Bemüht euch, das Leben überall im Universum zu fühlen und mit ihm in Übereinstimmung zu gelangen. Dabei solltet ihr wissen, dass gerade die Sonne euch dieses Leben in seinen reinsten und intensivsten Aspekten darbietet. Auf diese Weise erschafft ihr eine neue Strömung in allen Zellen eurer Organe, die daraufhin harmonischer arbeiten werden. Und indem ihr selbst lebendiger und ausdrucksvoller werdet, zieht ihr nach und nach die Wertschätzung und Liebe der anderen auf euch, denn das einzige, was die Menschen suchen, ist das Leben.
Ja, das ist sogar eine bittere Wahrheit. Da vergötterte eine Frau ihren Mann, aber was macht sie an dem Tag, an dem er stirbt? Behält sie ihn noch bei sich? Nein, in dem Moment, wo das Leben ihn verlassen hat, trennt sie sich von ihm, denn etwas, das kein Leben mehr besitzt, kann man nicht bei sich behalten. Denkt also über diese Frage nach und gebt euch Mühe, das Leben in euch immer mehr zu reinigen und zu harmonisieren.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Archive for März, 2007
Unter dem Vorwand, ihre Unabhängigkeit unter Beweis zu stellen, behaupten viele Jugendliche, dass sie auf die Erfahrung ihrer Vorfahren verzichten können. Sowohl in der Musik als auch in der Malerei, der Dichtung, dem Theater usw. wollen sie bei Null anfangen, aber das ist nicht möglich!
Was macht ein Schriftsteller, ein Dichter, ein Philosoph, ein Musiker, ein Maler? Er lebt sein Leben und erschafft gleichzeitig ein Werk, und dieses Werk kann nur der Spiegel seiner Erfahrungen sein. Anschließend vermacht er das Werk den Menschen, die dadurch bereichert werden. Jahrhundert um Jahrhundert entsteht so ein ganzes Erbe an Gedanken, an Empfindungen, die wir, sozusagen von Geburt an, mitbekommen. In Wirklichkeit sind wir also vom Leben der anderen bewohnt, von ihren Gedanken, Gefühlen, Entdeckungen, von ihrer Begeisterung, aber auch von ihren Ängsten und Irrtümern. Kann man da noch von Unabhängigkeit sprechen? Es geht jetzt eigentlich nur darum, allein den besten Teil dieses Erbes anzunehmen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Wie viele Personen sind bekümmert, weil sie sehen, dass ihre Pläne und Wünsche sich nicht erfüllen! Sie wollten zum Beispiel eine Familie gründen und haben alles versucht, aber es war vergebens. Anstatt sich zu quälen und die anderen zu belästigen, sollten sie sich fragen, warum das so ist. Sie werden gewiss eine Antwort erhalten. Vielleicht waren sie für das ersehnte Leben gar nicht gemacht. Die Vorsehung hat ihnen also nicht nur Prüfungen erspart, sondern sie hat ihnen auch die Freiheit für andere Aktivitäten gelassen.
Wir müssen uns immer bemühen, die gute Seite dessen zu sehen, was die Vorsehung für uns bereithält. Aber die Menschen stellen sich keine Fragen; ihrer Meinung nach wäre es anders besser gewesen. Deswegen sind sie immer unglücklich, ob sie nun verheiratet sind und Kinder haben oder nicht. Ja, das Glück hängt nicht von dieser oder jener Lebenssituation ab, sondern von einem richtigen Verständnis der Dinge. Das wahre Glück entzieht sich den Umständen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Wenn wir unsere Augen für die Welt öffnen, werden wir zuerst von ihrer Reichhaltigkeit, ihrer Verschiedenheit beeindruckt. Dabei hat diese Verschiedenheit eine einzige Essenz zum Ursprung: die göttliche Emanation. Das Universum hat sich durch allmähliche Kondensationen und Differenzierungen gebildet, wie es in der Smaragdtafel heißt, in der die Prinzipien der Alchimie dargelegt werden: »Und da alle Dinge von dem Einen herrühren, durch die Vermittlung des Einen, wurden alle Dinge durch Anpassung aus dem Einen hervorgebracht.« Weil das Universum aus einer einzigen Materie gemacht ist, ist im Inneren dieser Materie der Übergang möglich, von einem Zustand zum anderen, von einer Form zur nächsten.
Diese einzige Materie, die Urmaterie, die Quelle aller Lebensformen, nennen die Alchimisten »Chaos«. Das Chaos ist der Abgrund, der in den ersten Versen der Genesis erwähnt wird: »… und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf den Wassern« (1. Mo 1,2).
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Warum haben die Leute, die aufrichtig für die Gemeinschaft arbeiten wollen, so viel Misserfolge? Weil sie nicht daran gedacht haben, dass sie sich zuerst versammeln sollten, um eine spirituelle Arbeit zu tun. Daran sollten sie jetzt also denken! Auf diese Weise werden ihre Wünsche und Gedanken so rein und licht, dass sie sehr weit oben im Raum die ihnen entsprechenden Wesenheiten und Elemente berühren und zu sich herab anziehen. Diese Wesenheiten und Elemente werden ihnen helfen, die Situation zu verbessern und zwar viel wirksamer als all ihre Kritik und als alle Reformvorschläge.
Wer diese Sichtweise der Dinge nicht akzeptiert, muss mit Enttäuschungen rechnen, weil die Gedanken und Gefühle, die er im Laufe all seiner Konfrontationen mit den anderen aufrührt, ihn in den niederen Regionen der Astral- und Mentalebene zurückhalten. Eines Tages wird er gezwungen sein, festzustellen, dass all seine Anstrengungen nichts oder nur wenig genützt haben, weil er eben nicht zu arbeiten wusste.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Die spirituellen Reichtümer sind von extrem subtiler Natur, ja sogar unfassbar, aber derjenige, der sich des Wertes dieser Reichtümer bewusst ist und sich bemüht, sie zu erlangen, besitzt Himmel und Erde. Warum versteht man das nicht?
