Meditiert über die Kraft der Sonne, die die Erde mit ihren Strahlen durchdringt. Dank ihnen bedeckt sich die Erde mit Blättern, Blumen und Früchten. Alle werden ernährt, weil die Sonne die Erde durchdringt. Und auch ihr könnt durch Meditation und Konzentration eine große Arbeit vollbringen, damit die Sonnenstrahlen genauso wie die Nahrung, das Wasser und die Luft in euch hineingelangen. Ja, das ist möglich. Indem ihr euch bewusst macht, dass die Sonne euch durch ihre Strahlen ihr Leben überträgt, bereitet ihr euch darauf vor, sie zu empfangen. Ihr öffnet in euch tausend Türen, durch die ihre Strahlen hereinkommen können. Dadurch verbessert ihr nicht nur euren Gesundheitszustand, sondern ihr reinigt auch eure Gefühle und erhellt eure Gedanken.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
In Übereinstimmung mit dem Gesetz der Entsprechung, von dem Hermes Trismegistos auf der Smaragdtafel spricht, ist alles, was unten ist, so wie das, was oben ist und alles, was oben ist, so wie das, was unten ist. Deshalb muss auch auf der Erde ein sichtbarer und greifbarer Ausdruck der unerreichbaren Welt der Wahrheit existieren.
Dieser Ausdruck ist die Sonne. Ja, die Wahrheit ist wie die Sonne, sie ermöglicht uns, die Dinge deutlich zu erkennen. Deshalb ist von den fünf Tugenden Liebe, Weisheit, Wahrheit, Güte und Gerechtigkeit die Wahrheit mit den Augen verbunden. Ihr sagt, dass ihr die Wahrheit sucht? Seht ihr nicht, dass sie vor euch liegt, verkörpert durch die Sonne? Während ihr noch in der Dunkelheit sucht, scheint die Sonne weiter. Versucht endlich zu bemerken, dass sie zu euch spricht: »Schau mich an, versuche mir ähnlich zu werden, ich werde mich in dir niederlassen und dann wirst du die Wahrheit besitzen.«
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Es gibt eine Gerechtigkeit und zwei Arten von Ungerechtigkeit. Ihr glaubt mir nicht? Nun, ihr geht beispielsweise zum Kaufmann, um ein Kilogramm Kirschen zu kaufen. Er kann euch exakt ein Kilogramm geben, aber er kann euch auch etwas weniger oder etwas mehr geben. Im ersten Fall ist er gerecht, in den zwei anderen ungerecht. Wobei die zweite Art von Ungerechtigkeit bei den Kunden natürlich sehr gut ankommt. Sie sähen es gern, wenn alle so ungerecht wären, wie dieser gute Mann, der etwas mehr gibt. Die erste Art von Ungerechtigkeit gefällt ihnen hingegen überhaupt nicht. Ihr seht, es gibt also wirklich eine Gerechtigkeit und zwei Arten von Ungerechtigkeit.
Man rät den Leuten immer, gerecht zu sein. Ich aber rate euch im Gegenteil, ungerecht zu sein, das heißt, zu lernen, mit der Liebe zu arbeiten. Ja, die Liebe ist die größte Ungerechtigkeit, die es gibt. Ob es die Person verdient oder nicht, ihr gebt ihr etwas. Vielleicht hat niemand je die Liebe unter die Ungerechtigkeiten eingereiht, doch ich sage es noch einmal: Die Liebe ist eine wundervolle Ungerechtigkeit und ich rate euch allen, in dieser Weise ungerecht zu sein!
