Archive for September, 2007

30. September 2007

Das menschliche Wesen ist aus dem Schoß des Ewigen hervorgegangen, wo es in Fülle und Glückseligkeit lebte. Es wollte unabhängig sein, um zu handeln und zu erschaffen, aber da es ihm noch nicht gelungen ist, seinen Taten und Schöpfungen die beste Form zu geben, leidet es. Heißt das nun, dass der Mensch gar nichts mehr tun soll? Nein, er muss handeln. »Ja, aber er wird leiden!« Natürlich wird er leiden, aber er wird dabei lernen, sich zu vervollkommnen; und wenn er einmal weiß, wie er arbeiten soll, wird er nicht mehr leiden.
Die Leiden, die wir in diesem Leben ertragen müssen, sind die Folge von Fehlern, die wir in unseren früheren Leben begangen haben. Das, was die Hindus »Karma« nennen, ist also nur die Anwendung des Gesetzes von Ursache und Wirkung auf das menschliche Schicksal. Wer weder wirklich klar sehend noch wirklich uneigennützig ist, kann keine wahrhaft harmonische Handlung zustande bringen: Er tastet sich vorwärts. Diese tastenden Versuche sind immer von Zusammenstößen und Schlägen begleitet, aber man lernt dabei.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

29. September 2007

Seit Jahrtausenden schütten alle möglichen boshaften Wesenheiten im Universum zerstörerische Kräfte aus. Diese Energien haben sich angesammelt und ein Ungeheuer geformt, welches die Überlieferung den »Drachen« nennt. Mutige, von Selbstlosigkeit erfüllte Wesen haben nie aufgehört, einen erbarmungslosen Kampf gegen ihn zu führen, aber bis jetzt gelang es keinem, ihn zu besiegen. Allein der Erzengel Michael, der Genius der Sonne, jene lichtvollste Kraft Gottes, ist fähig, dieses Egregore niederzuzwingen; mit Hilfe seiner Armee wird er das verwirklichen, was seit Jahrtausenden so viele Seelen von Gott erflehen. Sein Einschreiten wurde in der Apokalypse und in anderen heiligen Büchern vorhergesagt. Deshalb müssen wir uns mit dem Erzengel Michael verbinden, ihn um seinen Schutz bitten und um die Möglichkeit mit ihm zusammenzuarbeiten, um zu seinem Sieg beizutragen.
Die Kinder Gottes, welche zu denen gezählt werden, die am Kampf des Erzengels Michael teilgenommen haben, werden den Kuss des Feuerengels empfangen, und dieser Kuss wird sie nicht verbrennen, sondern erleuchten.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

28. September 2007

Anstatt sich der bedeutenden Rolle bewusst zu werden, die sie in der Schöpfung zu spielen haben, anstatt am Werk des Schöpfers mitzuwirken, gehen die Menschen wie Tiere aufeinander los und zerfleischen sich. Ja, weil die Tiere in Wirklichkeit immer noch in ihnen weiterleben und zwar in Form von unbeherrschten Instinkten, als Aggressivität, Besitzgier, Sinnlichkeit, usw.
Wenn die Menschen gelernt haben, nach Außen hin zivilisiert zu erscheinen, heißt das noch nicht, dass sie sich auch ihrer tierischen Triebe entledigt hätten. Manchmal ist hinter der liebenswürdigen Erscheinung von jemandem der lächelnd zu euch sagt: »Guten Tag, wie geht es Ihnen? Welche Freude, Sie zu sehen!« ein wildes Tier, das sich auf euch stürzen möchte, um euch zu verschlingen. Und befindet ihr selbst euch nicht manchmal in einer ähnlichen Einstellung? Die Tiere sind in den Gedanken, den Gefühlen, den Wünschen gegenwärtig und unsere Arbeit ist es, sie zu zähmen, bis sie bereit sind, mit uns an der kosmischen Harmonie mitzuwirken.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

