Archive for Dezember, 2005

31. Dezember 2005

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Warum müssen wir eine Bruderschaft bilden? Damit wir alle zusammen im Kollektiv das Reich Gottes erbitten können. Natürlich kann es auch jeder für sich allein erbitten, aber allein kann man keine ebenso starken Wirkungen erzielen, es sei denn, man kennt andere Gesetze. Derjenige, den seine Lebensumstände dazu zwingen, physisch isoliert zu bleiben, muss sich bewusst werden, dass er sich von dort aus, wo er sich befindet, mit Hilfe seines Denkens mit der ganzen Gemeinschaft aller in der Welt verstreuten Menschen vereinen kann, die unermüdlich im gleichen Sinne arbeiten: für das Reich Gottes. Man kann nicht immer mit den anderen zusammen sein, das ist klar, aber man darf niemals vergessen, sich in Gedanken mit ihnen zu verbinden.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

30. Dezember 2005

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Um das Publikum zu amüsieren, werden in vielen Ländern in den Kabaretts, den Theatern, im Radio und im Fernsehen die Führungskräfte lächerlich und grotesk dargestellt. Ihr werdet sagen: »Viele haben es verdient«. Das ist möglich. Aber selbst wenn sie es verdienen, bringt ihr sie auf diese Weise nicht dazu, sich zu bessern. Im Gegenteil, indem sie ständig der Kritik und dem Mangel an Respekt der Bürger ausgesetzt sind, schafft man die Bedingungen, durch die sie Irrtümer begehen und schlechte Entscheidungen treffen. Also, wenn ihr eurem Land wirklich helfen wollt, dann schickt dem, der sich an der Spitze befindet, Licht, damit er immer gut inspiriert ist, anstatt andauernd auf ihn zu schimpfen. Ihr könnt nicht eurem ganzen Land helfen, denn es ist sehr groß. Doch es genügt, einem, nur einem einzigen Menschen zu helfen. Das ist einfacher und er wird für alle Gutes bewirken, denn von ihm hängt vieles ab. Wenn es ihm gelingt, gute Gesetze zugunsten des Gesundheitswesens, des Wohnungsmarkts, des Bildungswesens, des Arbeitsmarktes durchzusetzen, werden alle von der Tatsache profitieren, dass ein Einziger gut inspiriert war.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

29. Dezember 2005

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»Wenn du aber betest«, sagte Jesus, »so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist« (Mt 6,6). Wie soll man diesen geheimen Ort interpretieren? Es ist natürlich kein physischer Ort mit vier Wänden, sondern ein Bewusstseinszustand. Wenn es euch gelingt, in euch Stille und Frieden entstehen zu lassen, wenn ihr das Bedürfnis habt, eure Liebe für den Herrn auszudrücken, dann befindet ihr euch bereits in diesem geheimen »Kämmerlein«. Wenigstens für einen Augenblick habt ihr jene Regionen der Seele und des Geistes erreichen können, die ihr seit aller Ewigkeit in euch tragt. Warum fällt den meisten Menschen der Zugang zu diesem geheimen Kämmerlein so schwer? Weil sie nicht wissen, was in ihrem Unterbewusstsein vor sich geht, und ebenso wenig wissen, was da oben im Himmel vor sich geht, in ihrem Himmel, in ihrem Geist, in ihrem göttlichen Bewusstsein. In dieser Richtung sollten sie also suchen und sie werden das geheime Kämmerlein finden, diesen Zustand großer Konzentration, des Friedens, der Stille, wo alles Übrige verstummt, wo nichts anderes mehr existiert als euer Gebet, euer inneres Wort, das den Raum durchquert.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

