Archive for Juli, 2007

31. Juli 2007

Im stagnierenden Sumpfwasser wimmelt es von allen möglichen Tieren, und jedes entledigt sich seiner Abfälle und Exkremente, die die anderen gezwungenermaßen aufnehmen müssen. Nun, mit diesen Sümpfen kann man die Atmosphäre in den Städten vergleichen, wo derart viele Leute ohne Licht und Bewusstsein ihre Ängste, ihre Eifersucht, ihren Hass, ihre unerfüllten Wünsche ausschütten. Ein Hellseher kann schwarze, schmierige Formen sehen, die von vielen Wesen ausströmen und sich in den Schichten der Atmosphäre sammeln. Aber selbst wenn man nichts sieht, fühlt man doch unweigerlich über den Städten manchmal etwas Dichtes, Schweres und Finsteres.
Jeder sollte sich der Existenz dieser psychischen Atmosphäre bewusst werden und sich nicht nur bemühen, weniger übel riechende Ausdünstungen zu verbreiten, sondern auch bewusst daran arbeiten, seine Gedanken und Gefühle zu reinigen. Dann werden sie sich wie lichtvolle Wellen im Raum verbreiten und sind ein Segen für die ganze Menschheit.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

30. Juli 2007

Fragt jemanden: »Was machen Sie mit ihrem Leben? Denken Sie daran, es zu bewahren, es kraftvoller, reicher zu machen?« Er wird euch erstaunt anschauen, denn für ihn bedeutet sein Leben bewahren einzig, sich nicht unvorsichtig Gefahren auszusetzen und sich zu pflegen, wenn er krank ist. In der übrigen Zeit dient ihm das Leben nur dazu, den Vergnügungen, den materiellen Anschaffungen, dem Prestige hinterherzulaufen und vor allem, Geld zu verdienen, mit dem er das alles erlangen kann. Dieser Unwissende weiß noch nicht, dass das wahre Geld das Leben selbst ist. Ja, das Leben ist Geld! Ein Geld, das es ermöglicht, in Läden einzukaufen, die viel höher stehen als die Läden der Erde.
Geld ist der materielle Ausdruck aller Möglichkeiten, die uns das Leben gibt, ja, aber nur der materielle Ausdruck. Man muss lernen, es auf andere Ebenen zu übertragen: auf die Gefühlsebene, die geistige und spirituelle Ebene, um auf diesen Ebenen die Entsprechung dessen zu erhalten, was man auf der materiellen Ebene bekommen kann.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

29. Juli 2007

Im kollektiven, brüderlichen Leben sind uns die besten Möglichkeiten für unsere Höherentwicklung gegeben. Das soll natürlich nicht heißen, dass wir ununterbrochen zusammen sein sollen. Nein, das wäre übertrieben. Wir müssen alleine sein können, um uns selbst zu finden und Kräfte zu sammeln, um zu lesen, Musik zu hören, zu meditieren, zu beten.
Aber danach, wenn wir uns aufgeladen haben, uns reich und stark fühlen von all dem, was wir in der Einsamkeit und Stille aufgenommen haben, ist es gut, die anderen zu treffen, um mit ihnen das zu teilen, was wir empfangen haben. Gleichgewicht bedeutet: in sich den Wesenszug befriedigen, der die Stille braucht, um sich zu regenerieren und ebenso einen anderen Wesenszug zufrieden zu stellen, der sich nur dann entwickeln kann, wenn er sich mit den Menschen austauscht.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

