Wir empfangen das Licht, die Wärme und das Leben der Sonne. Auf der physischen wie auch auf der psychischen Ebene scheiden wir anschließend Abfallstoffe aus, die die Sonne verwandelt, reinigt und uns als neue Energien und Teilchen zurücksendet. Diesen unaufhörlichen Kreislauf zwischen der Erde und der Sonne gibt es auch, in anderer Form, zwischen den gewöhnlichen Menschen und den Eingeweihten. Auf der psychischen Ebene sammeln die Eingeweihten die von den Menschen gebildeten groben Stoffe, verwandeln sie und schicken sie ihnen in Form spiritueller Schätze zurück.
Nehmt diesen Gedanken ernst und seid euch im Klaren, dass, wenn ihr euch wirklich weiterentwickeln wollt, ihr es vermeiden müsst, über die Schwächen zu klagen, die ihr bei den anderen beobachtet, sondern dass ihr euch bemühen solltet, sie in euch zu verwandeln, um sie ihnen in Form von Licht zurückzuschicken. Indem ihr so handelt, arbeitet ihr für das Reich Gottes und die Eingeweihten werden euch eines Tages in ihrer Mitte akzeptieren. Sie werden sagen: »Kommt mit uns, wir brauchen Mitarbeiter und ihr seid dafür vorbereitet, uns zu helfen.«
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Archive for April, 2007
Wenn ihr euch unsicher, orientierungslos oder verloren fühlt, denkt daran, euch auf das Bild des Gipfels zu konzentrieren, auf diesen höchsten Punkt, von dem aus ihr die Wahrheit über die Wesen und Dinge sehen könnt. Natürlich trennt euch ein riesiger, ja sogar unüberwindlicher Abstand von ihm, und nur derjenige, der wirklich ein reines, heiliges Leben führt, kann bis zum Gipfel gelangen.
Aber in Gedanken kann jeder versuchen, den Gipfel zu erreichen, denn der Gedanke ist bereits wie ein Seil, das ihr bis zu diesem Punkt, den ihr da oben erreichen wollt, hinaufwerft. Wenn das Seil dann befestigt ist, könnt ihr klettern. So machen es die Bergsteiger: Sie werfen ein Seil hinauf und dann klettern sie. Ja, seht ihr, man muss lernen, diese Entsprechungen zwischen der materiellen und der spirituellen Welt zu entdecken.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Es ist interessant, die chemische Formel des Wassers (H2O) vom symbolischen Standpunkt aus zu betrachten. Der Sauerstoff (O) stellt das männliche, der Wasserstoff (H2) das weibliche Prinzip dar und das Wasser ist ihr Kind. In uns ist der Sauerstoff der Verstand und der Wasserstoff das Herz. Der Verstand, das männliche Prinzip, ist eine Sache, das Herz, das weibliche Prinzip eine andere. Sie können nebeneinander leben ohne sich zu verbinden, aber wenn sie nicht verbunden sind, können sie kein Wasser, kein Leben erzeugen. Gerade diese Trennung von Herz und Verstand sieht man überall: In der Paarbeziehung, wo Mann und Frau aufeinander treffen, in der Gesellschaft, wo die Herzensmenschen gegen die Verstandesmenschen ankämpfen, aber vor allem im Menschen selbst, wo die Gedanken in die eine und die Gefühle in die andere Richtung ziehen.
Wie kann man Herz und Verstand verbinden? Man muss das Feuer hineinbringen, aber das wahre Feuer, das Feuer des Geistes, so wie der Funke Sauerstoff und Wasserstoff verbindet. Wenn das Feuer sie vereint, werden Herz und Verstand Kinder, das heißt Handlungen voller Weisheit und Güte, hervorbringen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Jeden Augenblick kann es sein, dass euch die Mutlosigkeit ergreift. Dann solltet ihr euch sofort sagen: »Das wird nicht andauern.« Nehmt irgendwo in euch Zuflucht, als würdet ihr einen Winterschlaf halten, und verharrt dort, bis ihr den Atem des Lebens wieder gefunden habt. Die Mutlosigkeit ist wie der Winter. Aber nach dem Winter kommt der Frühling. Er kommt, je nach Jahr, etwas früher oder etwas später und manchmal kommt er sehr spät, aber schlussendlich kommt er immer. Deshalb darf man die Hoffnung nie völlig aufgeben. Im einen oder anderen Moment werden der Schwung und die Energie zurückkommen. Wie viele haben aufgegeben, nur wenige Augenblicke bevor der Frühling und die Kraft in ihnen wieder hervorgebrochen wären! Das ist schade. Endlich wären sie gerettet worden, aber sie ahnten nichts von der Erneuerung und ließen sich untergehen.
