Über die Ernährung treten wir in Kontakt zur Natur, aber dieser Kontakt kann auf verschiedene Arten geschehen. Ihr nehmt einen Apfel, schält ihn mit einem Messer, schneidet ihn in Stücke und esst ihn: Dabei habt ihr gewisse Empfindungen. Wenn ihr jedoch direkt in den Apfel hineinbeißt, empfindet ihr etwas anderes. Geht nun in einen Obstgarten, zieht den Ast eines Apfelbaumes zu euch her und beißt in einen Apfel, ohne ihn zu pflücken; das ist noch mal anders. Ihr fühlt, wie lebendig diese Frucht ist und ihr erlebt ein Gefühl der Erfüllung, eine Freude, die der Baum selbst euch übermittelt, weil er mit der Erde und dem Himmel verbunden ist und weil er Kräfte von Erde und Himmel aufnimmt. Während ihr esst, seid ihr in direktem Kontakt mit einem Strom reiner Energien. Über seine Frucht als Vermittler, hat euch der Baum direkt mit dem Universum in Verbindung gebracht.
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Ob es sich um Mineralien, Pflanzen, Tiere oder auch um den Menschen handelt, es gibt nichts auszusetzen an der Beschreibung, die die Wissenschaftler von ihnen machen. Aber es ist nur eine Teilwahrheit. Um sie zu vervollständigen, müsste man das Studienobjekt wieder in den Zusammenhang mit dem kosmischen Leben stellen, zu dem es gehört. Von diesem Leben losgelöst ist der Stein, die Pflanze, das Tier, der Mensch des Essenziellen beraubt. Solange die Forscher auf diesem Weg weitermachen, wird das, was sie wissenschaftliche Wahrheit nennen, immer eine unvollständige, verstümmelte Wahrheit sein. Versteht mich richtig, es geht nicht darum, den Wert und den Nutzen der Wissenschaft infrage zu stellen. Das wirkliche Problem liegt woanders, nämlich in der Mentalität der Forscher, in ihrer Haltung dem Leben gegenüber, in ihrer Unfähigkeit, die einzelnen Studienobjekte mit der Ganzheit des Lebens zu verbinden. Die Wesen und Dinge existieren nicht getrennt voneinander, sie existieren als Teile eines Ganzen, und diese Teile sind miteinander verbunden. Man sondert ab, man schneidet einen Ast, ein Blatt, eine Frucht ab, um sie zu studieren. Nein, man muss die am Baum hängende Frucht studieren, um das Zusammenspiel aller im Universum zirkulierender Energien zu verstehen.
Man muss leider feststellen, dass die Spiritualisten in der Gesellschaft nicht viel Gewicht haben. Weshalb? Weil sie uneins sind. Sie kennen sich nicht oder betrachten einander voller Feindseligkeit; sie denken nicht daran, dass sie etwas zusammen zu tun haben. Schaut hingegen, was die Materialisten und auch die Wissenschaftler alles unternehmen, was sie alles erreichen! Vom Standpunkt der Einweihungswissenschaft aus gesehen, kann es sein, dass sie im Irrtum sind, dass sie weder ein hohes Ideal noch eine wahrheitsgetreue Sicht der Dinge haben, und dass sie ihre Forschungen nicht in der besten Richtung vorantreiben. Aber viele von ihnen arbeiten zusammen, unterstützen und helfen einander und tauschen sich über ihre Entdeckungen aus. Deswegen formen sie in der Welt eine gewaltige Macht. Wann also werden auch die Spiritualisten beschließen, sich zu vereinen, um für das Wohl der Menschheit zu arbeiten?