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Das Kind, dem man etwas zu essen gibt, versteht nicht, wie die in der Nahrung enthaltenen Energien zu seiner physischen, moralischen und intellektuellen Entwicklung beitragen; aber um es zu ernähren, wartet man ja auch nicht darauf, dass es dies versteht. Nun, genauso soll man mit dem Vermitteln bestimmter spiritueller Grundkenntnisse auch nicht warten, bis das Kind sie versteht. Später wird alles, was es so, ohne es zu verstehen, aufgenommen hat, in seinem Bewusstsein erscheinen und es kann davon profitieren. Es wird diese Dinge anwenden und ist dadurch viel ausgeglichener als andere Kinder, die man unter dem Vorwand, es sei nicht altersgemäß, von gewissen Beschäftigungen fern hält. Das spirituelle Leben ist nicht wie Mathematik, Physik oder Chemie, die eines bestimmten intellektuellen Entwicklungsstandes bedürfen. Das spirituelle Leben ist für die Seele des Kindes wie die Muttersprache, in die es eintaucht, weil es mit anhört, wie sie in seiner Umgebung gesprochen wird.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Ohne Glauben ist nichts möglich. Doch wenn man wieder gesund werden möchte, reicht der Glaube allein nicht aus. Man darf sich nicht damit begnügen, zu glauben und darauf warten, dass ein Wunder passiert. Man soll mit dem Denken eine innere Arbeit machen. Und diese Arbeit besteht nicht darin, zu wiederholen »Ich werde gesund, ich werde kein Kopfweh oder Bauchweh mehr haben.« Die wirkliche Herrschaft des Denkens über den physischen Körper lässt sich nur erlangen, wenn man es fertig bringt, sich über die Astral- und Mentalebene zu erheben, um die Kausalebene zu erreichen. Je weiter ihr euch innerlich erhebt, desto deutlicher werdet ihr feststellen, dass die Elemente, mit denen ihr in den höheren Regionen in Kontakt kommt, immer stärker werden und ein immer breiteres Anwendungsfeld besitzen. Wenn ihr die Kausalebene erreicht, gelangt ihr in den Besitz der wahren Kräfte, die fähig sind, in allen anderen Bereichen eures Wesens Ordnung und Harmonie einkehren zu lassen und auf diese Weise werdet ihr eure Gesundheit wiedererlangen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Bereitet in euch die Bedingungen, damit ihr die unsichtbaren Wesen, die herabsteigen, um uns zu helfen, empfangen und hier behalten könnt. Vergesst nie, dass göttliche Wesen immer bereit sind, uns zu besuchen und dass sie einen Ort in unserem Herzen, in unserer Seele und in unserem Geist suchen, um sich dort niederzulassen, um zu arbeiten und um uns ihren Reichtum zu bringen. Das Einzige, was diese Wesen fern halten kann, ist die Nachlässigkeit der Menschen und die Geringschätzung, die sie dieser Gegenwart und Hilfe gegenüber zeigen. Dass die Menschen unvollkommen, schwach und ein bisschen dumm sind, wissen sie, das nehmen sie ihnen nicht übel und darum kümmern sie sich auch nicht. Im Gegenteil sagen sie: »Oh, die Armen, in was für einem Zustand befinden sie sich, wir müssen ihnen helfen!« Aber wenn sie sehen, dass die Menschen das, was sie ihnen bringen, nicht schätzen, dann verlassen sie sie. Nicht dass sie deren Wertschätzung oder Dankbarkeit nötig hätten, nein, aber sie wissen, dass die Undankbarkeit die Menschen daran hindert, von den empfangenen Segnungen zu profitieren.