Archive for Februar, 2006

28. Februar 2006

Jeder weiß, wie man einen Zirkel zum Zeichnen eines Kreises benutzt. Um den Mittelpunkt festzulegen, setzt man die Spitze aufs Papier und kann dann, während man sorgfältig darauf achtet sie dort zu halten, den Umkreis ziehen. Zuerst kommt also die Mitte. Der Kreis kann nur gezogen werden, wenn man eine Mitte hat.
Indem sie den Kreis zum Symbol der Schöpfung machten, wollten die Eingeweihten diese Idee unterstreichen, dass alles, was existiert, eine Verbindung mit der Mitte hat und nur bestehen kann, wenn diese Verbindung aufrechterhalten und gepflegt wird. Wer die Verbindung mit der Mitte abschneidet, kann nicht nur keine klare Vorstellung von der Welt und den dort wirkenden Wesenheiten und Kräften bekommen, sondern er schneidet sich auch von dem reinen Lebensstrom ab, der aus der Quelle, aus Gott Selbst, sprudelt. Das Gleichgewicht des kosmischen Lebens beruht auf den Verbindungen, welche die Peripherie unablässig zur Mitte unterhält. Alle Teile müssen zum Zentrum hin ausgerichtet sein, denn das Zentrum erhält ihr Leben. Ein Beispiel dieser Verbindungen zwischen Zentrum und Peripherie finden wir im Sonnensystem mit seinen Planeten, die unermüdlich in einer harmonischen Bewegung um die Sonne kreisen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

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27. Februar 2006

Ein geistiger Meister hat lange, sehr lange über die Liebe Gottes meditiert und über die beste Art, diese zu offenbaren. Wenn er also den Menschen vertraut, so tut er dies nicht etwa, weil er sie braucht oder weil er hofft, daraus irgendwelche persönlichen Vorteile zu ziehen. Er vertraut ihnen, um ihnen seine Hilfe anzubieten, um ihnen eine Chance zu geben, denn man weiß ja nie, ihre göttliche Natur könnte doch jederzeit das Mittel finden, sich auszudrücken. Nur muss er dafür natürlich sehr stark sein, denn wenn man diese Methode anwendet, muss man mit allem rechnen, mit dem Besten wie auch mit dem Schlimmsten.
Wenn ihr selbst eines Tages stark genug seid, könnt ihr allen Wesen euer Vertrauen schenken, ohne die Befürchtung, leiden zu müssen oder zusammenzubrechen, falls sie sich dieses Vertrauens nicht als würdig erweisen. Aber bis dahin müsst ihr lernen und euch üben.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

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26. Februar 2006

Jesus sagte: »Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich« (Jh 10,14). In gleicher Weise ist der Mensch ein Hirte für die Zellen seines Organismus und er muss sie vor den Wölfen beschützen, die versuchen in den Schafstall einzudringen. Was für Wölfe? Nicht nur die Bakterien und Viren, sondern auch die böswilligen Geister der unsichtbaren Welt, die Unerwünschten, die ständig versuchen ihn anzugreifen.

Der Mensch, der für seine Schafe ein guter Hirte sein will, muss die Wahrheiten der göttlichen Welt studieren und die Naturgesetze beobachten. Dann tritt er in Kontakt mit den Lichtregionen und strahlt von dort Lichtstrahlen auf seine Zellen, die die hereingeschlichenen »Wölfe« verjagen. Das ist die Lehre Christi. Die wahre Lehre Christi besteht darin, all unser Vertrauen in die Macht des Lichts, in die Macht des belebenden, stärkenden und befreienden Geistes zu setzen. Dann werden wir, wie Jesus, ein guter Hirte für unsere Schafe.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