28. Juli 2007

Unter gleichen Umständen reagieren die Leute ganz und gar nicht auf die gleiche Weise; wie oft kann man das feststellen!
Auf der Straße ist eine Verkehrsstockung… Wie sind die Reaktionen der Autofahrer? Der eine regt sich auf, hupt und beschimpft seine Nachbarn; der andere blättert in seiner Zeitung oder hört Radio; einer unterhält sich mit seiner Beifahrerin oder küsst sie, wenn es seine Geliebte ist. Ein anderer schließlich sagt sich, dass er diesen Augenblick nutzen will, um in sich einzukehren, sich mit dem Himmel zu verbinden und seine Liebe und sein Licht allen Wesen auf der Erde zu schicken. Sicher ist das nur selten der Fall, aber es ist die beste Einstellung, die man haben kann, wenn man in allen Situationen Herr der Lage bleiben möchte. Versucht es: Mit einer vernünftigen Denkweise könnt ihr euch da, wo die anderen sich aufregen, sich quälen und das Leben ihrer Mitmenschen vergiften, stärken, bereichern, und dann dank eurer Erfahrungen eurer Umgebung helfen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

27. Juli 2007

Ob Holz, Eisen oder Stein, die Materie der physischen Ebene ist hart, widerstandsfähig und man braucht alle möglichen Werkzeuge, um sie zu bearbeiten. Welch ein Unterschied zur Materie der psychischen Welt! Im Augenblick, in dem der Gedanke sich bildet, nimmt diese Materie die Form an, die der Gedanke ihr geben will. Auch wenn sich der Mensch dessen nicht bewusst ist, ist es doch eine Tatsache: Seine Gedanken modellieren und formen ständig die psychische Materie und geben ihr dabei alle möglichen Formen.
Aber da diese feinstoffliche Materie nicht die Kraft hat, sich hier auf der physischen Ebene durchzusetzen, geht sie durch sie hindurch, ohne sie zu berühren. Um auf die Gegenstände und die Menschen einzuwirken, muss man sie verfestigen, kondensieren. Und das ist möglich: Wer lange genug an seinen mentalen Schöpfungen arbeitet, damit sie auf die Astralebene, die Ebene der Gefühle herabkommen und ihnen dabei sogar Teilchen seiner eigenen ätherischen Materie hinzufügt, der ist fähig, diese Gedankenformen in physische Materie zu kleiden.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

26. Juli 2007

Lasst euch nicht leichtsinnig auf Liebesabenteuer ein, denn die Macht emotionaler Bindungen ist schrecklich. Und wenn ihr euch dann so richtig die Flügel verbrannt habt, bezichtigt ihr die Liebe als Ursache all eures Unglücks. Oh nein, es ist nur die Unwissenheit über das Thema Liebe, die das Unglück bringt, nicht die Liebe selbst. Denn die Liebe ist Gott. Um also die Liebe auf harmonische Weise zu leben, müssen wir zuerst Gott lieben und uns von Seinen Schwingungen durchdringen lassen. Dann können wir uns ohne Gefahr erlauben, die Geschöpfe zu lieben.
Wer mit der Quelle verbunden ist, kann sein Wasser verteilen, denn es erneuert sich ständig in ihm. Aber wer diese Verbindung durchtrennt, wird schnell zu einer Wüste, denn seine Reserven sind nicht ewig. Ein anderes Bild: Der Retter, der einen Ertrinkenden herausziehen möchte, sorgt dafür, dass dieser sich an seinen Beinen nicht an seinen Armen festhält, sonst würden sie beide ertrinken. Wenn ihr eure ganze Liebe den Menschen gebt, verliert ihr euch mit ihnen. Überlasst also eure Beine den Menschen und haltet eure Arme frei für den Herrn.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

25. Juli 2007

Ihr geht auf der Straße, ihr müsst beim Arzt, vor einem Schalter, auf einem Bahnsteig oder in der U-Bahn warten. Anstatt eure Gedanken herumschweifen zu lassen, versucht, sie zu beherrschen, um mit ihnen eine brüderliche, harmonische Atmosphäre zu erschaffen, damit die Erde eines Tages ein Ort wird, an dem alle Menschen glücklich sind, dass sie dort wohnen können.
Doch wo sind die Menschen aufgeklärt genug, sich für diese Arbeit zu entscheiden? Wenn sie nicht auf eine bestimmte Tätigkeit konzentriert sind, überlassen sich die meisten den immer wiederkehrenden Gedanken an ihre Wünsche, Begierden und Rachegelüste. Sie überlegen, wie sie dem einen eine Lektion erteilen können, wie sie den anderen am besten ausschalten oder sich an ihm rächen. Diese immer wiederkehrenden Gedanken sind für die gesamte Menschheit sehr kostspielig. Denn die ganze Atmosphäre wird von chaotischen und schädlichen Strömen durchzogen. Wenn es einmal auf der Welt genügend aufgeklärte Wesen gibt, die durch ihre Lebens- und Denkweise daran arbeiten, die geistige Atmosphäre zu reinigen, dann folgen ihnen nach und nach viele andere, weil sie sich durch ihr Beispiel mitgerissen fühlen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

