In der Hierarchie der Elemente steht das Feuer höher als das Wasser. Aber warum zeigt das Zeichen des Merkur dann die umgekehrte Anordnung? Hier befindet sich das Feuer, die Sonne, unterhalb des Wassers, des Mondes. Diese Platzierung von Sonne und Mond entspricht einem kosmischen Phänomen, das ihr besser verstehen werdet, wenn ich euch sage, dass man ihm im täglichen Leben jedes Mal begegnet, wenn Wasser aufs Feuer gestellt wird, um es zum Kochen zu bringen. Das kochende Wasser verwandelt sich in Dampf, der sogar manchmal den Deckel hochgehen lässt. Dank des Feuers wird das Wasser zur Antriebskraft.
Das Feuer stellt das männliche Prinzip dar, das Wasser das weibliche Prinzip. Also, wenn das männliche Prinzip auf das weibliche Prinzip einwirkt, produziert es eine Kraft. In uns ist das männliche Prinzip der Geist, das weibliche Prinzip die Seele und wenn unsere Seele beflügelt durch unseren Geist den Raum durcheilt, verkörpern wir auf vollkommene Weise das Zeichen Merkur. Diese gleiche Idee kommt in der griechischen Mythologie beim Gott Hermes (Merkur) zum Ausdruck, der sich dank der Flügel an seinen Fersen fortbewegt.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Die Menschen finden es immer gerechtfertigt, nur in ihrem eigenen Interesse und zu ihren eigenen Gunsten zu arbeiten. Aber das ist keine gute Lösung, denn wenn die Gemeinschaft von einem Unglück getroffen wird, sind auch sie betroffen. Solange die ganze Gemeinschaft nicht in Wohlstand und Frieden lebt, sind alle ihre Individuen dem Elend oder dem Unglück ausgesetzt. Geht es hingegen der ganzen Gemeinschaft gut, dann profitieren alle davon. Falls einem von ihnen ein Unglück zustößt, werden dann alle anderen kommen, um ihm zu helfen. Im Gegensatz zu dem, was man sich vorstellt, kommt einen der Egoismus unglaublich teuer zu stehen. Unglücklicherweise dauert diese Situation nun schon so lange an und die Menschen arbeiten jeder für sich und glauben, dadurch ihre Zukunft zu sichern. Nein! Wenn der Gemeinschaft ein Unglück widerfährt, ist es mit ihrem kleinen Glück zu Ende, denn sie sind ein Teil dieser Gemeinschaft und ebenso verletzlich wie sie.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Was wir Wahrheit nennen, ist immer unsere eigene Wahrheit. Deshalb gibt es eine lebendige, reichhaltige Wahrheit für jenen, der in der Lage ist, die Dinge auch jenseits des Scheins zu spüren, und eine armselige Wahrheit für denjenigen, der nichts spürt. Ihr sagt: »Ja, aber wenn man von Wahrheit spricht, spricht man doch von einer objektiven Wirklichkeit, die unabhängig von uns existiert.« Einverstanden, aber um erfahren zu werden, muss diese objektive Wahrheit notwendigerweise von jedem Einzelnen subjektiv wahrgenommen werden. Wie kommt es beispielsweise, dass die Wissenschaftler sich nie über die Frage der Existenz Gottes einigen konnten? Hier haben wir Menschen mit der gleichen wissenschaftlichen Ausbildung, der gleichen Intelligenz, den gleichen materiellen Gegebenheiten, um sich ihre Meinung zu bilden, und sie bilden sich unterschiedliche Meinungen! In der wunderbaren Reichhaltigkeit und Organisation der Materie spüren die einen die Gegenwart eines Schöpfers, während die anderen nur eine gut konstruierte Mechanik erkennen, die sie dem Zufall zuschreiben. Dies beweist deutlich, dass die objektive, materielle Wirklichkeit notwendigerweise von der Subjektivität der einzelnen Individuen geprägt wahrgenommen wird.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Im Lauf der Zeiten waren die Religionen meist sich bekämpfenden Familien ähnlich. Nicht nur dass sie alle behaupteten, ausschließlich die Wahrheit zu besitzen, das heißt, selbst die einzigen legitimen Erben des Himmlischen Vaters zu sein; sondern wie viele Konflikte, wie viel Ungerechtigkeit gab es auch im Inneren jeder einzelnen Religion! Als wäre es Sache der Menschen zu bestimmen, wer der Sohn Gottes ist, und wer nicht! Ihr werdet sagen, dass die Leute heutzutage, toleranter seien, was die Religionen anbetrifft. Ja, und warum? Weil die Religionen in ihnen oft nur Gleichgültigkeit hervorrufen. Diejenigen aber, die sich als gläubig bezeichnen, sind meist nicht so sehr bereit, Offenheit und Verständnis an den Tag zu legen.