Lasst also niemals zu, dass euer innerer Himmel sich völlig verdunkelt, egal welche Qualen ihr erleidet. Sagt euch: »Vielleicht ist noch nicht alles verloren, warten wir noch ein wenig.« Nach und nach wird die Dunkelheit sich auflösen und die Kälte verschwindet.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Glaubt nicht, dass das Glück unbedingt in der Form kommt, in der ihr es erwartet. So viele Möglichkeiten bieten sich euch! Aber ihr seht sie nicht und ihr wollt sie nicht sehen. Ihr klammert euch an die Vorstellung, die ihr euch vom Glück macht. Ihr hofft, dass eine ganz bestimmte Türe aufgeht, aber sie bleibt verschlossen. Warum also vor dieser Türe stehen und jammern? Denkt daran, dass es nebenan noch andere Türen gibt, die sich öffnen können.
Ihr erwartet von jemandem etwas Gutes, aber er gibt es euch nicht und verhält sich euch gegenüber obendrein noch in sehr unangenehmer Weise. Nun, anstatt auf dieser Enttäuschung herumzukauen, schaut euch in eurer Umgebung ein bisschen besser um: Es gibt andere Personen, die sicher bereit sind, euch zu helfen. Wenn ihr ausschließlich damit beschäftigt bleibt, denen, die euch enttäuscht oder Kummer bereitet haben, schlechte Gedanken zu schicken, dann seht ihr gar nicht die vielen anderen Freunde, die zu euch kommen. Auch in diesem Sinne sind Prüfungen nützlich: Sie zwingen euch dazu, Dinge zu tun oder zu entdecken, die ihr ohne sie nie getan oder entdeckt hättet.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
In weiterer oder näherer Entfernung menschlicher Wohnstätten streunen immer wilde Tiere. Und in bestimmten Gegenden der Welt muss man Kinder, Haustiere und Geflügel überwachen oder Schutzmaßnahmen treffen, damit sie nicht von wilden Tieren gefressen werden. In gleicher Weise können, symbolisch gesprochen, eure Kinder und Haustiere gefressen werden, wenn ihr nicht wachsam seid und keinen Schutz um euch errichtet.
Wer sind die Kinder und Haustiere? Eure guten Gedanken, Gefühle, Absichten und alles, was mit spirituellen Reichtümern gleichzusetzen ist. Wenn euch wirklich an ihnen gelegen ist, müsst ihr sie beschützen, sonst werden sie von den dunklen Wesenheiten der Astralwelt geplündert. Ihr fragt euch manchmal, warum ihr euch plötzlich arm und ausgeraubt fühlt. Die Antwort ist klar: Ihr wart nicht wachsam, ihr seid eingeschlafen und die wilden Tiere kamen und haben Schäden angerichtet.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Schult eure Beobachtungsgabe. Wenn ihr einen Ort verlasst, solltet ihr in der Lage sein, ihn zu beschreiben und zwar nicht unbedingt, weil dieser Ort interessant ist, sondern weil es wichtig ist, sich in der Beobachtung zu üben.
