder gelesene Wahrheit in euch eine Erinnerung wachruft – die Reminiszenz aus einer fernen Vergangenheit. Die Wahrheit, die zu euch von außen kommt, und die Wahrheit, die in euch erwacht, gehören zur gleichen Welt. Es sind zwei Schwesterseelen der gleichen Region und von gleicher Essenz. Sie verschmelzen, vermischen sich und schwingen gleichzeitig. Deswegen sagt ihr: »Oh! Aber das wusste ich ja bereits!«
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Gott hat uns geschaffen, Er ernährt uns und erhält unser Leben. Wir können also nicht außerhalb von Gott existieren und kein Geschöpf ist wirklich von Ihm unabhängig. Das Gefühl der Unabhängigkeit, das manche haben, ist nur in ihrem Bewusstsein. Es ist einem Menschen tatsächlich möglich, die Verbindung, die ihn mit dem Schöpfer vereint, zu ignorieren oder willentlich zu unterbrechen. Aber er geht dann nach und nach dem spirituellen Tod entgegen.
Manche werden sagen: »Aber Gott ist im Himmel und wir auf der Erde sind so weit von Ihm entfernt!« Nein, das ist kein Argument, denn die Realität der Verbindung mit Gott hängt von unserem Bewusstseinszustand ab. Gott ist im Himmel, aber warum sollten wir, während wir jetzt in diesem Moment hier auf der Erde leben, nicht auch mit Ihm im Himmel sein? Ja, zu diesem Bewusstseinszustand muss jeder gelangen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