Der wahrhaftige Sohn Gottes ist jedoch derjenige, der Gott in der Religion der anderen findet und verehrt. Denn Gott ist in der Seele aller Wesen, von dem Augenblick an, wo sie verstanden haben, dass sie Ihn genau da, in den Seelen, suchen müssen. Ja, es gibt Wesen, die wirklich vom Göttlichen bewohnt werden. Das ist es, was man in ihnen fühlen sollte, anstatt sich darum zu kümmern, welcher Religion sie angehören. Dort wo diese Wesen sind, ist auch Gott.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
»Samo boschiata liubov e liubov« (nur die Liebe Gottes ist Liebe) und »Boschiata liubov nossi poelnia jivot« (Die Liebe Gottes bringt die Fülle des Lebens). Wie wahr sind doch diese Aussprüche des Meisters Peter Deunov! Aber welche Männer und Frauen erklären sich bereit über sie zu meditieren und sich für ihre Lebensführung von ihnen inspirieren zu lassen? Sie suchen die kleine, beschränkte, menschliche Liebe oder aber »die große Liebe«, was noch viel schlimmer ist, denn diese Liebe ist ein zerstörerisches Feuer, ein Feuer, das überall, wo es auftritt, nur Asche hinterlässt. Die Liebe Gottes hingegen… würde man doch nur ein bisschen öfter an sie denken, um sie zu vertiefen und kennen zu lernen!
Natürlich, Gott scheint so weit entfernt, während die Menschen da sind, ganz nah, und es scheint so viel leichter, sein Bedürfnis nach Liebe durch freundliche Worte, Liebkosungen und Küsse zu befriedigen! Dem Anschein nach ja, aber in Wirklichkeit wisst ihr durch Erfahrung genau, wie die Dinge ablaufen. Also, selbst wenn es euch im Augenblick schwierig erscheint, bemüht euch wenigstens über diese Formeln nachzudenken, über sie zu meditieren und euch zu fragen: »Wie kann ich mich nur dieser göttlichen Liebe nähern, sie verstehen und sie fühlen?«
Omraam Mikhaël Aïvanhov
In manchen Kirchen verehrt man eine schwarze Jungfrau. Warum? In Wirklichkeit ist die Existenz der schwarzen Jungfrauen mit dem alchimistischen Geheimwissen der Umwandlung der Materie verbunden. Der Rohstoff, mit dem der Alchimist arbeiten muss, wird zuerst einmal als eine Art ursprüngliches Chaos beschrieben, von dem die schwarzen Jungfrauen eine Darstellung sind. Das ist der Grund, warum ihre Statuen meistens unter der Erde, in Grotten und Krypten platziert werden; denn die Materie, deren Symbol sie sind, ist aus der unberührten Urerde hervorgegangen, was der Begriff »schwarz« ausdrückt. Und die Alchimisten sagen: Genauso wie die Jungfrau Christus unter Schmerzen geboren hat, gebiert die Materie nach langem Brennen im Feuer den Stein der Weisen, der die Metalle in Gold verwandelt und alle Krankheiten heilt.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Die Freude kann mit einer riesigen Leiter verglichen werden. Ja, denn die Freude, wie viele andere Bewusstseinszustände, hat unzählige Stufen: Wenn man isst, ist das eine Freude, wenn man atmet, wenn man spazieren geht, wenn man liest, wenn man singt, wenn man geliebte Menschen trifft und umarmt, usw. Es sind jedes Mal verschiedene, mehr oder weniger intensive Freuden. Aber auf dieser Leiter der Freude ist die größte, höchste Freude die Vereinigung mit dem Schöpfer. Der Schöpfer hat den Kreaturen unendliche Möglichkeiten der Freude gegeben, aber er hat die höchste Glückseligkeit für den vorgesehen, dem es gelingt, mit Ihm zu verschmelzen. Und wenn er diesen Zustand der Verschmelzung gekostet hat, beginnt der Mensch, die Göttlichkeit auszustrahlen, sie bewusst in seinem Umfeld zum Ausdruck bringen, damit alle Kreaturen in der Welt davon profitieren können, damit er ihnen helfen und den Weg zeigen kann. Das ist die höchste Stufe der Freude.