Wie viele Leute sehen nichts und bemerken nichts! Fragt bestimmte Männer nach der Augenfarbe ihrer Frau, sie wissen es nicht. Sie haben ihre Frau tausendmal geküsst, aber sie haben nie auf ihre Augenfarbe geachtet! Ja, es gibt solche Exemplare, Männer, aber natürlich auch Frauen. Sie gehen an den Dingen und Wesen vorbei, sehen sie nicht und rempeln sie an, sowohl physisch als auch psychisch. Und wenn sie eine Straße überqueren, schauen sie dann? Nein, genauso wenig, und ihr Leben durchqueren sie mit derselben Unachtsamkeit. Nichts ist wichtiger als richtig hinzuschauen. Ob es sich um Personen, Gegenstände oder Situationen handelt, ein Erfolgsgeheimnis ist, dass man lernt, zu sehen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Das Geld ist eine gefährliche Versuchung und wer sich dieser Gefahr nicht bewusst ist, lässt zu, dass Geldwünsche und Geldvorstellungen seinen inneren Himmel verdunkeln. Sie werden dann wie eine Abschirmung, die verhindert, dass das himmlische Licht in ihn eindringt. Legt also das Geld in eine Tasche, eine Schublade, einen Tresor oder sonst irgendwohin, aber nicht in euren Kopf oder in euer Herz, sonst wird es zu eurem Herrn und ihr zu seinem Sklaven. Wenn ihr der Herr seid, dann gehorcht es euch und ihr werdet viel Gutes tun. Wenn aber das Geld der Herr ist, drängt es euch dazu, die anderen zu beherrschen, zu benachteiligen, aus dem Weg zu räumen und dabei übertretet ihr viele Gesetze.
Ein wahrer Meister ist jemand, der alles Gold der Welt besitzen kann, ohne damit jemals Schaden anzurichten, weil er Herr seiner selbst und des Goldes ist. Wer also auf dem spirituellen Weg vorankommen möchte, muss gründlich über seine Beziehung zum Geld nachdenken. Sonst braucht er nicht einmal von Spiritualität zu reden!
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Warum beten wir vor den Mahlzeiten? Ihr sagt, das sei ein Zeichen der Dankbarkeit dem Schöpfer gegenüber, denn Ihm verdanken wir es, dass wir genug zu essen haben. Ja, natürlich. Aber diese Gewohnheit kommt auch von gewissen Kenntnissen der Eingeweihten über die Wirklichkeit der unsichtbaren Welt. Sie wissen, dass es auf der Astralebene unzählige Geschöpfe gibt, die auch Hunger und Durst haben und die deshalb versuchen, sich in die Menschen einzuschleichen, um sich durch sie zu ernähren.
Die Ernährung ist eine Funktion, die beim Menschen dem tierischen Instinkt noch sehr nahe steht und wenn er nicht achtsam ist, bringt er beim Essen Wesenheiten der Astralwelt, die eine Affinität zu diesen instinktiven Neigungen haben, in sich hinein. Indem wir vor dem Essen ein Gebet an den Herrn richten, bitten wir ihn, das Mahl mit uns einzunehmen und wenn wir Ihm erst einmal die Türe geöffnet haben, dann bleibt sie für alle unerwünschten Wesenheiten der Astralebene verschlossen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Was ist der Mensch? Ein Haus mit mehreren Etagen, in denen Mieter wohnen. Und oft ist dieses Haus im Zustand der Hausbesetzung, denn die Mieter haben die Macht an sich gerissen. Sie haben den Hausbesitzer in einen Kerker gesteckt, wo sie ihm gerade mal ein Stückchen Brot und etwas Wasser reichen, damit er nicht verhungert. Wenn der Arme wenigstens mit den himmlischen Regionen zu kommunizieren wüsste, um ein paar Botschaften nach Oben zu senden, dann käme jemand, um ihn zu befreien. Aber er hat sich so verfinstert, dass er die Macht der Seele und des Geistes nicht in Gang zu setzen weiß.
Alles, was in der Welt an Revolutionen, Machtwechseln usw. stattfindet, ist nichts anderes als die Wiederholung dessen, was im Menschen vor sich geht. Wenn ihr also diese Ereignisse zu interpretieren wisst, dann gelingt es euch, die Ereignisse, die auch in euch vorkommen können, zu verstehen, denn man findet hier genau die gleichen Gesetze wieder.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