28. Dezember 2005

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Die Menschen müssen lernen, alle ihre Fehler und Schwächen für eine Arbeit einzuspannen, um sie ihnen dienlich zu machen, anstatt sich von ihnen schwächen und niederschmettern zu lassen. Manche werden sagen: »Aber die Fehler muss man doch bekämpfen und vernichten!« Versucht es, ihr werdet schon sehen, ob das so einfach ist. Ihr seid diejenigen, die dabei vernichtet und fertig gemacht werden. Um seine Fehler zu besiegen, muss man eine andere Methode als Kampf und Streit finden. Ob es sich um Esssucht, Sinnlichkeit, Gier oder Eitelkeit handelt, ihr müsst lernen, sie zu mobilisieren, damit sie euch anspornen, in der von euch gewählten spirituellen Richtung voranzukommen. Alle niederen Neigungen, die ihr als Schwächen betrachtet, sind in Wirklichkeit Kräfte. Ihr spürt genau wie viel Energie sie beinhalten. Wenn ihr ganz allein daran arbeitet, werdet ihr nicht weit kommen. Wenn ihr alle eure Feinde verjagt, wenn ihr alles beseitigt, was euch Widerstand leistet, wer wird dann noch für euch arbeiten, wer wird euch dienen?
Omraam Mikhaël Aïvanhov

27. Dezember 2005

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Stellt euch vor, ihr habt zwei auf die gleiche Wellenlänge abgestimmte Stimmgabeln: Wenn ihr eine von beiden zum Schwingen bringt, beginnt die andere ebenfalls zu schwingen, ohne dass ihr sie berührt. Man sagt, sie ist in Resonanz. Dies ist ein physikalisches Gesetz, aber ebenso ein Gesetz der spirituellen Welt, das wir kennen müssen, weil wir uns durch dieses Gesetz dem göttlichen Vorbild anpassen können, dessen Spiegelung wir sind. So kommt es, dass, wenn ihr euren Geist zum Schwingen bringt, der kosmische Geist euch antwortet. Und wenn ihr eure Seele schwingen lasst, antwortet euch die Universalseele. Aber es kann auch umgekehrt geschehen: Der kosmische Geist oder die Universalseele schwingt und da euer Geist und eure Seele im Einklang mit ihnen sind, fangen sie ebenfalls zu schwingen an und empfangen ihre Botschaften. Oder aber die kosmische Intelligenz ist dabei, gewisse Ideen zu verbreiten und euer Intellekt, wenn er auf sie eingestimmt ist, empfängt sie. Auf diese Weise werdet ihr tatsächlich zu einem Sohn, einer Tochter Gottes: Indem ihr wisst, wie ihr durch euren Geist, eure Seele, euren Intellekt, euer Herz und euren Willen die entsprechenden Kräfte im Universum erreichen könnt.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

26. Dezember 2005

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In seiner Eigenschaft als kosmisches Prinzip wird »der Sohn«, die zweite Person der Heiligen Dreieinigkeit, der »einzige Sohn« Gottes genannt. Diesem kosmischen Prinzip hat man den Namen Christus gegeben. Und durch seine Arbeit identifizierte sich Jesus mit eben diesem kosmischen Prinzip. Nur weil man die gleichen Wörter »Vater« und »Sohn« verwendet, darf man noch lange nicht die menschlichen Realitäten mit den kosmischen Realitäten verwechseln. Gottvater ist das Schöpferprinzip all dessen, was existiert, und sein Sohn, den die Christen Christus genannt haben, ist seine erste Emanation. Dieses Christusprinzip muss durch die Kraft des Heiligen Geistes in jede menschliche Seele herabsteigen, damit jeder zu einem wahren Sohn oder einer wahren Tochter Gottes werden kann. Jesus war der physische Leiter für Christus, er war die Stimme des Christus, er hat Christus gedient, er hat sich mit Christus identifiziert, aber er ist nicht Christus. Als kosmisches Prinzip kann sich Christus in einen Menschen inkarnieren, der sich darauf vorbereitet hat, ihn zu empfangen. Aber ein Mensch, so außergewöhnlich er auch sein mag, kann als solcher nicht die alleinige Inkarnation Gottes sein, das macht keinen Sinn.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

25. Dezember 2005

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Warum feiert man Weihnachten am Winteranfang? Die Antwort findet sich im Buch der Natur. Jedes Leben beginnt mit einem Samen, einem im Dunkel der Erde oder im Schoß einer Frau ruhenden Samenkorn. Und der Winter ist die Jahreszeit, während der sich der lange Vorgang des Keimens im Innern des tief in der Erde liegenden Samens vollzieht, der im Frühjahr im Aufbrechen einer Vielzahl neuer Existenzen gipfelt. Die gleiche Arbeit vollzieht sich in der Psyche eines jeden Wesens: In der schwarzen Erde, die seine niedere Natur darstellt, muss das Samenkorn des göttlichen Selbst, Christus, anfangen zu keimen. Eben dieses Ereignis feiern die Christen an Weihnachten. Ja, genau in der Nacht, um Mitternacht, im Augenblick der tiefsten Dunkelheit wurde etwas geboren. Deshalb ist Weihnachten trotz Kälte und Dunkelheit auch das Fest des Lichtes.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