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Wenn ihr betet, so verbindet euch mit der Vielzahl der Geister, die sich in eben diesem Augenblick, so wie ihr, auf den Herrn konzentrieren. Stellt euch also diese riesige Ansammlung wunderbarer Wesen überall in der Welt vor, die dabei sind, sich an Gott zu wenden und vereint euch mit ihnen. Das Geheimnis beim Vortragen einer Bitte besteht darin, nicht alleine zu bleiben, sondern sich einer Gruppe anzuschließen. Wenn ein einzelner Mensch sich mit einer Bitte an die Regierung wendet, hört man nicht auf ihn, aber wenn das ganze Volk etwas fordert, wird das berücksichtigt. Verbindet ihr euch mit dem Kollektiv all jener, die in der ganzen Welt beten, so wird eure Stimme nicht mehr isoliert in der Wüste des Lebens verhallen, sondern sie wird begleitet sein von den Stimmen tausender Wesen, die den Himmel um mehr Licht, mehr Liebe und um mehr Gerechtigkeit auf Erden bitten, damit das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit sich verwirklichen. Dieses Gebet wird auf Grund seiner kollektiven Kraft immer erhört und auch ihr profitiert davon.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Wenn ihr betet, so verbindet euch mit der Vielzahl der Geister, die sich in eben diesem Augenblick, so wie ihr, auf den Herrn konzentrieren. Stellt euch also diese riesige Ansammlung wunderbarer Wesen überall in der Welt vor, die dabei sind, sich an Gott zu wenden und vereint euch mit ihnen. Das Geheimnis beim Vortragen einer Bitte besteht darin, nicht alleine zu bleiben, sondern sich einer Gruppe anzuschließen. Wenn ein einzelner Mensch sich mit einer Bitte an die Regierung wendet, hört man nicht auf ihn, aber wenn das ganze Volk etwas fordert, wird das berücksichtigt. Verbindet ihr euch mit dem Kollektiv all jener, die in der ganzen Welt beten, so wird eure Stimme nicht mehr isoliert in der Wüste des Lebens verhallen, sondern sie wird begleitet sein von den Stimmen tausender Wesen, die den Himmel um mehr Licht, mehr Liebe und um mehr Gerechtigkeit auf Erden bitten, damit das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit sich verwirklichen. Dieses Gebet wird auf Grund seiner kollektiven Kraft immer erhört und auch ihr profitiert davon.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Ab dem Tag, da die Menschen entdeckten, dass durch die Zusammenarbeit von Feuer und Wasser eine Kraft entsteht, die genutzt werden kann, haben sie große Fortschritte auf dem Gebiet der Technik gemacht. Aber das Wichtigste bleibt ihnen noch zu entdecken: nämlich wie man mit dem Wasser und dem Feuer auf der spirituellen Ebene arbeitet.
Wasser und Feuer sind Symbol für Herz und Verstand, für Gefühl und Denken. Das Herz ist wie das Wasser weiblich, der Verstand wie das Feuer männlich und solange der Mensch nicht gelernt hat, mit beiden zu arbeiten, bleibt er ein unproduktiver »Junggeselle«. Das Herz geht in die eine Richtung, der Verstand in die andere und diese Uneinigkeit kann kein Kind, keine Kraft erzeugen. Auf allen Gebieten ist es notwendig, die beiden Prinzipien, das Feuer und das Wasser, die aussendende und die empfangende Seite gut zu kennen. In der göttlichen Welt repräsentiert die Weisheit das Feuer und die Liebe das Wasser. Die Liebe und die Weisheit bringen die Wahrheit zur Welt und die Wahrheit ist Christus, der geboren wird, das heißt, ein neues Bewusstsein.
Omraam Mikhaël Aïvanhov