Viele Menschen sind wie Fische, die man aus dem Wasser gezogen hat. Sie fühlen sich unwohl und fremd in der Umgebung, in der sie leben. Daher verlassen sie so schnell sie können ihre Familie, wandern in ein anderes Land aus oder leben ganz am Rande der Gesellschaft. Bei der Frage, die sich den Menschen da stellt, geht es in Wirklichkeit nicht ausschließlich um den physisch und sozial einzunehmenden Platz; nicht nur ihr Herz und ihr Verstand, sondern auch ihre Seele und ihr Geist müssen an diesem Ort für ihre Entfaltung günstige Bedingungen vorfinden. Solange sie ihren Platz nicht gefunden haben, sind sie wie Samen, die darauf warten, gesät zu werden. Ihr Platz ist eine fruchtbare Erde, die spirituelle Erde, in der sie wachsen können. Wie viele Menschen sind noch vergleichbar mit Samen, die in einer Scheune zwischengelagert wurden! Wenn ihr den Platz eures Herzens, eures Intellekts, eurer Seele und eures Geistes gefunden habt, werdet ihr euch an eurem wahren Platz befinden. Egal wo ihr seid und wie eure materielle und soziale Situation aussieht, werdet ihr dann spüren, dass hier euer Platz ist.
Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Schlange und der Taube? Sie stellen die zwei entgegengesetzten Aspekte derselben Energie dar. Die Taube ist nichts anderes als die sublimierte Schlange. Sie lehrt uns, dass alles, was auf dem Boden kriecht, eines Tages fähig sein kann, sich in die Lüfte zu erheben und zu fliegen. Die Schlange stellt die primitive Sexualkraft dar und ist äußerst hinterlistig! Wie in der Genesis geschrieben steht: »Die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte« (1. Mose 3,1). Es ist unmöglich, alle Mittel aufzuzählen, zu denen die Menschen Zuflucht nehmen, um der Schlange zu entgehen, aber sie präsentiert und arrangiert die Dinge auf eine Weise, dass sie meistens am Ende doch die Oberhand gewinnt. Jemand sagt: »Ich werde der Versuchung nicht mehr erliegen, sondern ihr widerstehen…« Da er aber nicht vorausgesehen hat, welche Falle ihm die Schlange stellen wird, fällt er noch in letzter Minute hinein. Und das geht so lange weiter, bis es ihm gelingt, die Schlange in seinem Inneren zur Taube zu machen, das heißt, die menschliche Liebe in spirituelle Liebe umzuwandeln. Dies entreißt ihn der Erde und lässt ihn die Freiheit des unbegrenzten Raumes erfahren.
Für einen spirituellen Meister ist nichts wichtiger, als seinen Schülern das Licht der Einweihungswissenschaft zu vermitteln, denn er weiß, dass sie alle Schwierigkeiten angehen können, wenn sie dieses Licht besitzen und dass sie dann nicht einmal mehr seine Anwesenheit benötigen. Um den Menschen zu helfen, muss man ihnen ein spirituelles Element geben, welches sich für immer in ihnen einprägt und welches durch nichts ausgelöscht werden kann. Es gibt zahlreiche, gewiss sehr nützliche Arten, den Menschen zu helfen. Man kann ihnen Geld, Nahrung oder Medikamente geben, ihnen eine Berufsausbildung verschaffen, man kann sie trösten und ermutigen… Wer aber das Wesentliche geben will, muss lernen, das Licht des Einweihungswissens zu übermitteln.
Der Mensch wurde geschaffen, um sich in den drei Welten, der physischen, der spirituellen und der göttlichen, vollkommen zu entwickeln. Er wurde geschaffen, um in der Liebe, der Weisheit und der Wahrheit zu leben. Dies ist für ihn deshalb so schwer zu erreichen, weil er nicht begriffen hat, wie notwendig es ist, in seinem Leben nur eine Richtung, ein einziges Ziel zu verfolgen. Ihr erwidert: »Nur ein einziges Ziel, eine einzige Richtung verfolgen, ist ja nicht möglich, wir haben so viele unterschiedliche Belastungen und Verpflichtungen!« Doch, es ist möglich. Egal wie eure Belastungen und Verpflichtungen auch aussehen, alle eure Beschäftigungen, Gedanken, Wünsche und sogar alle Bewegungen eurer Zellen müssen in eine einzige Richtung gehen und sich auf das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit ausrichten. In dem Moment werden alle Energien in euch mobilisiert und nehmen teil an der Entwicklung dieses vollkommenen Wesens, zu dem ihr eines Tages werden sollt.