Jemand sagt: »Sie erzählen mir da nichts Neues, ich weiß, dass all unsere materiellen Besitztümer weder sicher noch dauerhaft sind, ich weiß, dass sie uns nie wirklich gehören, ich weiß, dass wir sie eines Tages zurücklassen müssen, weil es unmöglich ist, sie in die andere Welt mitzunehmen. Aber selbst mit diesem Wissen habe ich das Bedürfnis, dieses materialistische Leben zu führen, es gefällt mir.« Und leider ist das so: Selbst wenn der Verstand eine Situation klar überblickt und sieht, wie vorteilhaft es wäre, ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen; wenn das Herz etwas anderes wünscht, was macht dann der Wille? Er folgt den Wünschen des Herzens, er macht nur das, was dem Herz gefällt. Um das weite und reiche Leben des Geistes zu leben, muss man es lieben. Verstehen allein genügt nicht.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Das Wasser strömt durch die Venen und Arterien der Erde, um sie zu nähren, genauso wie das Blut in unserem Körper durch unsere Venen und Arterien strömt. Das Wasser ist weiß und das Blut ist rot. Rot und Weiß sind die beiden Farben der einen göttlichen Energie, die sich durch die beiden Prinzipien manifestiert: Weiß für die Frau und Rot für den Mann auf der spirituellen Ebene, und umgekehrt, Rot für die Frau und Weiß für den Mann, auf der physischen Ebene.
In Wirklichkeit sind das rote Blut und das weiße Wasser nicht zwei verschiedene Prinzipien, sondern dasselbe Prinzip, aber polarisiert. Das Gleiche gilt für Feuer und Licht. Das Feuer ist rot und das Licht ist weiß, aber sie sind von gleicher Natur. Man kann sagen, dass sie Bruder und Schwester sind, aber auch, dass sie ineinander ihren Ursprung haben. Das Licht entspringt dem Feuer, das Feuer lässt es entstehen. Das Blut hingegen kommt vom Wasser, das Wasser bringt das Blut hervor. Unten wird das Rote vom Weißen produziert und Oben das Weiße vom Roten.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Wie immer euer spirituelles Ideal auch aussieht, vergesst nicht, dass ihr auch an der materiellen Welt teilhabt. Nun widersetzt sich die materielle Ebene aber, sie unterwirft sich nicht so leicht und sie versteht nur die materielle Gewalt. Sie argumentiert folgendermaßen: »Ihr sagt über die Macht des Geistes sehr richtige Dinge, aber das betrifft nicht meine Welt. Mich können nur die Mächte der Materie zu etwas zwingen.«
Man muss es anerkennen: Die materielle Ebene kennt und anerkennt nur unseren physischen Körper, das heißt, alles, was wir mit unseren Arm- und Beinmuskeln tun können oder mit Werkzeugen und Geräten; unsere psychischen und geistigen Fähigkeiten beeindrucken sie nicht. Es muss uns also gelingen, die Behauptung, der zufolge es möglich ist, sich von den Gesetzen der Materie zu befreien, um unter den Gesetzen des Geistes zu leben, mit den Realitäten der materiellen Ebene zu vereinbaren, denn beide, Geist und Materie bestehen nebeneinander.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Welch ein Privileg, den Sonnenaufgang betrachten und erleben zu können! Bereitet euch daher jedes Jahr, wenn der Frühling kommt, auf diese einzigartigen Momente vor. Nichts anderes auf der Welt kann, so wie die Sonne, Ordnung und Harmonie in euch entstehen lassen, euch Licht, Liebe, Frieden und Freude schenken. Sie ist die Quelle, die sprudelt, die vibriert und strömt. Gelingt es euch, in diesen Lichtstrom einzutauchen, könnt ihr euch nicht mehr von ihm losreißen.
Wenn ihr sehr früh kommt, um schon vor dem Sonnenaufgang die ersten Lichtschimmer der Morgenröte zu sehen, werdet ihr von einem heiligen Gefühl ergriffen. Es ist, als zelebriere die ganze Natur ein Mysterium. Ihr fühlt euch gezwungen, anders zu schreiten, um die Atmosphäre nicht zu stören und auch das ist wahre Poesie. Man kann nicht anders als sich zu wünschen, dass eines Tages alle Menschen diese Schönheit, diese Reinheit, dieses reichhaltige Leben spüren und sich an ihm erlaben können.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Allein die Arbeit zählt; und wenn der spirituelle Schüler die wirkliche Arbeit gefunden hat, darf er nicht mehr damit aufhören.
Der Meister Peter Deunov wiederholte immer wieder diese drei Worte: »Rabota, Rabota, Rabota… Vreme, Vreme, Vreme…, Vera, Vera, Vera.« Das heißt: »Arbeit, Zeit, Glaube.« Er hat nie erklärt, warum er diese drei Worte wiederholte, aber ich habe viel darüber nachgedacht und ich habe begriffen, dass er damit eine ganze Lebensphilosophie zusammenfasste. Also, das ist es: die Arbeit, aber um sie auszuführen und darin durchzuhalten, ist auch der Glaube notwendig und vor allem die Zeit. Denn etwas sehnlichst zu wünschen, heißt noch nicht, dass man es auch schnell realisieren wird. Man muss geduldig sein, sehr geduldig. Ja, Jahre über Jahre sind vergangen und jetzt weiß ich, was »vreme« bedeutet.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