27. September 2007

Die kosmische Intelligenz hat Gesetze aufgestellt, die wir alle für eine gute Weiterentwicklung kennen und respektieren sollten. Einige denken nun: »Wenn wir uns alle nach den gleichen Normen richten, werden wir dann nicht alle ähnlich, wie Serienware?« Nein, macht euch keine Sorgen, ihr werdet alle verschieden bleiben; da ihr nicht das gleiche Temperament, die gleichen Fähigkeiten und die gleichen Eigenschaften habt, werdet ihr euch nicht alle zu den gleichen Methoden hingezogen fühlen.
Schaut zum Beispiel wie viele verschiedene Yogaarten die indischen Meister ihren Schülern anbieten: Radja Yoga, die Selbstbeherrschung; Karma Yoga, das selbstlose Handeln, die Entsagung; Hatha Yoga, die Körperbeherrschung; Kriya Yoga, die Arbeit mit dem Licht; Laya Yoga, die Entfaltung der Kundalini-Energie; Bhakti Yoga, der Weg der Hingabe; usw. Als Schüler können wir also verschiedene Yogas praktizieren, aber alle diese Yogas haben richtig verstanden dasselbe Ziel: uns zu lehren, wie wir uns dem göttlichen Prinzip nähern können.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

26. September 2007

Das göttliche Prinzip in uns nennen wir »höheres Selbst« und dieses ist unser wirkliches Selbst. Dieses wahre Selbst ist immer höher als wir, und wir können es nur finden, indem wir uns ständig in höhere Regionen projizieren. Deshalb kann das Bild der Sonne als Symbol des Geistes sich auch günstig auf unser inneres Leben auswirken.
Die Sonne lehrt uns, die Kraft des Geistes zu nutzen, um an uns selbst eine Arbeit der Erneuerung zu vollbringen. Sobald wir uns entschließen, uns nur noch auf den Geist, jene in uns wohnende göttliche Wesenheit, unser höheres Selbst, zu verlassen, setzen wir einen ganzen Prozess in Gang. Als würden sie magnetisch angezogen, kommen Elemente und Kräfte aus dem Raum auf uns zu und wirken auf uns. Dieser Erneuerungsprozess ist für jeden möglich, aber unter der Bedingung, dass er zuerst die Materie vorbereitet – seine eigene Materie, auf die diese Elemente und Kräfte einwirken werden.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

25. September 2007

Die Presse, das Radio und das Fernsehen machen alle so viel Aufhebens um den materiellen Erfolg. Aber warum misst man jenen, die Erfolg haben, die sich bereichern, die große Geschäfte machen, so viel Bedeutung zu? Ich sage nicht, dass sie nicht interessant seien, aber indem man so viel Wert auf den Erfolg jener Leute legt, nährt man bei anderen, weniger Begünstigten ständig das Gefühl, sie seien gering, unbedeutend und unwichtig. Dies zieht natürlicherweise Eifersucht, Groll und Hass nach sich und daraus ergeben sich so viele Schwierigkeiten in der Gesellschaft!
Auch für all die Leute, die da in den Himmel gehoben werden, ist es nicht gut, weil sie dann meinen, sie seien auf dem Gipfel angelangt und unverletzlich, während doch jederzeit ein Absturz möglich ist. Würde man sich entschließen, den Menschen zu zeigen, dass die Entfaltung ihres inneren Reichtums viel wichtiger ist, würde es der Gesellschaft besser gehen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

24. September 2007

Zweifellos werden wir es nie erreichen, denselben Überblick über das Universum zu haben wie der Schöpfer, aber wir sollten unser Möglichstes tun, um uns dem anzunähern. Das einzige Mittel, um dahin zu gelangen ist, uns von der Schwere und den Begrenzungen der Erde zu lösen. Wir müssen Abstand gewinnen von der Welt, die wir jeden Tag vor Augen haben und uns durch Meditation und Kontemplation auf jenen Gipfel erheben, von dem aus wir die Ganzheit der Struktur erkennen und die bei der Schöpfung bestimmenden Gesetze entdecken können.
Solche Erfahrungen sind in gewisser Weise vergleichbar mit jenen der Astronauten nach einer Raumfahrt. Ab diesem Moment haben sie eine ganz andere Sicht von der Erde und dem Universum. Nun besitzt aber jeder Mensch in sich selbst eine Entsprechung zu den Fahrzeugen, mit denen die Astronauten den Raum bereisen und das sind seine feinstofflichen Zentren und Körper. Wenn er daran arbeitet, sie zu entwickeln, dann werden sie es ihm ermöglichen, mit den spirituellen Realitäten in Kontakt zu treten, genauso wie er durch die fünf Sinne mit der materiellen Welt in Kontakt tritt.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