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Durch die Gedanken können wir aus dem Universum alle Elemente aufnehmen, die wir brauchen, und alle Wesen, die wir berühren möchten, erreichen. Ja, durch das Gesetz der Affinität kümmern sich die Gedanken selbst darum, diese Elemente oder Wesen aufzusuchen. Auch wenn unter sechs Milliarden Individuen auf der Erde das eine, an das ihr denkt, sich am Ende der Welt befindet, so werden eure Gedanken doch genau zu ihm und zu keinem anderen vordringen. Es ist, als ob sie magnetisch angezogen würden, um gerade diese eine Person zu treffen. Denkt also in Zukunft, wenn ihr ein Element des Universums erhalten oder ein Wesen erreichen möchtet, an dieses Element oder an dieses Wesen, ohne euch darum zu kümmern, an welchem Ort es sich befindet. Wenn sie nur intensiv sind, werden eure Gedanken ihr Ziel direkt erreichen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Ihr wollt das Gute in den Menschen erwecken? Dann schenkt ihnen euer Vertrauen. Ja, wenn ihr jemandem vertraut, ermutigt ihr ihn, den Pfad des Guten zu beschreiten, denn ihr ruft in ihm etwas wach, das vielleicht bis dahin nicht die Gelegenheit hatte, sich zu manifestieren. Weil er euch zeigen will, dass ihr euch in ihm nicht getäuscht habt, fühlt er sich verpflichtet, Anstrengungen zu machen. Natürlich mögen sich unter den Menschen, denen ihr vertraut, immer auch einige befinden, die euch enttäuschen. Aber macht euch klar, dass nicht alles verloren ist, weil das Vertrauen, das ihr ihnen geschenkt habt, später seine Früchte tragen wird. Eines Tages werden sie feststellen, dass ihr durch euren Appell an das Beste in ihnen, ein wahrer Freund für sie wart und dann schämen sie sich ihrer Unfähigkeit, euren Erwartungen entsprochen zu haben und versuchen, ihre Fehler wieder gutzumachen. Erstaunt euch das? Nun, ihr solltet wissen, dass ein spiritueller Meister so denkt und handelt, weil er die menschliche Natur, aber auch die magischen Gesetze kennt. Trotz ihrer Boshaftigkeiten und ihrer Treuebrüche möchte er die Menschen erleuchten, ihnen helfen, sie glücklich machen und aus diesem Grund vertraut er weiterhin ihrer höheren Natur.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Wir müssen unsere äußere Seite für die Gesellschaft und unsere innere Seite für uns selbst pflegen, doch mit dem Bewusstsein, dass unser inneres Leben sich verbreitet und eines Tages die ganze Welt und alle Wesen auf der Erde und im Himmel berühren wird. Die äußere Tätigkeit ist sehr beschränkt, die innere jedoch sehr weitreichend. Unsere Taten können nur sehr wenige Menschen erreichen, aber unsere Gefühle und vor allem unsere Gedanken, können alle Wesen erreichen. Unser Denken ist viel mächtiger und umfasst unendlich viel mehr Dinge, als der Wille, der unsere Taten lenkt. Auch ist es subtiler und verfügt über mehr Möglichkeiten. Mit dem Denken können wir alles tun, was wir wollen, sogar durch den Raum reisen, wohingegen der Wille, der auf die Materie einwirkt, auf große Widerstände trifft. Sein Aktionsradius bleibt sehr beschränkt. Eines Tages jedoch, nach unzähligen Inkarnationen und einer beträchtlichen psychischen Arbeit, wird die Aktivität unseres Willens unmittelbar derjenigen unseres Denkens folgen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov
Es gibt kein höheres Ziel als Gott dienen zu wollen. Aber nur sehr wenige unter den Milliarden von Menschen auf der Erde befassen sich damit, herauszufinden, wie sie sich wirklich in den Dienst Gottes stellen können.
Wer Gott dienen möchte, muss damit beginnen, an sich selbst zu arbeiten, um aus seinen eigenen Gewohnheiten und aus denen seines Umfeldes herauszukommen, wo man materiellem Erfolg, Vergnügungen und Ambitionen den größten Stellenwert gibt. Dann spürt er neue Bedürfnisse in sich erwachen, das Bedürfnis dazuzulernen, sich zu vervollkommnen und sein tiefinnerstes Wesen zu verwirklichen. Keinesfalls wird er die Tatsache, dass er sich in den Dienst Gottes gestellt hat, zum Vorwand nehmen, um die »Ungläubigen« zu bekehren oder zu verfolgen, so wie das manche tun. Er bemüht sich nur, selbst ein solches Vorbild an Weisheit und Liebe zu werden, dass die anderen, wenn sie ihn sehen, versuchen werden, ihm nachzueifern.
Omraam Mikhaël Aïvanhov