10. März 2010

Wenn ihr vierundzwanzig oder achtundvierzig Stunden lang nichts gegessen habt und man euch dann eine Frucht bringt, so erhaltet ihr bereits Energien, wenn ihr nur den ersten Bissen zu euch nehmt. Euer Denken wir klarer, eure Gefühle warmherziger. Woher konnte diese Energie nur kommen? Bevor die Nahrung in den Magen gelangt, um dort verdaut zu werden, wird das Nervensystem bereits genährt, sobald die Nahrung im Mund ist. Wer unter den Wissenschaftlern befasst sich schon damit, die subtile Seite der Ernährung zu studieren? Die Physiker enthüllen, dass man aus der Spaltung des Atoms, dieses winzigen Materieteilchens, genügend Energie herausholen kann, um starke Maschinen anzutreiben, und alle sind darüber begeistert. Doch wer kümmert sich darum, dass mit der Nahrung, von der wir täglich profitieren, mit der wir täglich zu tun haben, ein ähnliches Phänomen geschehen könnte? Dass ein kleiner Teil der aufgenommenen Materie ausreichen kann, unser ganzes Wesen mit reinen Energien zu erfüllen, interessiert niemanden; man glaubt nicht einmal daran. Aber sagt mir doch: Aus welchem Grund sollte der Mensch, der nach dem Bilde Gottes geschaffen ist, weniger zustande bringen als die Erforscher der Kernphysik?

9. März 2010

Man erzählt, dass unter der Herrschaft des Sultans Ottoman Mehmet II. (auch »der Eroberer « genannt) ein Krieger durch zweiundzwanzig Siege über feindliche Armeen berühmt geworden war. Es war die Epoche, in der man mit Säbeln kämpfte und so verlangte der Sultan eines Tages, man möge diesen immer siegreichen Säbel zu ihm bringen. Man brachte ihn, er nahm ihn in die Hand und drehte und wendete ihn. Nun handelte es sich um einen ganz gewöhnlichen Säbel und der enttäuschte Sultan, der so eine gewöhnliche Waffe nicht haben wollte, schickte ihn zurück. Als der siegreiche Held so vieler Schlachten von der Reaktion des Sultans hörte, rief er aus: »Aber er hat nur den Säbel gesehen und nicht meinen Arm. Mein Arm hat die Siege errungen!« Auch ich gebe euch einen Säbel, das heißt, spirituelle Methoden, die aber nur unter der Bedingung wirksam sind, dass ihr sie anwendet. Man kann sogar mit einem ganz kleinen Messer wunderbare Dinge herstellen, wenn man sich täglich darin übt, und ein einziges Streichholz kann eine ganze Stadt in Flammen setzen. Mit einer scheinbar bedeutungslosen Methode kann man eine riesige Arbeit vollbringen. Alles liegt an dem Arm, das heißt, am Willen.

8. März 2010

Die Menschen sind so unterschiedlich! Aber dieser Unterschied kommt nicht daher, dass ihr Geist verschieden wäre, nein, alle Geister sind Flammen. Genauso wie die Wassertropfen des Ozeans identische Eigenschaften und Qualitäten besitzen, weil sie gleichen Ursprungs sind, genauso sind alle Geister Funken, die aus dem Schoß des Ewigen hervorgegangen sind, und sie sind Ihm ähnlich. Die Geister sind also identisch, aber indem sie den Schoß des Ewigen verließen, mussten sie unterschiedlichen Wegen folgen, unterschiedliche Regionen durchqueren, weil sie unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen hatten. Auf diese Weise haben sie unterschiedliche Abenteuer erlebt und unterschiedliche Eindrücke und Kenntnisse aufgenommen. Ihre Erfahrungen sind verschieden, aber in ihrer Essenz, in ihrer Quintessenz, in ihrer erhabenen Natur, sind sie identisch.