Es gibt nicht nur auf der Erde Banken, es gibt auch Banken im Himmel. Alles, was wir an Lichtvollem und Reinem ausstrahlen, all unsere von Uneigennützigkeit, Würde und Großzügigkeit inspirierten Taten, Gefühle und Gedanken werden ohne unser Wissen eingestuft, von Wesenheiten, deren Aufgabe dies ist. Danach werden sie auf der himmlischen Bank unter unserem Namen als Kapital angelegt. Es ist, als hätten wir ein Konto eröffnet. Wenn wir später in Schwierigkeiten kommen oder wenn wir Gutes tun und anderen helfen wollen, können wir um Beistand oder Unterstützung bitten: Die himmlische Bank wird sie uns sogleich gewähren. Wenn wir aber kein Kapital angelegt haben, kennt die himmlische Bank uns nicht. Viele fragen sich, ob ihre Gebete vom Himmel erhört werden. Hier ist die Antwort: Der Himmel hört und erhört nur jene, welche auf die göttliche Bank Reichtümer einbezahlt haben.
Ihr werdet verstehen, was die Liebe wirklich ist, wenn ihr aufhört, sie als ein Gefühl zu betrachten. Das Gefühl unterliegt zwangsläufig Schwankungen, je nachdem, an welche Person es sich richtet, wohingegen die wahre Liebe ein von Wesen und Umständen unabhängiger Bewusstseinszustand ist. Lieben bedeutet nicht, für jemanden ein Gefühl zu haben, sondern, in der Liebe zu leben und alles mit Liebe zu tun: sprechen, gehen, essen, atmen, lernen – mit Liebe. Lieben heißt, alle seine Organe, alle Zellen und Fähigkeiten so gestimmt zu haben, dass sie in Licht und Frieden zusammen in Einklang schwingen. Die Liebe ist also ein ständiger Bewusstseinszustand. Wer diesen Bewusstseinszustand erlangt hat, der fühlt, dass sein ganzes Wesen von göttlichem Fluidum durchdrungen ist und dass alles, was er tut, zur Melodie wird.
Jesus sagte zu der »Sünderin«, die weinend neben ihm stand und ihm die Füße küsste: »Dein Glaube hat dir geholfen« (Mt 9,22). Aber man darf sich nicht einbilden, es genüge zu glauben, um das Heil zu verdienen, das wäre zu einfach; jeder kann Glauben haben und weiterhin wie ein Bösewicht leben. Viele Kriminelle sagen, sie glaubten an Gott und das ist sicher wahr, aber dieser Glaube wird sie nicht retten. Ein Glaube, der sich nicht durch ein entsprechendes Verhalten ausdrückt oder wenigstens durch Anstrengungen, ein solches zu erreichen, ist fast nutzlos. Der Glaube ist nur wirklich mächtig, wenn ihm Taten folgen, die mit dem, was der Mensch glaubt, in Übereinstimmung stehen. Nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel. Ihr glaubt an die Wirksamkeit eines Medikaments, aber ihr nehmt es nicht, dann habt ihr natürlich auch kein Resultat. Wenn ihr es aber nehmt, so kann es dank eures Glaubens zwei-, drei- oder zehnmal stärker wirken, als wenn ihr es ohne Glauben genommen hättet. Der Glaube öffnet Türen und Fenster, er räumt den Weg frei, damit ihr weitergehen könnt. Dort liegt seine Macht und die ist immens. Wenn ihr jedoch keine Anstrengungen macht, um vorwärtszukommen, wozu nützen euch dann diese Öffnungen?