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25. Februar 2006

“Weil Oben und Unten verbunden sind, kann jeder Impuls eurer höheren Natur einen Protest eurer niederen Natur hervorrufen, die dann alles tut, um euch von euren guten Vorhaben abzubringen, das solltet ihr wissen. Bei dem geistigen Schüler, der es sich angewöhnt hat, sich zu analysieren und wachsam zu sein, bleiben die Intrigen der niederen Natur erfolglos, denn während er auf der spirituellen Ebene arbeitet, meditiert und etwas aufbaut, ruft er unsichtbare Wesen herbei, die ihn umgeben, wachen und ihn beschützen.
In der ursprünglichen Freimaurerei, die auf einer wahren Wissenschaft beruhte, stellte man den Maurer bei der Arbeit dar, mit der Kelle in der einen und einem Schwert zu seiner Verteidigung in der anderen Hand. Der Maurer ist ein Symbol des geistigen Schülers. Während er dabei ist, etwas aufzubauen, wacht in ihm ein anderes, durch das Schwert dargestelltes Wesen und sendet einen Lichtstrahl aus. Damit stellt er sicher, dass bestimmte Feinde nicht im Schutz der Dunkelheit versuchen, sich einzuschleichen, um sein Werk zu zerstören.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

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24. Februar 2006

Trotz der Schwierigkeiten, denen sie zunächst vielleicht begegnen, beugt sich schließlich doch alles vor jenen, die unbeirrt auf dem Weg des Guten voranschreiten. Diejenigen hingegen, die sich auf eine falsche Richtung versteifen, weil sie nicht genau beobachtet haben, welcher Natur ihre Pläne sind, werden eines Tages scheitern, auch, wenn sie am Anfang erfolgreich zu sein schienen. Bevor ihr euch auf eine Unternehmung einlasst, solltet ihr euch also die Sache gründlich ansehen. Und vor allem, wenn man euch verlockende Angebote macht, müsst ihr so vorsichtig und zurückhaltend sein wie nie. Falls euch Geld, Ehren, Macht oder Vergnügen angeboten werden, nehmt euch in Acht! Die wahren, dauerhaften Erfolge erreicht man im Allgemeinen nicht durch Leichtigkeit, sondern durch Lernen und Arbeiten.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

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23. Februar 2006

Es gibt im Menschen etwas, das ihn dazu treibt, sich zu übertreffen, über sich selbst hinauszuwachsen. Der Beweis: Was bringt die Bergsteiger dazu, immer höhere und immer schwerer zugängliche Gipfel zu erklimmen? Was zwingt die Schwimmer, die Läufer, immer schneller zu schwimmen und zu laufen? Was verpflichtet die Schachspieler, Stunden nachzudenken, bevor sie einen einzigen Zug machen? Nichts. Sie selbst haben es sich auferlegt, diese Leistungen zu vollbringen oder diese Probleme zu lösen. Und wie groß ist ihre Freude, jedes Mal, wenn sie einen Sieg davontragen! Wie viele Aktivitäten, Spiele und Wettkämpfe jeder Art haben die Menschen auf diese Weise erfunden! Das zeigt deutlich, dass sie tief in ihrem Inneren das Bedürfnis verspüren, ihre eigenen Grenzen immer mehr zu erweitern. Aber warum denken sie nicht daran, dieses Durchhaltevermögen, diese Geschicklichkeit und Intelligenz, die sie in Spielen und Wettkämpfen an den Tag legen, auch im täglichen Leben anzuwenden? Warum klagen sie hier immer, dass sie sich anstrengen müssen?
Omraam Mikhaël Aïvanhov

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22. Februar 2006

Was in den Augen vieler Menschen bei Büchern am meisten zählt und was sie daran schätzen, ist der Stil. Ob das Thema dabei völlig belanglos, vulgär oder gar skandalös ist und ob der Autor darin die Prinzipien der Moral ins Lächerliche zieht, ist unwichtig. Wichtig ist der Stil. Wenn der Stil neu und originell ist, dann muss man sich für dieses Meisterwerk begeistern! Warum lassen die Leute sich dermaßen verblenden? Was würden sie sagen, wenn man ihnen ein mit Seidenpapier und wunderbaren Bändern verziertes Päckchen schenken würde und sie beim Öffnen feststellten, dass es leer ist? Oder dass es Müll, Gift oder ein erstickendes Gas enthält? Natürlich braucht es auch eine passende Schachtel, eine hübsche Aufmachung und eine schöne Hülle, aber der Gegenstand im Innern muss doch immer mehr Wert und Schönheit besitzen als die Verpackung. Die Form ist nur dazu da, den Inhalt zu schützen und unversehrt zu erhalten und nicht, so viel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, dass man darüber den Inhalt vergisst.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