7. März 2010

Bildet euch nicht ein, der Himmel werde euch das Leben erleichtern und euch die Prüfungen ersparen, nur weil er so begeistert ist, dass ihr Mitglied in einer Kirche oder in einer anderen geistigen Bewegung geworden seid. Nein, ihr werdet euch an den Schwierigkeiten des Lebens stoßen, egal ob ihr Spiritualist oder Materialist seid. Geht aber weiterhin voran, mit dem Wissen, dass die durchzumachenden Prüfungen euch reinigen und stärken, weil ihr eine bessere Art und Weise kennengelernt habt, sie zu betrachten. Indem er eine spirituelle Lehre annimmt, wird der Arme nicht reich, der Unwissende nicht wissend, der Kranke nicht gesund, der Schwache nicht stark und der Verachtete nicht anerkannt und geehrt. Jetzt seid ihr vorgewarnt! Und es kann sogar sein, dass ihr euch in bestimmten Augenblicken noch schlechter fühlt als vorher. Warum? Weil das neue Leben, das in euch zu strömen beginnt, zuerst mit der Reinigung anfängt und dann habt ihr ein großes Durcheinander! So sehr es wünschenswert ist, dass ihr euch entscheidet, eurem Leben eine bessere Richtung zu geben, so sehr müsst ihr im Voraus wissen, dass diese Entscheidung in euch Umwälzungen bewirken wird. Andernfalls versteht ihr nicht, was mit euch los ist, ihr kehrt zu eurem früheren Leben zurück und müsst alles noch mal von vorne beginnen.

6. März 2010

Seit einem Jahrhundert haben Wissenschaft und Technik und damit auch die medizinische Wissenschaft und Technik riesige Fortschritte gemacht. Aber wie groß diese Fortschritte auch seien, wenn die Menschen nicht vernünftig sind, wenn sie nicht bestimmte Gesetze respektieren, werden sie auf die eine oder andere Weise immer krank sein und leiden und sie werden bei Anderen Leiden verursachen. Wie viele Menschen, auch unter den Gläubigen, haben sich entrüstet über die Grausamkeit Gottes im Alten Testament, von dem gesagt wird, er bestrafe nicht nur jene, die die Gesetze übertreten haben, sondern auch ihre Nachkommen bis in die vierte Generation! Nun, dieser Gott ist nichts anderes als die Natur. Denn die Natur ist nicht außerhalb von Gott, sie ist nicht von Ihm getrennt. Gott ist ein Vater, aber er ist auch eine strenge Mutter, die ihren Kindern Grenzen setzt, welche sie nicht übertreten dürfen. Wenn sie sie übertreten, sagt man, die Natur bestrafe sie; in Wirklichkeit haben sie durch ihre Übertretung jedoch selbst die Schutzzone verlassen, in der sie in Sicherheit waren. Indem sie diese Schutzzone verließen, schafften sie schlechte Bedingungen für sich selbst, aber auch für all jene, die von ihnen abhingen. Selbst wenn die Medizin riesige Fortschritte macht, ist sie doch machtlos bei all jenen, die hartnäckig die Gesetze übertreten.

5. März 2010

Von all jenen, die durch intellektuelle, künstlerische oder mediale Fähigkeiten auffallen, sagt man, sie hätten eine Begabung. Was ist eine Begabung? Es ist eine geistige Wesenheit, die in einen Menschen eingetreten ist, um ihm zu helfen und um durch ihn zu wirken. Die Psychologen werden natürlich niemals annehmen, dass Talente und Fähigkeiten Wesen sind, die den Menschen bewohnen. Dabei beweist die Tatsache, dass man eine Begabung auch verlieren kann, dass nicht die Menschen selbst, sondern andere durch sie, diese wunderbaren Dinge vollbringen. Vielen ist es so ergangen, sie verloren ihre Begabung, weil sie ein ungeordnetes Leben führten. Wollt ihr höhere Wesen anziehen, die sich durch euch in Form von guten Eigenschaften und Talenten manifestieren? Dann lasst Licht, Harmonie und Frieden in euch hinein: Dies sind die unerlässlichen Bedingungen, um solche Wesen herbeizuziehen. Sie sind da und warten, und wenn sie sehen, dass ein Mensch es geschafft hat, ihnen eine würdige Bleibe einzurichten, dann treten sie voller Freude bei ihm ein, um ihn zu bereichern, zu verschönern und auch, um die anderen durch ihn bereichern und verschönern zu können!

4. März 2010

Wir neigen zu dem Glauben, der Mensch sei von einer einzigen Wesenheit bewohnt, weil er sich nur durch einen physischen Körper manifestiert, aber das alltägliche Leben beweist uns ständig das Gegenteil. Durch den Menschen manifestieren sich zu verschiedenen Zeiten völlig verschiedene Wesenheiten und deswegen kann er hintereinander intelligent oder dumm, wohlwollend oder grausam, großzügig oder geizig, bescheiden oder eingebildet usw. erscheinen. Diese Mischung solch unterschiedlicher Elemente, die jeden Menschen ausmachen, bleibt sogar für die Philosophen und Psychologen ein Rätsel. Und doch kann man es ganz einfach durch die Tatsache erklären, dass der Mensch in diesem oder einem früheren Leben diese unterschiedlichen Wesenheiten selbst angezogen hat. Ihr dürft also nicht erstaunt sein, wenn ihr seht, dass jemand widersprüchliche Neigungen oder Reaktionen an den Tag legt. Und euch selbst solltet ihr aufmerksam beobachten, um jedes Mal gut unterscheiden zu können, welche Wesenheit gerade durch euch spricht oder handelt. Die Tatsache, dass ihr euch in bestimmten Augenblicken voller Weisheit oder Güte zeigt, heißt noch nicht, dass ihr auch die übrige Zeit tadellos seid und dass die anderen euch immer beipflichten müssen.