24. Juli 2007

Man könnte sagen, dass die Musik heute der am meisten geschätzte künstlerische Ausdruck ist. Man hört überall immer mehr Musik und immer mehr junge Leute wollen selbst Musik machen und singen. Aber da sie keine Kriterien besitzen, bemerken sie nicht, dass bestimmte Arten von sehr erfolgreicher Musik eine ganz unheilvolle Wirkung auf sie haben. Wenn es nur neu und originell ist, reicht ihnen dies als Kriterium. Und so bezeichnen sie jetzt schließlich etwas als Musik, das in Wirklichkeit nur eine Folge disharmonischer Klänge, begleitet von Schreien und Gestikulationen ist. Sie sind sich nicht bewusst, dass diese Kakophonien Vibrationen erzeugen, die ihr Nervensystem zerstören und in ihren Seelen monsterhafte Formen erwecken.
Ja, das ist schwerwiegend, und man muss sich überlegen, welchen Einfluss bestimmte Musikarten auf das psychische Gleichgewicht der Jugendlichen und sogar der Erwachsenen haben können.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

23. Juli 2007

Im Buch der Sprüche heißt es: »Die Gottesfurcht ist der Anfang der Weisheit.« Schon lange vorher hatte Moses Gott als einen unnachgiebigen Herrn dargestellt, der nur Furcht einflößen konnte. Aber wer immer nur unter dem Einfluss der Angst handelt, kann sich nicht wirklich entfalten und mit der Zeit hat dieses Gefühl eine destruktive Wirkung auf ihn.
Mit der Liebe hingegen, blüht der Mensch auf. Aus diesem Grund kam Jesus und ersetzte die Furcht durch die Liebe, indem er uns sagte, dass Gott unser Vater ist. Natürlich fürchtet das Kind seinen Vater auch ein wenig und das ist gut so, denn es muss fühlen, dass es Regeln gibt, die man nicht übertreten darf, und dass man bestraft wird, wenn man sie übertritt. Aber der Vater ist vor allem jemand, den die Kinder lieben, nicht nur weil er ihnen das Leben gegeben hat, sondern weil er sie zu ihrer Entfaltung an all seinen Schätzen teilhaben lässt.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

22. Juli 2007

Melodie, Harmonie, Symphonie… Eine Melodie kann auf einer Saite gespielt oder von einer Stimme gesungen werden. Dagegen müssen bei der Harmonie mehrere Saiten, mehrere Stimmen oder mehrere Instrumente beteiligt sein, deren Zusammensetzung eine ganze Wissenschaft ist. Die Melodie ist dem Herzen, dem Gefühl näher; die Harmonie mehr mit dem Intellekt, dem Gedanken verbunden.
Aber weder die Melodie noch die Harmonie sind in sich vollkommen. Um die Vollkommenheit zu erreichen, muss es dem Herzen, das durch die Melodie spricht, gelingen, die Seele zu erwecken. Und der Intellekt, der sich in der Harmonie ausdrückt, muss den Geist erwecken. Mit der Seele und dem Geist betreten wir das Reich der Symphonie. In der Symphonie kann sich der Mensch wahrhaftig entfalten, denn sie berührt die kosmische Dimension des Seins. Die Symphonie stellt das ganze im Chor singende Universum dar: die Sphärenmusik.
Omraam Mikhaël Aïvanhov