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21. Februar 2006

Wer sich mit leichtgläubigen Überzeugungen zufrieden gibt, weil er nicht weiß, worauf er seinen Glauben gründen soll, ist vergleichbar mit einer Person, die man hypnotisiert hat. Wenn ihr jemanden hypnotisiert, könnt ihr ihn beispielsweise davon überzeugen, dass er gerade ein Festmahl einnimmt. Wenn er dann wieder zu sich kommt, wird er sogar in der Lage sein, euch genau das Menü zu beschreiben und er wird sagen, dass ihn all das, was er gegessen und getrunken hat, sehr befriedigt. Doch sein Magen ist leer geblieben und wenn er so weitermachen würde, ginge es sehr schnell bergab mit ihm. Nun, die Leichtgläubigkeit ist eine Art Hypnose. Manche glauben entgegen jeglicher Vernunft alles, was man sie glauben machen will oder was sie selbst gerne glauben wollen. So lassen sich die meisten Menschen von ihrer Leichtgläubigkeit täuschen. Diejenigen hingegen, die mit und an dem Glauben zu arbeiten wissen, kosten täglich sehr reale und nahrhafte Früchte. Denn der Glaube ist immer das Resultat einer Erfahrung.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

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20. Februar 2006

“Warum zeigt ihr euch der Natur, den Menschen und dem Schöpfer gegenüber soanspruchsvoll? Ihr antwortet: »Ja, wir haben doch Bedürfnisse!« Gut, dann sprechen wir einmal über diese Bedürfnisse! Untersucht ein wenig das, was da in euch fordert. Woher kommt diese Stimme, die Leichtigkeit, Wohlgefühl und Vergnügen verlangt, und Anstrengungen, Zwänge und Verpflichtungen verweigert? Es ist die Stimme der niederen Natur. Und die niedere Natur, sind das wirklich wir? Nein. Die niedere Natur ist zwar Teil des Menschen, aber sie ist nicht der Mensch selbst. Sie ist wie eine Materie, an der er arbeiten muss, um seine unsterbliche, ewige, höhere Natur zu ernähren. Und mit dieser höheren Natur soll er sich identifizieren. Solange sich der Mensch mit seiner niederen Natur verwechselt, sagt er sich: »Ich wünsche dies, ich brauche jenes, ich bin verletzt worden, ich leide…« und er findet nie das Licht und den Frieden.”
Omraam Mikhaël Aïvanhov

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19. Februar 2006

Es ist schon vorgekommen, dass mir gewisse Leute vorwarfen: » Meister, Sie haben gesagt, man solle den anderen gegenüber offen sein. Wir wollten Ihrem Rat folgen, sind dabei aber enttäuscht, betrogen und verletzt worden.« Natürlich bin ich immer der Schuldige. Aber habe ich euch denn gesagt, ihr sollt blind sein? Nein, nicht wahr? Also, wenn ihr jemanden seht, der ungerecht, unehrlich und böse ist, dann verschließt nicht die Augen, indem ihr euch sagt, dass ihr seine Fehler nicht sehen dürft, weil man ja Vertrauen haben soll. Im Gegenteil, haltet eure Augen weit offen, macht euch keine Illusionen, aber versucht gleichzeitig durch eure Haltung, die negativen Äußerungen bei dieser Person zu neutralisieren und sogar die Manifestationen seiner göttlichen Natur zu wecken. Das wahre Vertrauen basiert auf Wachsamkeit, nicht auf Blindheit.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

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