23. September 2007

Auf dem Grund eines Flusses hörte eine Klasse von kleinen Fischen ihrem Lehrer zu, der die Gefahr der Angelhaken erklärte. Dann zeichneten alle mehrere Angelhaken, um sie auch erkennen zu können. Einer von ihnen, den diese Lektion langweilte, schlich sich aus der Klasse davon, um spazieren zu gehen. Plötzlich sah er einen kleinen Wurm im Wasser zappeln und da er langsam Hunger hatte, stürzte er sich auf ihn, um ihn zu fangen. Doch schon fühlte er, wie etwas gewaltsam in seinen Gaumen eindrang. Indem er kämpfte, gelang es ihm zu entkommen, aber in welchem Zustand! Er kehrte ganz beschämt zur Schule zurück, ging zum Lehrer und versprach, in Zukunft aufmerksamer zu sein.
»Ach«, sagt ihr, »das ist eine Geschichte für die Kinder«. Ja, aber wie viele Erwachsene sind nicht vernünftiger als dieser Fisch! Sie tun alles nach ihrem Kopf und glauben, dass sie ohne die Lehren der Weisen auskommen. Mit dieser Mentalität laufen sie Gefahr, von allen möglichen »Angelhaken« aufgespießt zu werden – nur: Werden auch sie die Chance haben zu entkommen?
Omraam Mikhaël Aïvanhov

22. September 2007

Am 22. September tritt die Sonne in das Zeichen der Waage und eröffnet damit eine neue Phase. Die Früchte fallen von den Bäumen und das Getreide wird verlesen, um verspeist zu werden oder es wird aufbewahrt, um später als Saat einen neuen Zyklus zu beginnen.
Diese Arbeit der Trennung, der Auslese, welche in der Natur stattfindet, betrifft nicht nur die Vegetation: Sie betrifft auch das menschliche Wesen, sein Schicksal. Wie die Frucht sich vom Baum und der Kern oder der Same sich von der Frucht trennt, so trennt sich eines Tages die Seele vom Körper. Der Körper ist die Hülle der Seele, und die Seele ist der Same, welcher oben, im Himmel gesät wird. An dem Tag, an dem die Frucht des Menschen reif ist, muss er nicht mehr zur Erde fallen wie das Samenkorn einer Pflanze, sondern er wird davonfliegen zum Himmel.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

21. September 2007

Auf was reduziert sich die Hauptbeschäftigung der meisten Menschen? Darauf, sich ihre Existenz und ihre Unterkunft zu sichern, eine Familie zu haben und etwas zu verdienen, um auch diese ernähren und unterbringen zu können. Nun, egal was sie darüber denken, sie tun nichts anderes als ein tierisches Leben zu führen. Ja, denn alle Tiere tun das Gleiche! Wodurch sind sie denn Menschen? Ihre Existenz entzieht sich fast ganz ihrem Willen, ihrem Bewusstsein: Sie werden geboren, sie wachsen heran, sie vermehren sich, dann werden sie schwächer und sterben dahin. Sie sind für nichts, was mit ihnen geschieht verantwortlich, sie lassen alles über sich ergehen.
Die wahre menschliche Existenz beginnt, wenn der Mensch lernt, mit seinem Bewusstsein, seiner Intelligenz, sein Leben zu beherrschen, es zu reinigen und ihm ein spirituelles Element hinzuzufügen. In diesem Moment wird er wirklich zum Akteur seines Lebens, fähig, sein Schicksal zu meistern.
Omraam Mikhaël Aïvanhov