3. März 2010

Es ist notwendig, dass sich die Eltern und Erzieher den Kindern gegenüber bestimmt verhalten, sonst wird das Kind ihre Nachsicht und Schwäche missbrauchen, und das wäre dann nicht einmal seine Schuld. Wenn niemand dem Kind zeigt, dass es Regeln gibt, die beachtet werden müssen, wenn es schon im Kindesalter den Eindruck bekommt, dass sich alles seinen Launen beugen kann, wie soll es dann später den großen Gesetzen der Natur gehorchen? Es wird ihnen nicht gehorchen und das ist normal. Es wird sich über alles hinwegsetzen, alles kaputt machen, sich selbst sogar zerstören, nur um sich nicht zu beugen. Weil es so erzogen wurde, ist es nicht einmal selbst schuld daran. Die Eltern müssen also wachsam sein und dürfen nicht versuchen, dem Kind alle kleinen Lektionen zu ersparen, die es zum Nachdenken bringen könnten. Es wird ein wenig weinen, sie werden es trösten, aber es wird etwas verstanden haben. Es wird sein Leben lang wissen, dass es Gesetze gibt, die man respektieren muss.

2. März 2010

Man findet den Baum als Symbol des Universums in den meisten spirituellen Überlieferungen wieder. Von den Wurzeln bis hin zu den Früchten, mit dem Stamm, den Ästen, Blättern und Blüten dazwischen, haben alle Geschöpfe irgendwo auf diesem Baum ihre Funktion… Alle Existenzen, alle Aktivitäten, alle Regionen finden auf dem Baum des Lebens ihren Platz. Zu bestimmten Jahreszeiten fallen die Blätter, die Blüten und die Früchte vom Baum herunter; sie verwesen und werden zu Humus, der nach und nach von den Wurzeln aufgenommen wird. Mit den Menschen ist es das Gleiche. Wenn ein Mensch stirbt, kehrt er zur Urerde zurück, taucht aber schon nach kurzer Zeit an irgendeiner Stelle des Baumes wieder auf. Nichts geht verloren, die Wesen verschwinden und erscheinen wieder, unablässig, auf dem kosmischen Baum des Lebens.

1. März 2010

Wie viele Unfälle und Missgeschicke passieren den Menschen, weil sie im Moment, wo sie bestimmte Entscheidungen treffen oder sich auf gewisse Unternehmungen einlassen, nicht sehen, in welche Gefahren sie sich begeben! Sie machen sich in aller Ruhe auf den Weg, ohne irgendetwas zu sehen oder vorherzusehen und stürzen sich geradewegs in Schwierigkeiten. Hätten sie ihr inneres Auge zu entwickeln gewusst, so wären sie von ihm gewarnt worden. Denn dieses Auge, das man manchmal auch das Dritte Auge nennt, ist wie ein Radar: Es sendet Wellen aus, die uns im Zurückkommen vor Hindernissen warnen, welche sich auf unserem Weg befinden. Aber bei den meisten Menschen ist dieser Radar außer Betrieb, weil das ungeordnete Leben, das sie führen, sich einem guten Funktionieren entgegenstellt. Es stimmt, dass es Situationen gibt, in denen dieses geistige Auge uns nicht warnt, obwohl es entwickelt ist: Dies ist dann der Fall, wenn bestimmte Ereignisse von den Vierundzwanzig Ältesten, den Herren des Schicksals, vorbestimmt sind und sich unbedingt realisieren müssen. Selbst wenn wir sie sehen oder wenn wir spüren, dass sie kommen, können wir sie nicht umgehen, sondern müssen uns mit ihnen im Licht der Einweihungswissenschaft konfrontieren. Doch im Allgemeinen ist das geistige Auge da, um uns zu warnen und zu führen, sofern wir ihm die richtigen Bedingungen dafür geschaffen haben.