24. Dezember 2005

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In unserer Bruderschaft verbringen wir die großen christlichen Feste wie Weihnachten und Ostern genauso einfach wie die anderen Tage auch. Wir beten, wir meditieren, wir singen. Und selbst wenn wir verstärkt an die Geburt, an den Tod oder an die Auferstehung Christi denken, machen wir doch nichts Besonderes. Wenn nun einige finden, das sei ihnen zu wenig, sind sie frei, diese Feste in ihren Kirchen oder in ihren Tempeln zu feiern. Jeder soll die Formen wählen, mit denen er sein religiöses Empfinden zufrieden stellen will und er soll den anderen dasselbe zugestehen. Die Tatsache, nicht den gleichen Glauben und die gleichen Rituale zu haben, darf für die Menschen kein Grund sein, sich zu bekriegen. Es ist nicht weise, das Leben der anderen zu vergiften unter dem Vorwand, man berufe sich auf diesen oder jenen Religionsgründer. Anstatt ohne Unterlass Unordnung und Kämpfe anzuzetteln, sollten sich alle umarmen, sich gegenseitig helfen und sich verbrüdern. Auf diese Weise zeigen sie, dass sie treue Anhänger der einzig wahren Religion sind, der universellen Religion des Lichtes und der Liebe, deren Vorbild die Sonne ist.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

23. Dezember 2005

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Die Aufgabe eines spirituellen Meisters ist es, den Menschen die besten Bedingungen zu schaffen, damit sie ihre tief verborgenen Qualitäten manifestieren können. Dabei kann man Überraschungen erleben und zwar angenehme Überraschungen, warum sollten es auch immer schlechte Überraschungen sein? Aber ein Eingeweihter ist weder naiv noch leichtgläubig und er vertraut den Leuten nicht einfach deshalb, weil er glaubt, alles Egoistische in ihnen würde sich in Großzügigkeit verwandeln oder alles Schwache würde stark werden usw. Nein, er weiß, dass dies nicht möglich ist. Die niedere Natur, ja man könnte sogar sagen, die tierische Natur im Menschen wird immer das bleiben, was sie ist. Aber jenseits dieser Natur, die sich durch Egoismus, Schwäche, Härte, List usw. ausdrückt, gibt es eine andere, göttliche Natur, die zu den edelsten Verhaltensweisen fähig ist. Der Eingeweihte kennt sie und wendet sich an sie, er sendet ihr Zeichen und stellt ihr die Mittel zur Verfügung, die sie braucht, um sich ausdrücken zu können.
Omraam Mikhaël Aïvanhov

22. Dezember 2005

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Wenn ihr euch mutlos, unruhig oder bedrückt fühlt, zündet eine Kerze an, verbindet euch durch sie mit allem, was Feuer im Universum ist. Denn ebenso, wie ein Wassertropfen uns mit dem ganzen Ozean verbinden kann, genügt die Flamme einer Kerze, um uns mit der Sonne, dem kosmischen Feuer, dem heiligen Geist zu verbinden, dessen Kleid das Licht ist. Wenn ihr eine Kerze anzündet, betrachtet die Flamme bis ihr spürt, dass ihr mit ihr verschmelzt und dass ihr selbst zu einer Flamme werdet. Denkt, dass die Sonne Feuer ist, dass Gott Feuer ist, dass der Heilige Geist Feuer ist, dass alles, was uns umgibt, Feuer ist: Dieser Gedanke wird euch jedes Mal Mut und Frieden zurückgeben. Wenn ihr lernt, die Flamme zu lieben, mit ihr zu sprechen, wird sie allmählich zu eurer Freundin und ihr werdet euch daran gewöhnen, ihre Nähe zu suchen um daraus Trost, Freude und Inspiration zu schöpfen.
Omraam Mikhaël Aïvanhov